„KÖNIG UBU:NG“ – Absurdes Theater mit Musik im Nirgendwo

Regisseur Arturas Valudskis sieht die Performance als Übung für die Künstler. Inspiriert von Alfred Jarrys „König Ubu“ und Juozas Erlickas‘ „Pavadinimas“ wurden die Texte erarbeitet, in denen es um Macht, Verrat, Mord und Verfolgung geht. Lustvoll werden in herrlich absurden, emotionalen Situationen menschliche Abgründe aufgezeigt.

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Von Elisabeth Pichler

Ein grandios minimalistischer Theaterabend, der gekonnt die unterschiedlichsten Theaterformen mischt. Die Premiere fand am 16. Jänner 2016 im Toihaus Salzburg statt.

Yoko Yagihara sorgt mit einem Trommelwirbel für die nötige Spannung, bevor sie mit einem Zitat des litauischen Autors Juozas Erlickas den Abend eröffnet: „Ich umarme einen Baum und frage ihn, ob er mit mir gehen möchte. Der Baum schweigt. Bäume sind sehr zurückhaltend. Deswegen liebe ich sie.“ Die Menschen hingegen sind nicht so liebenswert, in ihnen schlummern Grausamkeit und Machtbesessenheit. „Bosheit ist eine Krankheit. Eine Eigenart, die nicht der Natur des Menschen entspricht. Keiner wird böse geboren. Das System beziehungsweise das Umfeld zwingt den Menschen oft dazu, böse zu werden. Das Positive an der Produktion. Jeder scheitert und jeder darf scheitern. Die Zuseher üben mit.“ (Arturas Valudskis).

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Zu Beginn kauern fünf weiß geschminkte, schwarz gekleidete Schauspieler hinter einfachen Stühlen. Sie verknoten ihre Hände, verschmelzen fast und murmeln unverständliche Worte.

Schließlich reiten sie gemeinsam ins Nirgendwo, keiner hat eine Ahnung, wohin es geht. Zwischendurch nehmen sie auf den Stühlen Platz und starren emotionslos ins Leere. Wir erfahren von einem Missgeschick, das ein Menschenleben gekostet hat.

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Die Täterin ist sich jedoch keiner Schuld bewusst. So geht es auch den übrigen. Ob einer nun den Präsidentenstuhl begehrt oder ob er ihm wieder weggenommen wird, es bleiben immer Menschen auf der Stecke, die bedauernd feststellen, dass sie eigentlich noch ganz gerne weitergelebt hätten. Der Tod ist trotz aggressiv vorgetragener Willkür meist kurz und schmerzlos. Die Truppe ist sich ständig einig, dass niemand von ihnen eine Schuld trifft. Sie hätten nur ihre Pflicht getan, wären einfach nur dabei gewesen und hätten leider nichts verhindern können.

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