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Fischen im politischen Wasser

Kommenden Sonntag ist es soweit, endlich darf das mündige Wahlvolk zur gesamtösterreichischen Urne schreiten. Der Wahlkampf für das höchste Amt im Staat war eher sehr bescheiden, das Angebot an stimmensammelnden Kandidaten eigentlich nur frustrierend. Alle zusammen sprechen auf ihren Plakaten von Werten, aber nicht von Konzepten, wie diese Werte erlangt werden könnten.

Dr. Heinz Fischer (71), der aktuelle Präsident der SPÖ wird höchstwahrscheinlich wieder das Rennen machen, gefolgt von der dunkelblauen Barbara Rosenkranz (51) und dem Vertreter der Christen Dr. Rudolf Gehring (61).  Mehr hat die österreichische Parteienlandschaft offensichtlich nicht zu bieten. Und dann wunderen sich die Herren und Damen der Politikerriege, dass sich immer weniger Menschen für ihre Politik interessieren.

Das Mindeste wäre, dass jede Parlamentspartei mit Klubstatus einen Präsidentschaftskandidaten zu stellen hat. Wo bleibt der oympische Gedanke und die moralische Verpflichtung, wenn die ÖVP meint, man könnte gegen Fischer sowieso nicht gewinnen. Ich erinnere mich an Sprüche wie “es reicht” und frage mich immer häufiger, was damit wohl wirklich gemeint war.

Und die Grünen wollen sich laut Glawischnig nur auf die kommenden Wahlen konzentrieren. Was soll das?  Ist das grüne Demokratie, man tritt nur an, wenn man Gewinnchanchen hat?

Das BZÖ könnte wenigstens einen Kärntner Kandidaten nominieren und die Niederlage auf die anderen Bundländer schieben. Und hinterher weinen alle gemeinsam, wenn Frau Rosenkranz zu viele Stimmen bekommen hat.

Es stellt sich prinzipiell die Frage, ob ein Bundespräsident nicht nur für eine Perioden kandieren darf und die dafür länger ist?  Oder ob eine kürzere 2. Periode nicht vom Parlament gewählt werden könnte? Wie auch immer, unsere Gottobersten sollten irgendwann einmal über ihre aktuell mangelnde Bodenhaftung nachdenken.

Ich für meinen Teil überlege ernsthaft, ob ich diesmal erstmalig in meinem Leben bewußt nicht zur Wahl gehen werde. Ob das demokratiepolitsch bedenklich ist oder nicht trifft mich nur am Rand, vielleicht sollten unsere Politiker darüber nachdenken, warum es so ist.