Michaela Essler – Betrachtungen zum neuen Jahr 2004

Michaela Essler

Michaela Essler

Das globale Dorf hat es wieder einmal geschafft. Wir haben wieder einmal ein Jahr hinter uns gebracht, und feierlich den Übertritt in ein neues Jahr begangen.

Die frohe Botschaft gleich zu Beginn des neuen Jahres: nach langem, zähem Ringen konnten die USA doch auch wieder einmal einen Erfolg feiern – auf dem Mars. Wir Europäer haben da ja etwas bläßlich aus der Wäsche geblickt, als unsere kurz zuvor abgesetzte Mars-Sonde „Beagle 2“ keine Signale sendete. Da haben es die Amerikaner den Europäern also wieder einmal so richtig gezeigt – auf dem Mars. „Spirit“, wie der Mars-Roboter der Amerikaner heißt, sendete auch sofort Bilder, die weltweit über die Fernsehbildschirme flimmerten. Und wieder einmal sah die Welt rot – die Bilder vom roten Planeten. Ein großer Erfolg für die NASA, daran besteht kein Zweifel.

Und Georg W. Bush verkündete inzwischen ja auch, daß die USA eine Weltraumstation auf dem Mars einrichten wollen. Da der Mars nach heutigem Wissen keine Einwohner hat, ist es für die USA ja auch bedeutend einfacher, Amerikaner auf den Mars zu schicken als in jedes andere Land auf der Erde. Denn wie wir in den vergangenen Monaten gesehen haben, sind nicht immer alle begeistert, wenn die Amerikaner anrücken.

Vielleicht haben wir ja auch Glück, und sie entdecken Ölfelder auf dem Mars. Das würde die Lage hier auf der guten, alten Erde auch etwas entspannen.

Wie dieses Projekt finanziert werden soll, ist zur Zeit noch unklar. Aber ein Land das im Jahr 2003 für Militärausgaben ein Budget von 396 Milliarden US-Dollar bereitstellt, wird wohl auch Geld für eine Raumstation am Mars auftreiben.

Mars – der Kriegsgott im alten Rom ist Amerika scheinbar wohlgesonnen. Die Europäer haben mit dem Kriegsgott in den letzten 2000 Jahren bekanntermaßen keine guten Erfahrungen gemacht, und sich auch seit Jahrzehnten von ihm abgewandt. Ob das der Grund ist, warum die Amerikaner und nicht die Europäer Erfolg mit ihrer Mars-Sonde hatten, das wissen wohl nur die Götter.

Das neue Jahr bringt aber auch Österreich wieder eine Menge Aufgeregtheiten. Ja, ja, wir halten wieder einmal die traditionellen, rituellen Vor-Wahl-Zeremonien ab. Österreich bekommt einen neuen Bundespräsidenten. Wobei es heuer ja auch vielleicht eine –in werden kann. Und so werden wir, das Wahlvolk, in den nächsten Monaten noch eine Menge Gründe zu hören bekommen, warum der eine oder die andere besser für dieses Amt geeignet ist. Interessant ist auf jeden Fall, daß Heinz Fischer die Entscheidung den Wählerinnen und Wählern überläßt, wohingegen Benita Ferrero-Waldner in der Pressestunde am 18. Jänner verkündete, sie wird gewinnen. Nun ja, vielleicht nur ein kleines Detail am Rande.

Aber am besten sind wir in Salzburg dran. Das muß wirklich einmal gesagt werden. Unser derzeitiger Landeshauptmann hat sich wohl die Verkaufsstrategien von Supermärkten angeschaut. Und hat sich vielleicht dann gedacht, was bei Billa, Merkur, Spar und anderen Supermärkten funktioniert, das funktioniert eventuell auch bei Landtagswahlen. Und so erfreut er uns mit einem Sonderangebot: 2 zum Preis von 1. So effizient haben wir noch nie gewählt. Für eine abgegebene Stimme erhalten wir gleich zwei Landeshauptmänner.

Aber das Wahlfieber hat heuer nicht nur uns Österreicher fest im Griff. In Rußland, in den USA, im Iran, in Spanien, Deutschland und vielen anderen Ländern finden ebenfalls Präsidentschaftswahlen oder Parlamentswahlen statt.

Im globalen Dorf werden also heuer vielerorts die Karten neu gemischt. Neue Spieler werden die Weltbühne betreten, Altbekannte weiterhin die Zügel in den Händen behalten.

Alles in allem verspricht das Jahr 2004 ein spannendes Jahr zu werden.

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