Emir von Kuweit – Operation Geld

Der Scheich

Cartoon by Michael Honzak, Seekirchen am Wallersee

Der Emir von Kuweit hat vor einigen Tagen Salzburg angeflogen. Nicht etwa der schönen Gegend oder der beginnenden Osterfestspiele wegen, sondern weil er sich wieder einmal in einem guten Krankenhaus untersuchen lassen wollte.
Wolfgang Bauer

Von Wolfgang Bauer

Der Emir – Allah schenke ihm ein langes Leben – ist ja zu diesem Zweck nicht zum ersten Mal bei uns. Kuweit ist etwa zweieinhalb Mal so groß wie das Land Salzburg, von seinen über 4 Millionen Einwohnern ist aber nur rund ein Viertel Staatsbürger, der Rest sind Beduinen und Flüchtlinge.

Salzburg ist offensichtlich bei den arabischen Potentaten bekannt dafür, dass sogar die öffentlichen Krankenanstalten genug freie Kapazitäten und auch gut ausgebildetes Personal haben.

Problemlos wurde da im LKH – nach gewöhnlich nicht gut informierten Kreisen – ein ganzer Trakt mit 18 Zimmern von anderen Patienten freigemacht und der Emir samt Entourage dort untergebracht. Diskretion ist bei der ganzen Sache selbstverständlich, trotzdem werden natürlich auch einige Polizisten dorthin abgestellt werden müssen.

Bei so einem offensichtlichen Überangebot an Krankenbetten und Personal – von Ärzten und Schwestern bis zu Physiotherapeuten – verwundert es dann doch, dass es immer wieder Klagen gibt über sehr spät (manchmal zu spät) angesetzte Operationstermine, überfordertes Personal oder überlastete high-tech Maschinen. Man könnte ja eigentlich erwarten, dass in einem Spital, das aus den Mitteln des Landes – der Steuerzahler und Krankenversicherten – gebaut worden ist, zuerst auch diese behandelt werden.

Der Emir wird sich wohl nicht nur mit einem großzügigen Scheck, sondern auch mit der einen oder anderen Gegeneinladung revanchieren. „Geld regiert die Welt“ heißt ein alter Spruch und nicht „normales Gerechtigkeitsempfinden“.

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