flesh of stone – naked:2 – Walter Meierhofer

Karl Traintinger. Der Pfingstsonntag war heiß und schön, was lag näher, als Walter Meierhofer in seinem an diesem Wochenende  “offenen Atelier” im Kiefersteinbruch am Untersberg zu besuchen. Der Untersberger Marmor wird im Kiefersteinbruch im modernen Tagebau gewonnen. Es gibt ihn in verschiedenen Sorten und Handelsbezeichnungen: Untersberger Hell (Forellenmarmor), Untersberger Matsch, Untersberger Rosa und Gelb, Untersberger Bretsch, Wildrot und Barbarossa, um nur einige zu nennen.

Der Untersberger Marmor eignet sich hervorragend für bildhauerische Zwecke, im bergfeuchten Zustand ist er gut zu bearbeiten und erlaubt grobe wie feine Ausarbeitung von Formen. Der künstlerischen Kreativität sind nach der Wahl des für das geplante Objekt geeigneten Marmors fast keine Grenzen gesetzt.

Geduldig erklärt Walter Meierhofer den interessierten Besuchern das Entstehen seiner Plastiken, vom gezeichneten Entwurf über das Plastilinmodell bis hin zum Bronzeguss und dessen Übertragung auf den zu bearbeitenden Steinblock.

Er zeigt auch, welche Arbeitsgeräte zur Steinbearbeitung notwendig sind und wie man mit verschiedenen Oberflächenbearbeitungen unterschiedliche Effekte erzielen kann. Der Stein wird begreifbar.

“Die linke Plastik ist ein allegorisches Bild der Kunst am Beispiel des Theaters. Ein Pantomime (Gaukler) sitzt auf einem Sockel aus drei Masken, deren eine die heitere und die andere die traurige, die Bandbreite dessen darstellen, was in der Kunst darstellbar ist. Die dritte, quasi auf den Kopf gestellte Maske symbolisiert jene Kritiker, die sich heute gebärden, als wären sie die Vorgesetzten der Künstler. Die herausgestreckte Zunge in der Nähe des Hinterns des Gauklers soll zeigen, was uns diese Kritiker sonst noch können!” Walter Meierhofer

“Die Abstaktion ist die Möglichkeit, den Betrachter mit seiner Phantasie ernst zu nehmen.” Walter Meierhofer

Der Bildhauer Walter Meierhofer

Walter Meierhofer. Alle Fotos: KTraintinger

Ausbildung in der Fachschule für Bildhauerei in Hallein, Restaurator (Kirchen) in der väterlichen Werkstätte. Parallel dazu eigenständige Entwicklung als Bildhauer. Arbeitete in Holz, Stein und Bronze (eigene Bronzegießerei mit Herbert Trapp in Puch); zuletzt fast ausschließlich Steinbildhauerei.

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