„Vavras Bettschichten“ – Heilbutt & Rosen im OVAL

Foto: OVAL

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Wird das etwa ein klassischer Liederabend? Steife Verbeugung, ernste Gesichter und dann ein romantisches, tieftrauriges Abendlied. Helmut Vavra ist mit diesem Beginn – angeblich einer fixen Idee seines Freundes Berthl – nicht recht zufrieden. Er selbst wusste es schon immer: „Einen Kabarettabend kann man so nicht beginnen, da muss ein derber Witz her.“ Der Titel verspricht so einiges und Helmut Vavra will nichts verschweigen und nichts zensurieren. Im Mittelpunkt des Programms steht also das Bett, in dem der Mensch ein Drittel seines Lebens verbringt. Er wird hier gezeugt, geboren, er schläft und liebt und meist stirbt er auch hier und doch wird viel zu wenig von diesem sehr intimen Ort gesprochen. Das soll sich an diesem Abend ändern. Leider geht es bei den Schlaf raubenden Dingen nur in den seltensten Fällen um Sex: Gemeinsame Decken, fiese Mücken und störende Geräusche führen die Liste an. Über Sinn und Zweck des männlichen Schnarchens werden wir Frauen endlich aufgeklärt: Es sei absolut gottgewollt, sozusagen eine Strafe für die vom Weibe verschuldete Erbsünde. Wer hätte das gedacht?

„Heilbutt & Rosen“ versehen bekannte Lieder mit neuen Texten und diese urkomischen Einlagen machen deren Kabarettabende stets abwechslungsreich und einzigartig. Diesmal wird aus dem Klassiker „Mein kleiner grüner Kaktus, steht draußen am Balkon“ „Du kleine fiese Gelse, da oben am Plafond“ und Gilbert Becauds Hymne an „Nathalie“ wird zu einer Hommage an „alten Brie“. Den Frauen wird an diesem Abend so einiges unterstellt: respektloser, herzloser Umgang mit kranken Männern und eigenartiges Verhalten, wenn sie versuchen, etwas mehr Schwung und Farbe in die meist eintönige Bekleidung ihres Liebsten zu bringen. Das Publikum hat sich köstlich amüsiert, auch die vielen weiblichen Besucher konnten Helmuth Vavras „Lausbubencharme“ nicht widerstehen.

Die Kabarettprogramme von „Heilbutt & Rosen“ fanden bisher stets in Form von Dialogen mit wechselnden Partnerinnen (Theresia Haiger, Verena Scheitz) statt. Helmut Vavra schafft es an diesem Abend, unterstützt von seinem „musikalischen Beischläfer“ Berthold Foeger, Alltagssituationen rund ums Bett auf satirische Weise abzuhandeln. Ein kurzweiliger Abend mit vielen musikalischen Einlagen, denn Helmut Vavra ist nicht nur ein begnadeter Kabarettist, sondern auch ein großartiger Sänger. Am Ende des Programms werden wir noch in ein Geheimnis eingeweiht. Helmut Vavra und Berthold Foeger haben eine Wette laufen und machen so ganz nebenbei Werbung in eigener Sache. Auf www.heilbuttundrosen.at kann man einen Newsletter bestellen (zählt für Vavra) und auf der Facebook-Seite von Heilbutt&Rosen kann man den „gefällt mir“ Button drücken (zählt für Foeger). Wer diesen Wettbewerb wohl gewinnen wird?

„Heilbutt & Rosen“ – Helmuth Vavra erstmals solo mit „Vavras Bettgeschichten“ für aufgeweckte Schläfer und notgeile Träumer, Klavier: Berthold Foeger, Regie: Leo Bauer

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