100 Jahre Kameradschaft Bad Vigaun

Altmakedenterinnen

Auch frühere Marketenderinnen der Kameradschaft prägten das Fest, hier beim Gemeindehaus bei der Defilierung. | Alle Fotos: Michael neureiter

Das Fest

Zur Geschichte

Die Kameradschaft Bad Vigaun feierte vom 8. bis 10. September ihr 100jähriges Bestehen: Sie wurde 1923 als „Heimkehrerverein“ gegründet und hatte das Ziel, den aus dem 1. Weltkrieg Heimgekehrten vor allem im Sozialen zu helfen.

Michael Neureiter

Von Michael Neureiter

Laut dem Umschlag eines alten Kassabuches wurde der Verein am 18.März 1923 gegründet. Bereits im Gründungsjahr wurde die erste Fahne für den Verein angeschafft, sie ist erhalten. In der Turmhalle der Pfarrkirche wurde für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges ein Denkmal errichtet. Das erste „Heimkehrerfest“ wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1946 mit einer würdigen Feier durchgeführt.

Neben der Dorflinde konnte unter Mitwirkung der Gemeinde Vigaun und der Bevölkerung ein Kriegerdenkmal errichtet und am 28. September 1953, also vor 70 Jahren, im Beisein des damaligen Landeshauptmanns Josef Klaus feierlich eingeweiht werden.

Neben der Dorflinde konnte unter Mitwirkung der Gemeinde Vigaun und der Bevölkerung ein Kriegerdenkmal errichtet und am 28. September 1953, also vor 70 Jahren, im Beisein des damaligen Landeshauptmanns Josef Klaus feierlich eingeweiht werden.

Im Jahr 1970 wurde eine neue Fahne angeschafft und unter Beisein mehrerer auswärtiger Kameradschaften und Musikkapellen geweiht. Im Jahr 1973 wurde anlässlich des 50jährigen Bestehens auf der Samhofleiten ein Gedenkkreuz errichtet.
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Heute hat die Kameradschaft Bad Vigaun 345 Mitglieder, das gesellige Beisammensein wird gelebt und großgeschrieben: Bereits 50mal wurde der Ball der Kameradschaft Bad Vigaun veranstaltet, immer wieder finden Ausflüge zu benachbarten und befreundeten Kameradschaften statt.

Heute sind das die Ziele der Kameradschaft Bad Vigaun: die Tradition pflegen, den Zusammenhalt stärken, die Gemeinschaft fördern.

Das Jubiläumsfest

„100 Jahre Kameradschaft Bad Vigaun“ wurde unter Leitung von Obmann Rupert Lehenauer ausgerichtet, er ist seit 1998 erstverantwortlich. Festkoordinator war Obmannstellvertreter Alexander Sartori, der mit einem sehr großen Team die Festtage vorbereitete und durchführte. Insgesamt waren etwa 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz.

Das dreitägige Fest wurde im Festgelände am Tauglwald durch die Salzburger Militärmusik eröffnet.

Das dreitägige Fest wurde im Festgelände am Tauglwald durch die Salzburger Militärmusik eröffnet.

Am Freitag gab es zur Eröffnung ein Konzert der Militärmusik Salzburg unter Leitung von Kapellmeister Johann Schernthanner. Anschließend spielte im Festzelt die „Original Vigauner Tanzlmusi“ auf. Es folgte eine Schlagerparty für Jung und Alt.

Am Samstag

kamen 26 Vereine zum Fest, darunter sogar die Kameradschaft aus Gamlitz in der Südsteiermark und eine Delegation aus Stratzing in Niederösterreich, der Partnergemeinde von Bad Vigaun, unter Leitung von Bürgermeister Pepi Schmid. Auf dem Programm stand ein Wortgottesdienst und ein Festakt mit Totengedenken und Kranzniederlegung auf dem Sportplatz.

Aufstellung zum Abmarsch am Samstag mit den Ehrengästen: v.l. Bürgermeister Fritz Holztrattner, Landeshauptmannstv. Marlene Svazek, Obmann Rupert Lehenauer, Ehrenkommandant Gottfried Rehrl und Kommandant Günther Hopfgartner. Nicht im Bild Präsident Sepp Hohenwarter und Obmannstv. Alexander Sartori.

Aufstellung zum Abmarsch am Samstag mit den Ehrengästen: v.l. Bürgermeister Fritz Holztrattner, Landeshauptmannstv. Marlene Svazek, Obmann Rupert Lehenauer, Ehrenkommandant Gottfried Rehrl und Kommandant Günther Hopfgartner. Nicht im Bild Präsident Sepp Hohenwarter und Obmannstv. Alexander Sartori.

Beim Wortgottesdienst lobte Diakon Kurt Fastner, dass in der Kameradschaft das Füreinander und Miteinander gelebt werde. Sepp Hohenwarter, der Präsident des Salzburger Kameradschaftsbundes, bat um ein Gedenken auch der „jungen Opfer sinnloser aktueller Kriege“. Und In Vertretung des Landes Salzburg sagte Landeshauptmannstellvertreterin Marlene Svazek, „Gefallene“ und „Vermisste“ seien plötzlich wieder aktuelle Begriffe. Sie habe den Angriffskrieg in Europa nicht für möglich gehalten und: „Der Friede beginnt im Kleinen!“

Nach dem Festakt folgten ein Defilee vor dem Gemeindehaus und im Festzelt eine Unterhaltung mit „Die 3 Verschärft’n“ aus Leogang.

Die Ehrengäste am Sonntag vor dem Abmarsch: v.l. der Salzburger Militärkommandant Peter Schinnerl, Bürgermeister Fritz Holztrattner, die Präsidentin des Bundesrats Andrea Eder Gitschthaler, Obmann Rupert Lehenauer, der Präsident des Österreichischen Kameradschaftsbundes Ludwig Bieringer und Obmannstv. und Festkoordinator Alexander Sartori.

Die Ehrengäste am Sonntag vor dem Abmarsch: v.l. der Salzburger Militärkommandant Peter Schinnerl, Bürgermeister Fritz Holztrattner, die Präsidentin des Bundesrats Andrea Eder Gitschthaler, Obmann Rupert Lehenauer, der Präsident des Österreichischen Kameradschaftsbundes Ludwig Bieringer und Obmannstv. und Festkoordinator Alexander Sartori.

Der Sonntag

Der Höhepunkt des dreitägigen Fests war der Sonntag: 23 Vereine kamen bei bestem Wetter zusammen, um mit Militärpfarrer Richard Weyringer am Sportplatz die hl. Messe zu feiern, die von den anwesenden vier Trachtenmusikkapellen festlich gestaltet wurde. Weyringer hob in seiner Ansprache hervor, es sei wichtig, aus der Vergangenheit zu lernen: „Aber wir sind nicht Sklaven der Vergangenheit, sondern Kinder der Zukunft!“

Vor der Messfeier: v.l. Rupert Lehenauer, Annemarie Fastner, Sepp Lehenauer, Richard Wey-ringer, Ludwig Bieringer, Andrea Eder-Gitschthaler, Fritz Holztrattner und Peter Schinnerl. Ganz rechts die alte Fahne aus 1923

Vor der Messfeier: v.l. Rupert Lehena-uer, Annemarie Fastner, Sepp Lehenauer, Richard Weyringer, Ludwig Bieringer, Andrea Eder-Gitschthaler, Fritz Holztrattner und Peter Schinnerl. Ganz rechts die alte Fahne aus 1923.

Nach der Segnung der Ehrenbänder wurden diese von Alexander Sartori und den Marketenderinnen an die Fähnriche überreicht.

Die Übergabe des Ehrenbands durch Alexander Sartori an den Fähnrich der Kameradschaft Pfarrwerfen.

Die Übergabe des Ehrenbands durch Alexander Sartori an den Fähnrich der Kameradschaft Pfarrwerfen.

Den Festakt eröffnete die von Siegfried Schaber komponierte „St. Barbara-Fanfare“. Bürgermeister Fritz Holztrattner berichtete, im 1. und 2. Weltkrieg habe es aus Vigaun jeweils 41 Gefallene bzw. Vermisste gegeben. „Frieden und Demokratie sind nie selbstverständlich!“ Präsident Ludwig Bieringer gab seiner Freude über die „Erfolgsgeschichte“ der Kameradschaft Vigaun und über das Umdenken in der Ausrüstung des Österreichischen Bundesheers Ausdruck: „Hoffentlich ist das nicht nur ein Aufflackern!“

Bundesrätin Andrea Eder-Gitschthaler verwies auf die Tradition und das Ehrenamt als Grundlagen der Kameradschaften, bei denen nun auch Frauen Mitglied sein können. Die Mitarbeit von Frauen sei unverzichtbar, denn: „Ohne Frauen ist kein Staat zu machen!“

Obmann Rupert Lehenauer dankte zum Abschluss des Festakts für die vielfältige und intensive Mitarbeit am gelungenen Fest und hob ganz besonders drei Personen hervor, denen besonderer Dank gebühre, sie hätten rund um die Uhr für das Gelingen gearbeitet: Obmann und Festkoordinator Alexander Sartori, Christian Höllbacher und Günther Hopfgartner.

Nach dem Defilee wieder vor dem Gemeindehaus ging es in das besonders gut besetzte Festzelt, wo die Trachtenkapelle Bad Vigaun unter Leitung von Kapellmeister Hieronymus „Rony“ Bitschnau aufspielte. Rony sprach im Blick auf das ganze Fest von einem „positiven Inferno“. Am Nachmittag des dritten Festtags gab es ein Konzert mit der Postmusik Salzburg, es dirigierte ihr Ehrenkapellmeister Franz Milacher.

Postmusik

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