„Till Eulenspiegel“ – Lachen ist das beste Vitamin

Das Odeïon Kulturforum Salzburg war bei der Premiere des Kindermusicals von Peter Blaikner und Konstantin Wecker am 18. 12. 2012 bis auf den letzten Platz, ja bis auf den letzten Polster direkt an der Bühne, mit erwartungsvollen Kindern, Eltern und Großeltern gefüllt. Als endlich das Licht ausgeht, sind die Musiker leider bereits eingeschlafen. Unsanft weckt sie Till, jetzt ist es mit Ruhe und Ordnung vorbei, das Spiel kann beginnen.

Von Elisabeth Pichler.

Polizeikommissar Gustav Höllriegl kann einem fast leidtun, denn Till Eulenspiegel, für ihn ein arbeitsscheuer Landstreicher und Aufwiegler, hält ihn ständig zum Narren. Jetzt weigert sich auch noch sein Töchterlein, die liebliche Nele, den zwar sehr wohlhabenden, aber auch sehr sparsamen, stotternden Willibald zu heiraten. Seine Liebeserklärung „Ich kann es kaum erwarten, mit dir gemeinsam sparsam zu sein“ kann sie nicht überzeugen, da läuft sie lieber dem Spaßmacher hinterher und hilft ihm nur zu gerne bei seinen Streichen. Gemeinsam legen sie eine Wirtin hinein und auch ein echter Gesundheitsminister geht ihnen auf den Leim. Till ist der Meinung, dass die Herzen der Menschen von Geiz und Habgier bestimmt sind, und das nützt er weidlich aus. Spannend wird die Geschichte, als der gefährliche Elektro-Ede aus dem Gefängnis ausbricht und sich auf die Suche nach seinem Erzfeind, dem Polizeikommissar Höllriegl, macht, um ihn zu „verglühbirnen“.

Mit Jurek Milewski (Polizeikommissar Gustav Höllriegl) und Jurij Diez (Gesundheitsminister, Pfarrer, Bürgerin und Willibald Schäfele) stehen zwei Erzkomödianten auf der Bühne, die sich nichts schenken. Ihre Slapstick-Szenen und Rangeleien kommen bei den Kindern so gut an, dass diese oft ganz vergessen, wer hier der Sympathieträger sein sollte. Völlig aufgeregt versuchen sie, in die Handlung einzugreifen und Tills Verstecke zu verraten. Herwig Ofner hat es in der Titelrolle nicht immer leicht, sich gegen diese beiden Spaßvögel durchzusetzen. Anna Paumgartner überzeugt als eigenwilliges Töchterlein, das sich gegen ihren Vater zu behaupten versteht. Zwischen den einzelnen Szenen unterhalten flott choreografierte Tanzeinlagen und schwungvolle Lieder mit witzig-frechen Texten. Vier Profi-Musiker (Rupert Bopp, Philipp Nykrin, Gernot Haslauer, Robert Kainar) sorgen für die musikalische Untermalung mit Live-Musik vom Feinsten.

Die Streiche des mittelalterlichen Schelms sind vielleicht nach heutigen Maßstäben moralisch nicht ganz einwandfrei und pädagogisch nicht gerade wertvoll, doch unterhaltsam sind sie nach wie vor, denn „ Lachen ist die beste Medizin, es holt den Ärger aus dem Herzen raus und bringt Fröhlichkeit hinein. Lachen ist das beste Vitamin.“ Reinhold Tritscher hat das Kinder- bzw. Familienmusical so schwungvoll in Szene gesetzt, dass selbst bei den kleineren Kindern keine Langeweile aufkommt. Empfohlen: ab 6 Jahren, selbstverständlich ohne Altersbegrenzung nach oben.

„Till Eulenspiegel“ – Das Kindermusical von Peter Blaikner & Konstantin Wecker. Theater ecce. Regie: Reinhold Tritscher. Bühne: Alois Ellmauer. Kostüme: Elisabeth Strauss. Live-Musik: Rupert Bopp, Philipp Nykrin, Gernot Haslauer, Robert Kainar. mit: Herwig Ofner, Jurek Milewski, Anna Paumgartner, Jurij Diez, Rupert Bopp, Bina Blumencron. Fotos: Odeion

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1 Kommentar zu "„Till Eulenspiegel“ – Lachen ist das beste Vitamin"

  1. Cordula Auernigg | 23. November 2012 um 13:10 |

    Mir hat das Stück ausgesprochen gut gefallen und ich kann es mit gutem Gewissen weiterempfehlen!

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