„Romy Schneider“ – Uraufführung im Odeїon Kulturforum Salzburg

Foto: Freie Bühne Salzburg

Die Freie Bühne Salzburg bringt ein Theaterstück über das turbulente, aber auch sehr tragische Leben der unvergessenen Schauspielerin auf die Bühne. Der Text stammt von Helmut Vitzthum, der das Stück auch in Szene setzte. Premiere war am 13.Mai 2011 im Dorothea-Porsche-Saal in Salzburg-Mayrwies.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Auf der Bühne erinnert ein prachtvoller Sarg mit einer roten Rose an die viel zu früh verstorbene Romy Schneider, während die Vorgeschichte als Hörspiel – bei geschlossenem Vorhang – vorgetragen wird. Rosemarie Magdalena Albach, Tochter des populären österreichischen Schauspieler-Ehepaares Magda Schneider und Wolf Albach-Retty, kam am 23.September 1938 in Wien zur Welt. Noch im selben Jahr zog die Familie nach Schönau am Königsee, wo Romy bei ihren Großeltern mütterlicherseits aufwuchs. Von 1949 bis 1953 besuchte sie das Internat Schloss Goldenstein bei Elsbethen.

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Dann hebt sich der Vorhang und eine blutjunge Romy tanzt vor Begeisterung über die Bühne. Sie kann es kaum fassen, ihr erster Film „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“, in dem sie an der Seite ihrer Muter mitgewirkt hat, war ein großer Erfolg. Ihr Entschluss steht fest: „Ich will eine berühmte Schauspielerin werden, das ist der schönste Beruf.“ In vielen kurzen Szenen dürfen wir nun ihre beruflichen Erfolge, aber vor allem ihre privaten Misserfolge und tragischen Schicksalsschläge miterleben. Noch als Teenager machen sie die Sissi-Filme weltberühmt, doch sieht sie sich nicht gerne als das unschuldige, brave Mädchen. Es gelingt ihr, sich aus den familiären Zwängen zu befreien, und sie folgt ihrer ersten großen Liebe, dem Schauspieler Alain Delon, nach Paris. Doch diese Beziehung scheitert ebenso wie ihre Ehe mit dem Regisseur Harry Meyen. Auch die Verbindung mit ihrem Sekretär Daniel Biasini geht in die Brüche. Beruflich eilt sie von Erfolg zu Erfolg, dreht Film um Film, arbeitet mit vielen bedeutenden Regisseuren und erhält zahlreiche Auszeichnungen. Privat geht es aber ständig bergab, sie flüchtet sich in Alkohol und Tabletten und stirbt am 29.Mai 1982 mit nur 43 Jahren an Herzversagen.

Nadine Mühlböck begeistert als Romy, denn sie bringt das Leben dieser Künstlerin mit all seinen Höhen und Tiefen sehr überzeugend auf die Bühne. Das Publikum leidet mit dem jungen, von ihren Eltern bevormundeten Mädchen, mit der unzufriedenen Frau, die sich in Paris langweilt, und schließlich mit der reifen Frau, die an ihrer Einsamkeit zerbricht. Nadine Mühlböck zeigt uns aber durchaus kein verklärtes Bild, wir müssen auch miterleben, wie Romy von Selbstzweifel gequält ihre Enttäuschung hinausschreit und ihren jeweiligen Männern das Leben nicht leicht macht.

Die kleineren Umbauten zwischen den einzelnen Szenen werden von Lena Scheibner mit stimmungsvollen Gitarrenklängen und passenden Chansons überbrückt. Ein sehr intensiver, berührender Theaterabend, der das Leben der großartigen Schauspielerin Romy Schneider in überaus vielen Facetten zeigt.

„Romy Schneider“, Odeїon Kulturforum Salzburg, Dorothea Porsche Saal, Salzburg-Mayrwies / Text und Regie: Helmut Vitzthum / Musik: Lena Scheibner / Mit: Nadine Mühlböck, Christian Geroldinger, Gabriele Schreder, Michael Rank.

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