„Die Kinder des Monsieur Mathieu“ – Die Kraft der Musik

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Die rührende, gefühlvolle Geschichte über die Bemühungen eines engagierten Lehrers, mithilfe der Musik Freude ins Leben von sozial benachteiligten Schülern zu bringen, war als Film ein großer Erfolg. Auf der Bühne des Salzburger Landestheaters verzaubern die jungen Sängerinnen und Sänger des Salzburger Festspiele und Theater Kinderchores das Publikum. Premiere war am 11. Mai 2014.

elipi_aVon Elisabeth Pichler.

Der erfolglose Komponist Clément Mathieu übernimmt in Frankreich im Jahre 1949 die Stelle eines Lehrers und Aufsehers in einem Internat für schwer erziehbare Kinder. Er ist erschüttert über die Kälte des Direktors und dessen drakonische Kollektivstrafen. An diesem Ort voll Misstrauen und Einsamkeit versucht er, den Kindern Liebe und Verständnis entgegenzubringen, doch diese, misstrauisch, verbittert und verstört, machen es ihm nicht leicht. Als er merkt, dass die Kinder Freude am Singen zeigen, beschließt er, einen Chor zu gründen. Der Direktor zeigt zwar wenig Begeisterung, doch lässt er ihn gewähren. Die Schüler proben fleißig, werden immer besser und sogar der Querkopf Pierre Morhange ist mit Feuereifer dabei und stolz auf seine Solopartien. Die Ankunft Mondains, eines besonders renitenten und aggressiven Jungen, verheißt nichts Gutes. Der Direktor wird bestohlen, der Schuldige scheint schnell gefunden, die Strafen sind weitreichend. Jede Vergünstigung wird gestrichen, es gibt keine Ausflüge, keine Besuche mehr und die Chorproben werden ebenfalls verboten. Clemént Mathieu gibt jedoch nicht so schnell auf.

Die Mitglieder des Salzburger Festspiele und Theater Kinderchores sind bereits theatererprobt. Sie standen in eigenen Projekten („Brundibar“) auf der Bühne und wirkten als Chor und solistisch auch bei großen Produktionen in verschiedenen Sparten mit. In „Die Kinder des Monsieur Mathieu“, einem spartenübergreifenden Theaterprojekt, durften sie unter der Regie von Marco Dott die bewegende Geschichte von der Macht der Musik erarbeiten. Christoph Wieschke überzeugt als verständnisvoller, warmherziger Lehrer, der stets etwas schwerfällig und unbeholfen wirkt. Werner Friedl als Direktor Rachin macht es ihm wirklich nicht leicht, denn er verkörpert den gefühlskalten, zynischen Schulleiter, vor ihm zittern nicht nur die Kinder. Großartige Leistungen vollbringen auch die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler, die als aufsässige Schüler dem freundlichen Lehrer das Leben schwer machen. Neben Maria Strassl als entzückender kleiner Pepina sorgen Fabio Ziegler als trotziger Pierre Morhange und Finnean Hipper als „schwerer Junge“ Mondain ständig für Unruhe und Aufregung im Heim.

Im Orchestergraben musiziert das Jugendorchester des Salzburger Landestheaters, umgeben von über 60 Mitgliedern des Salzburger Festspiele und Theater Kinderchores. Marco Dott schafft es, die tragische Geschichte des gescheiterten Musikers und seiner Bemühungen, das Vertrauen der verstörten Kinder zu gewinnen, als optimistisches, warmherziges Drama, als Hymne an die Macht und Kraft der Musik, in Szene zu setzen und begeistert damit Kinder (empfohlen ab 9 Jahren) und Erwachsene gleichermaßen.

„Die Kinder des Monsieur Mathieu“ – nach dem Drehbuch von Christophe Barratier und Philippe Lopes-Cuval. Für die Bühne bearbeitet von Marco Dott. Musikalische Fassung von Wolfgang Götz. Musikalische Leitung: Wolfgang Götz. Inszenierung: Marco Dott. Ausstattung: Katja Schindowski. Mit: Christophe Wieschke, Werner Friedl, Axel Meinhardt, Claudia Carus, Britta Mayrhofer, Fabio Ziegler, Maria Strassl, Pia Schönamsgruber, Fabienne Ziegler, Julius von Maldeghem, Mark Häcker, Finnean Hipper, Dominik Milewski, Paul Schrader. Fotos: Christina Canaval

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