„A Midsummer Night’s Dream“ – im magischen Zauberwald

A MIDSUMMER NIGHT´S DREAM

Das Department für Oper und Musiktheater der Universität Mozarteum begeisterte mit seiner Abschlussproduktion des Studienjahres 2017/2018, Benjamin Brittens fantastischer dreiaktiger Oper, die auf der gleichnamigen Komödie von William Shakespeare basiert, das Publikum im drei Mal restlos ausverkauften Großen Studio.

Elisabeth PichlerVon Elisabeth Pichler

Amüsiert beobachten im Feenreich die kessen Elfen und der muntere Puck, wie sich das Herrscherpaar um einen hübschen indischen Jüngling streitet. Titania beansprucht den Knaben für sich alleine, doch auch Oberon zeigt starkes Interesse. So schickt er Puck um eine Zauberblume, deren Saft bewirken soll, dass sich Titania in denjenigen verliebt, den sie beim Erwachen als Erstes erblickt – und sei es auch ein „brünstiger Pavian“. An zwei im Wald umherirrenden Athener Liebespärchen werden die magischen Tropfen ausprobiert und führen dank Pucks Ungeschicklichkeit zum totalen Chaos unter den jungen Leuten. In Athen steht die Hochzeit des Königspaares bevor und so proben im Wald auch sechs Handwerker ambitioniert eine beklagenswerte Komödie über den tragischen Tod von Pyramus und Thisbe. Sie bekommen ebenfalls die Intrigen dieser Mittsommernacht zu spüren und so landet ihr Anführer Bottom als stinkender Esel in Titanias Bett. Kaum zu glauben, dass es schließlich doch noch ein Happy End gibt und alle Beteiligten in den Genuss einer bemerkenswerten Aufführung von Pyramus und Thisbe kommen.

A MIDSUMMER NIGHT´S DREAM

Die jungen Bühnenbildnerinnen Charlina Lucas und Amelie Ottmann ersetzen die Bäume des Athener Waldes durch Jahrmarktobjekte und schaffen damit eine „surreale Fake-Welt“, eine verzauberte Atmosphäre, in der die seltsamsten Sachen passieren können. In diesem absurden Jahrmarkt fühlen sich die Elfen sichtlich wohl. Auch ihre glitzernden Kostüme (Egon Stocci) passen hervorragend zu dieser bunten, verrückten Fantasiewelt. Der türkische Countertenor Tolga Siner stolziert auf High Heels wie eine Dragqueen über den saftig grünen Teppich-Waldboden und versucht, sich gegen seine emanzipierte Frau Titania (Karina Benalcazar) durchzusetzen, der eine Schar munterer Elfen zur Seite steht.

A MIDSUMMER NIGHT´S DREAM

Abwechslung in den Feenalltag bringen zwei junge Liebespaare auf der Flucht, die sich ständig in den Haaren liegen. Für Heiterkeit sorgt stets der Auftritt der Handwerker, die sich als Amateurschauspieler versuchen. Bereits die Verteilung der Rollen sorgt für Turbulenzen, doch der Auftritt anlässlich der Hochzeit von Theseus (Clemens Joswig) und Hippolyta (Reba Evans) wird zum Triumph, denn Benjamin Brittens Parodie auf die italienische Oper kommt vor allem beim Publikum hervorragend an.

A MIDSUMMER NIGHT´S DREAM

Das Sinfonieorchester der Universität Mozarteum unter dem sensiblen Dirigat von Kai Röhring bringt Brittens Klangsprache perfekt zur Geltung. Regisseurin Karoline Gruber präsentiert einen fantastischen, märchenhaften, farbenfrohen Opernabend, eine verrückte Sommernacht, in der das junge Ensemble durch Können, Elan und enorme Spielfreude überzeugt. Man darf schon auf die Produktionen im Studienjahr 2018/2019 gespannt sein und sollte sich möglichst frühzeitig um Karten bemühen.

A MIDSUMMER NIGHT´S DREAM

„A Midsummer Night’s Dream“ – Oper in drei Akten von Benjamin Britten. Eine Veranstaltung des Departments für Oper und Musiktheater in Kooperation mit dem Department für Bühnen- und Kostümgestaltung, Film- und Ausstellungsarchitektur, dem Department für Schauspiel/Regie – Thomas Bernhard Institut sowie dem Department für Musikwissenschaft. Musikalische Leitung: Kai Röhrig. Szenische Leitung: Karoline Gruber. Bühne: Charlina Lucas, Amelie Ottmann. Kostüme: Egon Stocchi. Dramaturgie: Ronny Dietrich. Sinfonieorchester der Universität Mozarteum Salzburg. Mit: Tolga Siner, Karina Benalcazar/Marie-Dominique Ryckmanns, Augustin Groz, Clemens Joswig, Reba Evans, Alexander Rewinski, Chi-An Chen, Maria Hegele/Zsofia Mozer, Wendy Krikken/Mariya Taniguchi, Felix Mischitz, Di Guan, Sascha Zarrabi, Max Tavella, Richard Glöckner, Jakob Hoffmann. Fairies: Laura Barthel, Adelheid Caroline Baumgartner, Bettina Meiners, Donata Valerie, Meyer-Kranixfeld, Silvia Moroder, Leonie Stoiber, Reinier Martinez, Georg Hemetsberger. Fotos: Mozarteum Salzburg

 

 

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