„Aida“ – als Videospiel in einer virtuellen Welt

Aida

Für Giuseppe Verdis Meisterwerk erweist sich die Felsenreitschule als idealer Ort. Andreas Gergens bildgewaltige Inszenierung wechselt ständig zwischen realer und virtueller Welt. Da die Grenzen immer mehr verschwinden, ist es ratsam, sich vor Besuch der Vorstellung mit der Handlung laut Programmheft vertraut zu machen, sonst könnte man ins Schleudern geraten. Bei der Premiere am 4. November 2023 gab es großen Jubel für das internationale Solist*innen-Ensemble, das Mozarteumorchester unter der Musikalischen Leitung von Leslie Suganandarajah und das Leading Team.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Radamès, ein Manager in einem Großkonzern, hat Schlafprobleme und greift daher gerne, wenn seine Gattin Amneris bereits zu Bett gegangen ist, zu seiner Spielkonsole. Mit Hilfe einer VR-Brille beamt er sich dann ins alte Ägypten, um sich dort mit dem Avatar der schönen Aida zu treffen. Da seine Ehe schon länger nicht mehr sonderlich gut funktioniert, ist er fest entschlossen, sie zu befreien und dann zu heiraten. Leider kommt ein Krieg mit Äthiopien dazwischen, in der realen Welt die Bedrohung durch ein konkurrierendes Unternehmen. Amneris bemerkt die Abwesenheit ihres Gatten und setzt nun ebenfalls die VR-Brille auf, um Radamès zurückzuholen.

Es folgt der Triumphmarsch, in dem Geschäftsleute in Business-Anzügen mit schwarzen Aktentaschen, ägyptische Krieger und schrill gekleidete Avatare aufeinandertreffen. Unter den Gefangenen befindet sich auch der äthiopische König, Aidas Vater, der aber als Geschäftsmann auftritt. Trotz aller Verwirrungen wird klar, dass Radamès ihm zur Flucht verhelfen will. Er verrät dabei ein militärisches Geheimnis, wird verurteilt und schließlich lebendig im Schlafzimmer eingemauert. Nur gut, dass sich Aida hier verstecken konnte, und so steht einem gemeinsamen Liebestod nichts mehr im Wege.

Die Bühne beherrscht ein riesiger, höhenverstellbarer Guckkasten, in dem sich das Schlafzimmer von Radamès und Amneris befindet. Leider ist in dieser Höhe aber auch die einzige Tafel mit Untertiteln angebracht, sodass diese nur sporadisch gelesen werden können. Es gibt aber so viel zu sehen, dass …

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