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Martin Baltscheit: Der Weihnachtshase

Der Weihnachtshase

Autor: Martin Baltscheit
Titel: Der Weihnachtshase oder Die letzte Fahrt vom Weihnachtsmann
ISBN: 978-3-86489-259-2
Verlag: Westend Verlag GmbH
Erschienen: 2019

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Klappentext:

Die Weihnachtsfabel: Ein entschlossener Aufruf zum Widerstand gegen Intoleranz und rückwärtsgewandten Patriotismus im Weihnachtswald der Gegenwart.

Die zuckersüße beschauliche und knallharte Weihnachtsfabel vom Meister zeitgenössischer Tiergeschichten, erzählt und illustriert von Martin Baltscheit.

Hochverehrte Tiergenossen! Es gibt jetzt eine Alternative zum guten, alten Weihnachtsmann. Mich. Den Weihnachtshasen. Mich!” sagte der Hase und erklärte ausführlich, womit in Zukunft zu rechnen ist.
Für den vielfach ausgezeichneten Illustrator, Autor und Geschichtenerzähler Martin Baltscheit ist auch Der Weihnachtshase kein Bilderbuch allein für Kinder. Mit seinen im wahrsten Sinne fabelhaften Geschichten und Bilderbüchern spricht er Leser und Leserinnen jeden Alters an. Spannend, unterhaltsam und durchaus politisch erzählt er mit seinen Parabeln keine Märchen, sondern möchte einen Beitrag leisten, für Verständigung und Aufklärung. Ein großes, hintergründiges Vergnügen.“

Anni Lemberger

Rezension von Anni Lemberger

Das „als Kinderbuch verfasste“ Büchlein ist vor allem für Erwachsene geeignet. Es zeigt die Folgen von Fremdenhass auf und geht davon aus, dass in jedem Lebewesen etwas Gutes steckt, das belohnt werden sollte.

So schreibt der Autor, dass die
vielen Geschenke, die der Weihnachtsmann alljährlich im
Weihnachtswald verteilt, zu einer massiven Zuwanderung armer, fremder
Tiere führt und der Weihnachtshase deshalb den Weihnachtsmann
„absetzt“ und seine Arbeit übernimmt. Der Hase findet, dass der
Wald schon übervoll ist und die Geschenke aufhören müssen, damit
die Zuwanderung der vielen fremden Tiere gestoppt wird. Im
Weihnachtswald kehrt als Folge des Wirkens des Weihnachtshasen
emotionale Kälte und Egoismus ein. Deshalb erschafft der
Weihnachtsmann ein Kind aus Liebe, das letztendlich wieder eine
Rückbesinnung der Waldbewohner auf ihre früheren Werte herbeiführt.

Die Botschaft, gegen Fremdenhass und Intoleranz kann ich unterschreiben, aber die zweite Botschaft, dass (alle) armen Flüchtenden und Hilfesuchenden bedingungslos aufgenommen werden müssen, ist mir zu banal. Die Welt ist nicht schwarz/weiß, sondern hat viele Facetten. Und diesen Facettenreichtum vermisse ich in diesem Büchlein.

Aufgrund der vielen netten Zeichnungen aber als Abenteuerbuch für Kinder durchaus zu empfehlen und als Büchlein für Erwachsene, die gerne fantastische Geschichten mit einem „Happy-End“ hören und lesen.