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die mitwisser

Die österreichische Erstaufführung des Stückes „Die Mitwisser“ von Philipp Löhle war am 15.02. 2019 im Grazer Schauspielhaus zu sehen. Die „Idiotie“ befasst sich mit der zunehmenden Digitalisierung oder wie im Stück genannt „Kwantifizierung“.

Von Matthias Traintinger

Felicitas Braun inszenierte damit das zweite Stück von Philipp Löhle nach „Du (Norma)“. Das schrille, bunte Stück verleitet zum Innehalten und Nachdenken über den immer wichtiger werdenden Begriff Datenschutz.

Theo ist ein ganz normaler Angestellter, als Enzyklopädie-Autor ist er für eine gewisse Reihe von Buchstaben verantwortlich, bei welchen er die dazugehörigen Artikel verfassen muss.

Bei der Arbeit nimmt er schnell die Hilfe seines neuen künstlichen Assistenten Herrn Josef Kwant an. Dieser versorgt ihn zu beinahe jeder Anfrage mit Bildern und Informationen. Nicht nur bei der Arbeit auch im Privatleben lässt sich Theo bei allem Möglichen von Herrn Kwant unterstützen. Großzügig füttert er ihn mit Daten, um Nutzen für sich zu ziehen, bis er schließlich seinen Job an Herrn Kwant verliert.  

Zudem erklärt ihm seine Frau, dass sie nur eine 11prozentige Übereinstimmung hätten und sie sich deshalb erneut auf die Suche nach einem neuen Mann begeben wird. Zu diesem Zeitpunkt versucht er noch auszusteigen, doch als Einzelner ist das unmöglich.  

Clemens Maria Riegler verkörpert die Rolle
des Theo mit Bravour, Sarah Sophie Mayer als Theos persönlicher Herr Kwant überzeugt
ebenfalls. Henriette Blumau glänzt in der Rolle der Anna, Theos Frau. Die
Kostüme von Aleksandra Kica geben dem Stück eine ganz besondere Note.

Die „Idiotie“ verwandelt sich in nur kurzer Zeit in eine „Dystopie“, alles im Zeichen der Datenverwaltung. Das Schauspiel zeigt auf eine recht simple Art wie wir mit dem Internet und all seinen Endgeräten umgehen. Diese Maschinen haben nur einen Zweck, nämlich das Sammeln von Daten, egal ob dies nun private oder öffentliche Momente sind.

Alles wird aufgezeichnet und gespeichert. Fraglich ist letztendlich immer nur, wie mit den gesammelten Daten umgegangen wird. Personalisierte Werbung ist für uns nichts Neues mehr, doch dies ist wahrscheinlich nur die harmloseste Auswertung von dem, was möglich ist.

Die Mitwisser | Österreichische Erstaufführung | Eine Idiotie von Philipp Löhle | Premiere im Schauspielhaus Graz Haus ZWEI am 15. Februar 2019 | REGIE: Felicitas Braun | BÜHNE: Timo Kriegstein | KOSTÜME: Aleksandra Kica | VIDEO: Moritz Grewenig | DRAMATURGIE: Jennifer Weiss | MIT: Henriette Blumenau, Mikhail Gusev, Fredrik Jan Hofmann, Sarah Sophia Meyer, Clemens Maria Riegler, Leontine Vaterodt, Hanh Mai Thi Tran | Fotos: Lupi Spuma

Infos zum Thema
Gläsern bis zum Zerspringen oder einfach pudelnackert >


statistik austria

Die Regierungen sammeln Daten und lassen sie auswerten, das ist nicht wirklich neu. Die Anfänge der Statistik Austria gehen auf Maria Theresia und Joseph II. zurück. Was liegt also näher als der türkis-blaue Wunsch, die zentrale Datenerfassung und deren Auswertung kontrollieren zu wollen.

Ich glaube nur an Statistiken, die ich selbst gefälscht habe.

anonym

Wissen ist Macht; heute besser: Daten sind Macht. Und die Gottobersten entscheiden dann so, wie es für das Volk am Besten ist. Das war wahrscheinlich immer schon so oder zumindest so ähnlich. Oder sie hätten es gerne, dass das Wahlvolk das glaubt. Wie sonst wäre beispielsweise der rote EU-Abgeordnete Eugen Freund 2014 auf ein geschätztes Arbeiterdurchschnittseinkommen von 3000€ gekommen.

Ich stehe Statistiken etwas skeptisch gegenüber. Denn laut Statistik haben ein Millionär und ein armer Kerl jeder eine halbe Million.

Theodore Roosevelt (1858 – 1919), 26. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Friedensnobelpreis 1906

Taktische Umfärbeleien sind im politischen Tagesgeschehen nicht wirklich neu. Das war schon immer so, warum sollte es bei der aktuellen Führungsriege anders sein. Bemerkenswert ist nur das gut ausgeprägte Kurzzeitgedächtnis und das offensichtlich fehlende Langzeitgedächtnis der abgedankten Akteure.


hauptstadt

Das Schauspielhaus Salzburg bringt Robert Menasses preisgekrönten Roman, ein satirisches Kaleidoskop der Europäischen Union, in der Inszenierung von Maya Fanke  auf die Bühne. Das „personalintensive Wimmelbild“, ein ironisch überspitztes Plädoyer für den europäischen Gedanken feierte am 7. Februar 2019 Premiere.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Die ehrgeizige Fenia Xenopoulou (Christiane Warnecke als „gepanzerte“ Karrierefrau) hat Wirtschaft studiert, doch nun ist sie bei der Generaldirektion „Kultur und Bildung“ gelandet, wo man nur wenig Anerkennung erhält.

Als
sie einen Festakt zum 50. Geburtstag der Europäischen Kommission ausrichten
soll, will sie mit einem „Big Jubilee Project“ das Bild der Kommission in der
Öffentlichkeit aufpolieren, den Vertrauensverlust stoppen und vor allem auf
sich selbst aufmerksam machen.

Sie
beauftragt ihren melancholischen Referenten Martin Susmann (Theo Helm), eine
Idee zu entwickeln. Dieser besucht zwecks Recherche Auschwitz, bekommt dank
eines Badges ein Aufenthaltsrecht und kehrt trotz warmer deutscher Unterwäsche schließlich
schwer erkältet zurück.

Schwierigkeiten
bereitet ihm auch sein Bruder (Simon Jaritz), ein österreichischer
Schweineproduzent und Präsident der „European Pig Producers“, der weitere Förderungen
verlangt, doch stattdessen eine lukrative Stilllegungsprämie erhält.

Der
renommierte österreichische Professor Alois Erhart, Emeritus der
Volkswirtschaft (Marcus Marotte), soll bei einem Thinktank mitarbeiten, der die
Union aus der Krise führen soll. Er hat zwar jede Menge Visionen, doch wird ihm
kein Gehör geschenkt.

Gegen das Mantra „Wachstum“ der übrigen Teilnehmer kann er sich vorerst nicht durchsetzen. Bülent Özdil, Olaf Salzer und Antony Connor ergänzen das Ensemble. Julia Gschnitzer schenkt ihre Stimme dem in einem Altenheim dahin dämmernden David de Vried, der dank eines Sprungs von einem Deportationszug den Holocaust überlebt hat.

Warum darf Kommissar Émile Brunfault (Harald Fröhlich) in einem Mordfall nicht weiter ermitteln? Wer kennt das Schwein, das plötzlich in Brüssel herum marschiert? Wieso existiert keine Liste noch lebender Shoah-Opfer? Fragen über Fragen, die nicht leicht zu beantworten sind.

Robert
Menasse hat vier Jahre in Brüssel gelebt, die Menschen und Beamten der
EU-Administration studiert und einen spannenden, sehr ironischen, europäischen
Roman geschrieben, für den er 2017 den Deutschen Buchpreis erhielt.

Der Roman wurde rasch für die Bühne
bearbeitet und jetzt von Maya Fanke im Schauspielhaus Salzburg mit einem großen
Ensemble in Szene gesetzt. Sie schafft es, die vielen unterschiedlichen
Handlungsstränge zu verbinden und die Figuren in kleinen Episoden lebendig
werden zu lassen. Hilfreich erweisen sich dabei die Erklärungen des Schweins,
hinter dessen Maske sich Ulrike Arp verbirgt.

Ein Abend, der den Zustand Europas
satirisch und humorvoll beleuchtet und auch politisch weniger interessiertes
Publikum zu unterhalten versteht.

„Die Hauptstadt“ von Robert Menasse. Regie: Maya Fanke, Ausstattung und Video: Martin Hickmann. Musik: Philip Huemer. Mit: Theo Helm, Christiane Warnecke, Marcus Marotte, Harald Fröhlich, Antony Connor, Bülent Özdil, Simon Jaritz, Olaf Salzer, Ulrike Arp, Julia Gschnitzer. Fotos: Jan Friese/ Schauspielhaus


Gervasi Haus

Am Rande von Bürmoos dämmert ein altes Haus an einem Waldrand dem Verfall entgegen. Es steht seit fast vierzig Jahren leer und hat eine für Bürmoos lange Geschichte. Die einstigen Bewohner starben nach und nach, als letzte Bewohnerin Anna Gervasi im Jahr 1980.

Wolfgang Bauer

Von Wolfgang Bauer

Das um 1890 von unbekannten Maurern erbaute Haus, dem Baustil nach wahrscheinlich Italienern, wurde 1896 von dem aus Nimis in Norditalien stammenden Anton Gervasi (Antonio Davide Gervasi 1856 – 1928) zusammen mit einem größeren Grundstück erworben. Dieses Grundstück lag genau an der Grenze der Katastralgemeinde Lamprechtshausen zu St. Georgen, die mitten durch den Ort Bürmoos verläuft. Das Gervasihaus ist wohl das älteste, original erhalten gebliebene Einfamilienhaus in Bürmoos und eines der am besten dokumentierten.

Kurz nach dem Kauf des Hauses 1896 wurde die Lokalbahn nach Salzburg gebaut, die das Grundstück durchschnitt. Jenen Teil des Grundes, der jetzt auf der anderen Seite der Bahn lag, kaufte der Glasfabriksbesitzer Ignaz Glaser, der dort eine Ziegelei mit Bahnanschluß errichten wollte. Für die Kaufsummen von Bahn und Fabriksherr konnte Gervasi den aufgenommenen Kredit rasch zurückzahlen. S

Das Gervasi-Haus

Anton Gervasi war in jungen Jahren wie viele Andere ins Innviertel gekommen, um hier als Torfstecher oder Ziegelschlager zu arbeiten. Bei uns wurde der Name übrigens immer so ausgesprochen, wie er geschrieben wird, während die korrekte Aussprache Dschervasi wäre.

Zuerst arbeitete er beim Gut Ibm (Gemeinde Eggelsberg), kam dann 1888 oder 1889 nach Bürmoos. Die zweite Tochter Angela ist im Februar 1888 noch in Ibm geboren, die dritte Tochter Ottilia im Dezember 1889 bereits in Bürmoos. Bei der Geburt der ersten Tochter Amalia war die Mutter Ottilia Stachl übrigens erst knapp 17 Jahre alt. Bei der Hochzeit sechs Monate später wurde das Kind legalisiert. Dies dürfte auch der Grund gewesen sein, dass ein italienischer Saisonarbeiter die Chance erhielt, die Tochter eines einheimischen Tischlers und Häuslers zu heiraten. Solche Mischehen waren äußerst selten.

Das Ehepaar Ottilia Stachl aus Ibm, Gemeinde Eggelsberg und der italienische Gastarbeiter Anton Gervasi. Die 17-jährige Braut hatte bei der Hochzeit bereits eine 6 Monate alte Tochter.

In Bürmoos arbeitete Gervasi als Agent
für die Anwerbung italienischer Torfstecher, als deren Dolmetsch und
auch als Vertreter der Bürmooser Glaserzeugnisse in Italien.

Anton Gervasi war lange im Dienst des
Glasfabriksbesitzers, der auch die Ziegelei, je eine Landwirtschaft
in Bürmoos und Ibm und ab 1901 eine zweite Glashütte in Hackenbuch
betrieb. Von seinen sechs Kindern verliert sich die Spur der ältesten
Tochter bald, der Sohn kehrt in die Heimat der Väter in Italien
zurück und die anderen vier Töchter leben bis zur Hochzeit oder bis
an ihr Lebensende in dem Haus in Bürmoos. Gervasi erhielt, ebenso
wie die vier hier lebenden Töchter, 1925 die österreichische
Staatsbürgerschaft.

Die jüngste Tochter Anna (1904 – 1980) besuchte die Frauengewerbeschule für Weißnähen und Kleidermachen in Salzburg. Sie war recht hübsch und hatte in ihrer Jugendzeit eine Menge Verehrer, wie zahlreiche Briefe beweisen. Sie blieb jedoch unverheiratet. Mit dem legendären Bürmooser Pater Felix (Bruno Osendorfer) hatte sie bis zu seinem Tod im Jahr 1971 Kontakt. Ein anderer guter Bekannter von ihr war Dr. Emil Sprenger, Gemeindearzt in Lamprechtshausen, der eine undurchsichtige Rolle im Hintergrund beim Naziputsch 1934 in Lamprechtshausen spielte. Er kam nach dem Krieg in ein Umerziehungslager für Nazis in Bayern, arbeitete später aber als Regierungs-Medizinaldirektor auf der deutschen Insel Fehmarn und starb 1976. Auch mit ihm hatte sie bis zu dessen Tod Kontakt.

Anna Gervasi mit 15 Jahren.  Sie war die jüngste der Schwestern  und hatte auch die beste Ausbildung.
Anna Gervasi mit 15 Jahren. Sie war die jüngste der Schwestern und hatte auch die beste Ausbildung.

Bei den Vorbereitungsarbeiten des
Vereins Geschichte für die Errichtung eines Museums stießen wir im
Jahr 2008 auf dieses Haus. (Das Torf- Glas- Ziegelmuseum in Bürmoos
wurde 2013 eingeweiht). Nach vielen Anrufen und Schreiben gelang es
mir schließlich, von der damaligen Besitzerin, die mit den Gervasi
weder verwandt noch verschwägert war, die Erlaubnis zum Verwerten
des Inventars und aller sonstigen vorgefundenen Sachen zu erhalten –
betreten des Hauses aber auf eigene Gefahr. Ein Glücksfall für uns.
Endlich gelang es, ein Haus zu dokumentieren, ohne daß bereits die
Abrissbagger vor der Türe warteten.

Der Aufwand für die Erlaubnis zur Verwertung hat sich gelohnt! In einer kleinen Gruppe oder von mir allein wurde das Haus dokumentiert, vermessen, fotografiert, die für unseren Verein interessanten Sachen ausgelagert.

Mein Hauptaugenmerk dabei galt vor allem den schriftlichen Sachen, die wild zerstreut im ganzen Haus herumlagen. Manches verstaubt und verdreckt am Boden, vieles im Erdgeschoß war feucht, manches auch in Zeitschriften eingelegt, die dutzendweise herumlagen. Diese letztere Art der Lagerung hat wohl auch so manches Dokument vor Zerstörung oder Diebstahl gerettet, denn in den vielen Jahren, seit das Haus leerstand, haben sich nicht nur Jugendliche darin aufgehalten, sondern sich auch andere „Liebhaber“ alter Sachen reichlich bedient. Das Inventar war wild durcheinander geworfen und bedeckte den Boden teilweise meterhoch.

Ein Teil der ehemaligen Küche. Die Arbeit war nur mit Handschuhen und teilweise mit Atemmaske durchführbar.

Was aber kam da alles zum Vorschein,
nachdem ich die Papiere gereinigt, getrocknet und sortiert hatte: Ein
Stammbaum zurück bis 1770, Reisepässe, Schulzeugnisse, Dokumente,
persönliche Briefe – teilweise in Italienisch, Rechnungen, Fotos,
Testamente…

Auch einfache Möbelstücke und altes
Geschirr waren vorhanden, die wir gut für die Darstellung einer
Arbeiterwohnung im Museum brauchen konnten. Fotoalben und Porzellan
waren aber nicht mehr auffindbar.

Nun steht dieses Relikt einer längst
untergegangenen Ära der Bürmooser Geschichte seit fast vierzig
Jahren leer. Undenkbar heute, dass so viele Leute in einem Haus
gewohnt haben, das kein Badezimmer und nur ein jeweils außenliegendes
WC und ein Plumpsklo hatte. Gebaut war es aber stabil. In den
Fenstern waren noch einige mundgeblasene Scheiben der 1930 in Konkurs
gegangenen Glashütte und auf dem Dach Schindeln des 1927 ebenfalls
in Konkurs gegangenen Ringofens (Ziegelei) des Hermann Glaser.

Auch den gewaltigen Hagelsturm aus dem Jahr 2009 überstand das Haus ohne gravierende Schäden. Schlimmer ist der feuchte Untergrund. Im Brunneschacht des Gartens steht das Grundwaser bis einem Meter unter der Erdoberfläche. Der Abfluß des Bürmooser Sees und der Bahn rinnt nahe an dem Haus vorbei zum Pladenbach. Der See, bei den alten Bürmoosern noch immer „Loamgruabm“ genannt, entstand durch die Lehmentnahme für die nahegelegene Ziegelei.

Der Gang im Erdgeschoß. Ein mutwillig 
herbeigeführter Wasserschaden durch 
ungebetene Besucher ließ die Treppe 
ins OG abfaulen.
Der Gang im Erdgeschoß. Ein mutwillig herbeigeführter Wasserschaden durch ungebetene Besucher ließ die Treppe ins OG abfaulen.

Den heutigen Zustand des Hauses könnte
man mit dem Spruch von Karl Valentin beschreiben: „Die Zukunft war
früher auch besser“. Eine wackelige Außentreppe, morsche
Tramdecken mit wurmstichigen Bodenbrettern, eine abgefaulte Stiege
innen, Glassplitter überall und im Hof ein nicht abgedeckter Brunnen
sollte eigentlich Unbefugte vom Besuch abhalten.

In der Erbauungszeit des Hauses lebten
in der Industriesiedlung Bürmoos im Winter nur einige hundert Leute,
hauptsächlich Glasarbeiter mit ihren Familien. Im Sommer stieg die
Zahl durch saisonal beschäftigte Torfstecher, Ziegelarbeiter und
Hopfenpflücker auf bis zu tausend Personen. Heute leben hier rund
5000 Einwohner auf gleichem Raum problemlos zusammen. 650 davon sind
Ausländer aus 50 Nationen und aus allen fünf Erdteilen, wobei sich
die 210 Deutschen ja nur durch die gleiche Sprache unterscheiden.

Weiterführende Infos zur Geschichte von Bürmoos:
(Restexemplare beim Autor erhältlich: wolfgang1.bauer@aon.at )

Damit es nicht verlorengeht. Band 3 – fast vergessen.“ handeln die Seiten 103 bis 202 von diesem Thema (Antonio Davide Gervasi – Agent aus Trient). 263 S, 2012, € 12.–

Mitten unterm Gulaschkochen – heitere und besinnliche Gedichte von Pater Felix Osendorfer“. Mit Kurzbiographie. 92 S, 2012, € 7.–


Blumen zum Valrentinstag

Der depperte Valentinstag geht ma auf die Nervn!
Überall wost hinschaust – Blumen …. tztztz .. (Honzi)


Paul Grote | Foto: dtv/ Thomas Räse

Paul Grote - Pnot Grigio stand nicht im Testament

Autor: Paul Grote
Titel: Pinot Grigio stand nicht im Testament
          Kriminalroman
ISBN: 978-3-4232-1740-8
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co KG

Klappentext:

„Kommen Sie zu uns nach Südtirol!“ Mit diesen Worten lädt Winzer Werner Kannegießer den Fotografen Frank Gatow auf sein Weingut ein.

Doch als der Hamburger in Südtirol eintrifft, um Weinberge und modernste Kellereien zu fotografieren, ist der Winzer tot.

Er soll beim Tauchen in der Karibik ertrunken sein. „Angeblich“, wie seine Tochter Theresa meint. Sie bezweifelt die Version vom Herzinfarkt unter Wasser. Aber ihr fehlt jeglicher Beweis. Und für einen Mord im Ausland sind die Bozener Carabinieri nicht zuständig.

Erst auf Theresas Drängen hin stellt Gatow halbherzig Ermittlungen an. Schon bald stolpert er über zahlreiche Ungereimtheiten, und auf einmal scheint ihm der Mordverdacht gar nicht mehr so abwegig.

Doch dann begeht er einen folgenschweren Fehler…

Rezension von Rebecca Schönleitner

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Der
12. Band der Krimireihe von Paul Grote ist auch diesmal eine Lektüre für Weinliebhaber.
(Ich habe inzwischen alle Bände zu Hause und genieße es!) Durch das ganze Buch zieht
sich ein roter Faden – Der Wein. Wer sich dafür interessiert – und das tue ich
persönlich – erhält sehr viele Informationen zum Weinbau, Weinsorten,
Beschaffenheit der Böden und vieles mehr rund um den Südtiroler Wein. Auch
geschichtlich ist das Buch sehr informativ und hochinteressant.

Zum Krimi selbst:
Der Fotograf Frank Gatow kann es nicht sein lassen und ermittelt in dem Fall Werner Kannegießer. Theresa, Kannegießers Tochter aus zweiter Ehe kann an keinen Unfall glauben und bittet Gatow um Hilfe. Das Fazit dieses sehr gut und fesselnd geschriebenen Krimis ist: Wenns ums Geld geht dann ist es egal, ob Familie, Freundschaft oder sonstige Verbindungen bestehen. Die Gier zerstört einfach alles.
Sehr empfehlenswert.


mehrstimming in der Berchtoldvilla

Die Berufsvereinigung Bildender Künstler Österreichs – Landesverband Salzburg präsentiert noch bis 18. Februar 2019 die neuen Mitglieder in der Salzburger Berchtoldvilla im Nonntal.

Neue Mitglieder
Vlnr.: Monika Schwingenheuer, Stephan Unterberger, Eva Baker, Bernhard Stimpf-Abele, art-bv Präsidentin Mag. art. Claudia Defrancesco, Thomas Selinger, Bernhard Skok. (Nicht am Bild: Rupert Gredler)

Bei einer Führung durch die Ausstellung am 9. Februar, erläuterten die anwesenden Künstler eindrucksvoll ihre Gedanken und Ideen zu den Werken.

Begeistert hat die bunte Vielfalt der ausgestellten Arbeiten. Die Bilder sind noch bis Ende Februar zu sehen, ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall!

Thomas Selinger – Erdgeschoß – Foyer

Monika Schwingenheuer – 1. OG Süden

Rupert Gredler – 1. OG Hauptraum

Stephan Unterberger – 1. OG Weißer Raum

Eva Baker – 1. OG Karl Weiser Raum

Bernhard Stimpfl-Abele – 1. OG Alleeraum

Bernhard Skok – Dachgeschoss – Hauptraum


ödön von horvath geschichten aus dem wienerwald

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Ödön von Horváths Volksstück setzt sich kritisch mit der kleinbürgerlichen Gesellschaft zur Zeit der Weltwirtschaftskrise vor Beginn des 2. Weltkrieges auseinander. Es demaskiert die Wiener Gemütlichkeit und stellt deren Verlogenheit zur Schau. Die bitterböse Tragikomödie feierte am 2. Februar 2019 in der Inszenierung von Carl Philip von Maldeghem im Salzburger Landestheater Premiere.

Marianne, die Tochter des Zauberkönigs soll aus wirtschaftlichen Gründen den biederen Fleischhauer Oskar heiraten. Bei der Verlobungsfeier an der Donau lernt sie den charmanten Hallodri Alfred kennen und „er schlägt wie ein Blitz in sie ein“. Als sie Oskar seinen Ring zurück gibt, wird sie von ihrem hartherzigen Vater verstoßen. Ein Jahr später sitzt Marianne mit einem Kind und einem unzufriedenen, frustrierten Mann in einer kleinen, schäbigen Wohnung und weiß nicht, wie es weiter gehen soll. Um finanziell über die Runden zu kommen, vertraut sie ihr Kind, den kleinen Leopold, Alfreds Mutter und Großmutter in der Wachau an. Sie versucht mit ihrem Hobby der „Rhythmischer Gymnastik“ Geld zu verdienen, landet jedoch in einem zwielichtigen Etablissement. Dort wird sie zu Unrecht des Diebstahls bezichtigt und kommt ins Gefängnis. Der treue Oskar jedoch wartet nach wie vor auf sie. Mit seiner Drohung „Du wirst meiner Liebe nicht entgehen.“ sollte er Recht behalten.

Eine riesige, drehbare, weiß verflieste Mauer, die an ein Schlachthaus denken lässt, ermöglicht die im Stück geforderten vielen Ortswechsel. Passende Requisiten und stimmige Beleuchtung lassen die sterile Mauer vergessen und das Publikum in die Trostlosigkeit der stillen Straße im 8. Bezirk eintauchen und die gute Luft in der Wachau erahnen. (Bühne und Kostüme: Stephanie Seitz)

Marianne (Nikola Rudle) hat wirklich kein Glück mit den Männern. Erst wird sie von ihrem herrischen Vater (Walter Sachers) wie eine Dienstmagd behandelt, ein Jahr später von dem gar nicht mehr charmanten Alfred (Sascha Oskar Weis) brutal herumkommandiert. Für diesen Strizzi hat die Trafikantin (Britta Bayer) jede Menge Schimpfwörter parat, hat er sie doch wegen der lieben Marianne verlassen. Sie tröstet sich aber ziemlich schnell mit einem deutschen Jungnazi, dem strammen Studenten Erich (Gregor Schulz). Beim Heurigen schmettert die windige Gesellschaft gemeinsam mit einem skurrilen Mister, einen in Amerika reich gewordenen Wiener (Franz Supper), mit Inbrunst und der nötigen Lautstärke Wienerlieder. In der Wachau leben Alfreds Mutter (Eva Christine Just) und die bösartige Großmutter (Janina Raspe als Madonnenfigur), die den kleinen Leopold zu Tode pflegt.

Ein Theaterabend an dem in der Inszenierung
von Carl Philip von Maldeghem von der heilen Familienidylle nichts mehr übrig
bleibt. Mariannes naiver Emanzipationsversuch scheitert kläglich, jetzt
erwartet sie eine trostlose Ehe mit einem ungeliebten, zur Brutalität neigenden
Mann. Liebliche Walzerklänge, Horváths eigenwillige Sprache, eine Zersetzung
von Dialekten, und der vom Autor geforderten „Stille“, machen die trieftraurige
Geschichte leichter erträglich. Nach wie vor ein hochaktuelles Stück, für das
der 30-jährige Horváth noch vor der Uraufführung 1931 in Berlin auf Vorschlag
Carl Zuckmayers den Kleist-Preis erhielt.

„Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horváth. Inszenierung: Carl Philip von Madeghem. Bühne und Kostüme: Stephanie Seitz. Licht: Richard Schlager. Mit: Sascha Oskar Weis, Eva Christine Just, Janina Raspe, Britta Bayer, Christoph Wieschke, Lara Horvath/Muriel Glage, Tim Oberließen, Nikola Rudle, Walter Sachers, Gregor Schulz, Marco Dott, Franz Supper. Fotos: SLT/ © Anna-Maria Löffelberger


Voggenhuber goes EU

Das Salzburger Urgestein steigt neuerlich in den politischen Ring. Seite an Seite mit dem Exgrünen und JETZT Parteigründer Peter Pilz. Johannes Voggenhuber: “Die Grünen, die wir gegründet haben, existieren nicht mehr.” Seiner Kanditatur bei den kommenden EU-Wahlen steht damit nichts mehr im Weg.

Lang ist´s her, als man in der Hainburger Au den Zusammenschluss der unterschiedlichen Grüngruppen und Linksparteien für eine gemeinsame Kandidatur für den Nationalrat zustande brachte. Die gemeinsame Zeit ist vorbei. Die Grünen hat es an den alten Nahtstellen zerrissen. Die Nahtstellen zwischen Grünfundis und Linkslinken haben nicht gehalten.

Die Selbstdemontage der Grünen geht offensichtlich weiter. Schade eigentlich, eine starke grüne Kraft wäre in der heutigen Zeit schon sehr wichtig. Willkommen im Land der Lodenzwerge und Giftpilze.


Hannelore Hippe | Foto: dtv/ © Heike Bogenberg

Hannelore Hippe

Autorin: Hannelore Hippe
Titel: Die verlorenen Töchter
ISBN: 978-3-4232-6205-7
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG

Klappentext:
„Was an meinem Leben ist wirklich und was nicht?“

Im Sommer 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, bringt Åse Evensen im norwegischen Tromsø ihre Tochter Katrine zur Welt. Åse gilt als „Tysketøser“ als „Deutschenflittchen“, weil sie sich mit einem deutschen Besatzungssoldaten einließ. Sie muss deshalb in ein Straflager, und Katrine wächst unter anderem Namen in einem ostdeutschen Waisenhaus auf. Erst als Erwachsene erfährt sie die Wahrheit über ihre Herkunft.
Als Katrine sich auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter macht, ahnt sie nicht in welche Gefahr sie sich damit begibt….

Rezension von Rebecca Schönleitner

Dieser
Roman, in dem ein trauriges Kapitel der norwegischen Geschichte aufgearbeitet
wird, berührt und fesselt gleichermaßen.

Die
unschuldige Åse,
aufgewachsen im hintersten Eck Norwegens wird 1942 von ihrem Bruder in die Stadt
gebracht um für die Deutschen zu arbeiten.

Åse ist einsam und lernt einen
sehr netten, liebevollen deutschen Soldaten kennen und lieben. Alles muss im
Geheimen passieren, es ist gefährlich sich mit einem Deutschen einzulassen.
Kurz vor Kriegsende wird ihr Geliebter an die Ostfront versetzt und Åse erkennt
dass sie ein Baby erwartet.

Hier
kommt ein Teil der norwegischen Geschichte zum Tragen. Frauen, die sich mit
Deutschen eingelassen hatten, wurden die Kinder weggenommen und sie selbst in
Straflager gebracht.

Die
verzweifelte Åse
versucht nach ihrer Entlassung aus dem Lager ihr Kind wieder zu finden und die
Geschichte beginnt ihren traurigen Weg.

Ich
habe das Buch in einem Zug durchgelesen, es ist so unendlich traurig und
berührend, meine Recherchen über den geschichtlichen Hintergrund machten mich
fassungslos und zornig.

Unbedingt
lesen!!!


China Schwein

Heute hat im Chinesischen Mondjahr das “Jahr des Schweines” begonnen. Es sollte besonders für alle “Schweine” ein gutes Jahr werden, mit Glück und Erfolg auf allen Ebenen.

Das Schwein symbolisiert Glück, Reichtum und Zufriedenheit. Freilich ist es so, wie bei allen Horoskopen, hundertprozentige Garantien gibt es nicht.


Untereching - St. Georgen | © 2019 Karl Traintinger, Dorfbild

Das Dorfradio streamen

Ab sofort kann man das Dorfradio über die CBA streamen. Zum Stream >

ON AIR auf der Radiofabrik

Die Februarsendung wird am 4. 2. 2019 von 17-18 Uhr auf der Radiofabrik ausgestrahlt. Wiederholungen: Dienstag, 5. 2. 2019 um 8 Uhr und Sonntag, 17. 2. 2019 um 20 Uhr.

Folgende Beiträge haben wir für Sie vorbereitet:

Rebecca Schönleitner präsentiert das Buch: “Wie ich mich auf einer Parkbank in einen bärtigen Mann mit sehr braunen Augen verliebte”. Es ist dies eine autobiographische Geschichte der schwedischen Autorin Emmy Abrahamson.

Die Laufener Autorin Heidi Merkel liest eine Kurzgeschichte rund um einen Kauf eines Büstenhalters.

Susanna Ihninger-Lehnfeld beschreibt das bäuerliche Leben im 18.
Jahrhundert, wie es im Freilichtmuseum in Großgmain dargestellt ist.

Zwo, zwe, zo – unser Streifzug durch den Flachgauer Dialekt beendet das heutige Programm. Es geht um geographische Richtungsangaben und um das Brautwerben.

Musikplaylist:

I´ve Got You Under My Skin © Polizeiorchester Bayern & Johann Mösenbichler
Everybody Loves Somebody © Frank Sinatra
Unforgettable © Natalie Cole & Nat King Cole
Somethin´Stupid ©Frank Sinatra & Nancy Sinatra
When Buddha Smiles ©Benny Goodman
Schabernack ©Misthaufen
Petite Boutique ©Quartett Fesch & Resch
Tango Diatonique ©Quartett Fesch & Resch
Dixieland Auf Bergeshöhn (Potpourri) ©Farmer´s Dixieland
Summertime ©Miles Davis
Satin Doll ©Duke Ellington
Girl Talk © Neal Hefti Chorus & Orchestra

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