„Monty Python’s Spamalot“ – Gags, Gags, Gags

Großen Jubel gab es am 18. September 2016 im Salzburger Landestheater bei der Premiere von „Spamalot“, dem mit drei Tony Awards ausgezeichneten Musical von Eric Idle und John Du Prez. Der schräge, anarchische Humor der britischen Komikertruppe Monty Python sorgte für beste Stimmung. Für die mitreißende Musicalversion des Kultfilms „Die Ritter der Kokosnuss“ gab es Standing Ovations.

elipi_aVon Elisabeth Pichler

Im Jahre 932 wüten neben Pest und Cholera auch Angelsachsen und Franzosen in Britannien. In dieser dunklen, ungehobelten Epoche zieht König Artus, von der Fee aus dem See mit dem Schwert Excalibur versehen, durch die Lande, um edle Ritter um sich zu scharen. Er rekrutiert eine bunte Truppe schräger Vögel und feiert mit ihnen auf Schloss Camelot rauschende Feste. Ein göttlicher Auftrag macht dem munteren Treiben ein Ende. Die Suche nach dem Heiligen Gral erweist sich als ziemlich gefährlich. In den Wäldern warten nicht nur freche, bösartige französische Raufbolde, auch ein schwarzer Ritter, der Ritterfürst vom Ni, der Zauberer Tim sowie ein grausames, mörderisches Kaninchen machen ihnen das Leben schwer. Wird es der Bruderschaft der sagenhaften Ritter der Tafelrunde wohl gelingen, den edlen Becher zu finden?

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Gleich zu Beginn tauchen aus dem Orchestergraben tanzwütige Finnen mit Wikingerhelmen auf. Nach dem Zuruf „Wir sind in Britannien!“ wechseln die Tänzer blitzschnell ihre Kostüme. Das Umkleiden dürfte hinter den Kulissen für einigen Wirbel sorgen, denn außer König Artus und der Fee aus dem See sind die Ritter in den unterschiedlichsten Rollen und Masken im Einsatz. Sascha Oskar Weis etwa schwingt als Sir Lancelot das Schwert, verhöhnt und verspottet als Franzose die Briten, muss sich als schwarzer Ritter von seinen Gliedmaßen verabschieden und als Zauberer Tim durch die Lüfte schweben. Axel Meinhardt kämpft als Sir Bedevere, hat aber auch als Dennis Galahads Mutter und kokosnussklapperndes Pferd bemerkenswerte Auftritte. Marc Seitz als tanzwütiger Sir Robin und Julian Looman als eitler, unwahrscheinlich schöner Sir Dennis Galahad ergänzen die skurrile Truppe der Ritter. Marco Dott darf als Historiker, noch-nicht-toter Fred, französische Wache, fahrender Sänger, Bruder Maynard und sensibler Prinz Herbert all seine Talente unter Beweis stellen.

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Uwe Kröger schreitet als König Artus würdevoll durch all das Chaos und verliert seinen Auftrag nie aus den Augen. Fast vergisst er dabei die Frau, der er alles zu verdanken hat. In der Rolle der Fee aus dem See weiß sich Pia Douwes aber stimmgewaltig in Erinnerung zu rufen. Elliott Carlton Hines hat in der „tragenden“ Rolle des Dieners wenig zu lachen, beeindruckt aber stimmlich. Das Schauspielensemble wird durch ein sechsköpfiges Musical-Ensemble unterstützt. Wenn gleichzeitig auch noch der Chor des Salzburger Landestheaters auftritt, wird es eng auf der Bühne, obwohl sich das beschwingt aufspielende Mozarteumorchester hinter einer Burgmauer versteckt.

Regisseur Andreas Gergen hat das total verrückte, absurde Musical mit viel Witz in Szene gesetzt. Kim Duddy sind die schwungvollen Choreographien zu verdanken und Conny Lüders  die bunten, phantasievollen Kostüme. Schauspieler, Tänzer und Sänger bieten eine absolut sehenswerte, spektakuläre Show, die dem Salzburger Landestheater garantiert ein volles Haus bescheren wird.

„Monty Python’s Spamalot“ – Ein neues Musical, entstanden durch liebevolles Fleddern des Monty Python Films „Die Ritter der Kokosnuss“. Buch & Liedtexte von Eric Idle. Musik von John Du Prez & Eric Idle. Deutsch von Daniel Große Boymann. Musikalische Leitung: Peter Ewaldt. Inszenierung: Andreas Gergen. Choreographie: Kim Duddy. Bühne: Court Watson. Kostüme: Conny Lüders. Mit: Uwe Kröger, Pia Douwes, Marc Seitz, Sascha Oskar Weis, Elliott Carlton Hines, Julian Loomann, Axel Meinhardt, Marco Dott. Musical-Ensemble: Elisa Afie Agbaglah, Anastasia Bertinshaw, Hanna Kastner, Tobias Brünner, Oliver Mülich, Philipp Andreas Sievers. Mozarteumorchester Salzburg. Chor des Salzburger Landestheater.

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