München im Oktober ohne Fest und Wies´n

München, Haus der KunstBildausschnitt Frank Bowlin. Alle Fotos: Karl Traintinger

Die Hauptstadt des Freistaates Bayern hat weit mehr zu bieten, als das bierselige Oktoberfest. An einem Herbstwochenende nahm ich mir die Zeit, zu einem kleinen kulturellen Stadtspaziergang in der Millionenmetropole.

Dr. Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Angereist mit der Bahn und nach dem Einchecken in ein Hotel am Bahnhof war der erste Weg zur Neuen Pinakothek. Diese Galerie zeigt Kunst des 19. Jahrhunderts, mit vielen prominenten Namen: Edgar Degas, Carl Spitzweg, Édouard Manet, Claude Monet, Caspar David Friedrich, um nur einige zu nennen. Es ist immer wieder beeindruckend, die weltberühmten Werk im Original zu sehen.

Der kulinarische Höhepunkt am Abend war ein Besuch im Spatenhaus an der Oper. Das Essen war nicht billig, aber jeden einzelnen Cent wert. Die gefüllte Kalbsbrust war einfach sensationell. Die Pointe am Rand, der urbayrische Kellner stammte aus Oberösterreich, wie man an seinem Dialekt sofort hören konnte.

München Neue Pinakothek

Am Sonntag besuchte ich drei Ausstellungen im Haus der Kunst. Beeindruckend waren die großformatigen Arbeiten des aus  BarticaGuyana stammenden Malers Frank Bowling. Der 1936 geborene Künstler, der in England und New York lebt, zählt zu den Meistern des abstrakten Expressionismus und der Farbfeldmalerei.

Dem deutschen Fotografen Thomas Struth ist eine große Ausstellung gewidmet. Der zur Düsseldorfer Photoschule zählende Struth hat sich in den 1970er und 1980er Jahren mit seinen Serien Unbewusste Orte und Porträts durchgesetzt. Typisch für den Fotografen sind seine Arbeiten mit Großformatkameras. Leider durfte in diesem Ausstellungsbereich nicht fotografiert werden.

Im ehemaligen Luftschutzkeller ist in 14 kabinettartigen Räumen Film- und Medienkunst aus der umfangreichen Sammlung von Ingvild Goetz zu sehen. Dieser, nur von außen zugängige Bereich, ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Das Mittagessen in der “Goldenen Bar” im Haus der Kunst war mit einer Portion Münchner Weißwürste mit Breze höchsterfreulich. Bei einem Besuch im Haus der Kunst sollte man wenigstens auf ein kleines schwarzes Heißgetränk dort vorbeischauen, es lohnt sich!

Nach dem kulturellen ging es zum Sport. Im angrenzenden Englischen Garten kann man den Eisbach-Surfern bei der Arbeit zuschauen. Das Reiten auf der Eisbachwelle verlangt Geschick und Können. Damit die Surfbretter nach dem finalen Sturz nicht abtreiben, sind sie mit einem Seil an einem Bein gesichert. Absolut sehenswert.

Nach einem Spaziergang durch den Englischen Garten zum Odeonsplatz und einem kleinen Abstecher in ein Kaffeehaus ging es mit dem Zug wieder zürück nach Salzburg. Es war ein schönes Wochenende, das in ähnlicher Weise sicherlich wiederholt werden wird und jedermann/ -frau empfohlen werden kann.

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