O Tannenbaum

Christbaum 2018

Was wäre Weihnachten ohne geschmückten Christbaum? Die Zeit, als man schnell einmal eine Fichte im Wald holte, ist schon lange vorbei. Die wenigsten Österreicher sind Waldbesitzer und können das legal tun. Mit oder ohne traditionellem Schnaps beim Abschneiden.

Etwa 2,8 Mio Christbäume (abgesehen von den Plastiknachbauten) kommen in den heimischen Handel, 90% davon stammen aus Österreich. Es werden in diesem Zusammenhang etwa 22 mio € umgesetzt und an die 1000 Arbeitsplätze gesichert.

Gefragt ist nicht die heimische Fichte oder Weißtanne, sondern die Nordmanntanne. Idealerweise ist sie etwa 2,5 m hoch, hat eine schöne Kegelform, einen geraden Wipfel, gleichmäßig ausgebildete Astreihen und viele schöne dunkelgrüne Nadeln.

Genau so, wie sie eigentlich nicht wachsen, sollen sie sein. Damit es aber doch geht, bekommen die Bäumchen in den 10 Jahren, die sie zum Wachsen brauchen allerlei Hilfsmittel verabreicht. Das reicht vom Spezialdünger, über Pflanzenschutzmittel bis hin zu einem das Wachstum hemmenden Phytohormon. Selbst Glyphosat zum Vernichten des Budenwuchses unter den Zweigen ist ein Thema. Ein Großteil der Samen für die Setzlinge kommen aus 2000 hohen Regionen in Georgien. Das ist nicht ganz unproblematisch, denn diese Pflanzen finden in unseren Breiten ganz andere Wachstumbedingungen vor.

Langfristig sollte BIO auch bei Christbäumen zum Thema werden.

Christbäume werden zwar nicht gegessen, die Produktion nach BIO Standards wäre aber schon ein Thema. Da ist beispielsweise Glyphosat ganz einfach verboten. Das Gras unter den Bäumchen muss händisch gemäht werden. Alternativ können diese Arbeit auch die Shropshire-Schafe erledigen.

Mein Tipp für die Zukunft: Produktionsweise nachfragen und BIO-Christbäume kaufen!

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Über den Autor

Thomas Selinger (Cartoon) und Karl Traintinger (Text)
Cartoon: Thomas Selinger Text: Karl Traintinger

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