„Austropopo“ – Weil’s (ned) wurscht is

kollektiv KOLLINSKI

Endlich darf das Küstlerkollektiv Kollinski von Susanne Lipinski wieder live performen. Vier  Power-Frauen feierten daher am 5. Juli 2021 mit der humorvollen, gesellschaftskritischen Produktion „Austropopo“ in der ARGEkultur eine Premiere, die eigentlich schon am 14. Jänner hätte stattfinden sollen. Die unterhaltsame Mischung aus Kochshow, Performance und viel Musik kam beim Publikum bestens an.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Vier Kochstellen sind rund um eine kleine Drehbühne aufgebaut. Hier rotiert ein kopfloser, weißer Sack mit riesiger Krawatte, der erst zum Finale der Performance seinen nicht uninteressanten Inhalt preisgibt. Erst wird aber fleißig gekocht. Palatschinken, Mixgetränk, Sauerkraut und selbstgemachte Wurst soll es geben. Genüsslich zählen die Damen in ihren grandiosen Petticoat-Kleidern aus den 50er Jahren ihre Fähigkeiten auf: „garen“, „rösten“, „kochen“, „frittieren“, „blanchieren“, „anbraten“ und „grillen“, hauchen sie mit sinnlicher Stimme. Kochen kann wohl sehr erotisch sein. Dazu kommt noch, dass den taffen Damen „Bio“ nicht reicht, sie machen scheinbar alles selber. Da gibt es „selbst geschossene, selbst hergestellte finnische Rentierwurst“ oder „selbst gefangene Forellen aus dem selbst ausgegrabenen Teich,im selbst angelegten Garten“.

Erschöpft von so viel Kocherei kommt musikalisch nun ein Mann ins Spiel. Es ist Hermann, der allerdings wenig schmeichelhaft mit einem Germteig verglichen wird. Wer aber wird die Kochshow gewinnen? Sie sind doch alle Profis, denn sie lieben es zu kochen, zu putzen und natürlich mit den Kindern zu spielen. Leider kann da die junge Viktoria nicht mitreden, denn sie hat noch keine Kinder. Den drei Müttern ist klar, das muss sich ändern. Bevor es zu Unstimmigkeiten kommt, wird schnell ein Bart aufgeklebt, und die „Band Austro Frank, die Funk Band“ ist geboren und sorgt für gute Stimmung. Wer aber schließlich den wunderschönen, äußerst geschmackvollen Preis für den Gewinn der Kochshow mit nach Hause nehmen darf, sei hier nicht verraten.

Die gebürtige Pinzgauerin Susanne Lipinski ist bekannt für ihren urig-kernigen Humor, mit dem sie schon 2012 in ihrer Solo-Kochshow  „Heimweh. Erdäpfel-Brezn-Supp´n kann ich mir überall machen” das Publikum im Toihaus Theater begeisterte. Gudrun Plaichinger hat Konzertfach Violine studiert, doch widmet sie sich nach reger Kammermusik- und Orchestertätigkeit nun vermehrt der Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern, Performern, Tänzern und Schauspielern. Victoria Fux und Elisabeth Breckner komplettieren das munter kochende und musizierende Damen-Quartett.

Ich habe mich ja während des Lockdowns mit diversen Streaming-Angeboten über Wasser gehalten. Nun aber genieße ich wieder umso mehr das Live-Erlebnis, besonders wenn es so viel Power, skurrilen Witz und Musikalität bietet. Ein Hochgenuss!

„Austropopo“  –  Weil’s (ned) wurscht is. Spiel, Musik und Text: Elisabeth Breckner, Victoria Fux, Susanne Lipinski, Gudrun Plaichinger. Regie: Natascha Grasser. Bühne und Kostüme: Sigrid Wurzinger, Licht, Video und Ton: Nina Ortner. Bühnenbau: Harald Schöllbauer, basis4. Choreografie, outside eye: Pascale Staudenbauer. Eine Produktion von kollektiv KOLLINSKI und ARGEkultur | Fotos: ® Lisa Kutzelnig

Mehr über Austro-Feminismus und den Vollblutpolitiker Hermann erfahren Sie auf https://www.kollinski.com/

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Dorfladen

Über den Autor

Elisabeth Pichler
“Theater war schon immer meine große Leidenschaft und scheinbar ist es mir auch gelungen, diese Begeisterung an meine Kinder weiterzugeben.” Elisabeth Pichler besucht für die Dorfzeitung Theateraufführungen und Konzerte und liest neue Bücher.

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