Tod eines Pudels

Tod eines Pudels

Foto: Salzburger Landestherater

Ein satirischer Liederabend

Der künstlerische Leiter der ARGEkultur, Sebastian Linz, begrüßte das Publikum am 9. April 2022 im Salzburger Landestheater – voller Freude darüber, dass die Veranstaltung, für die der Vorverkauf bereits 2019 gestartet war, nach vielen Verschiebungen nun endlich stattfinden konnte. An diesem Abend treffen Klassik und Komik in Person von Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager und Satiriker Alfred Dorfer aufeinander. Auch Klassik-Muffel brauchen vor diesem ganz besonderen Liederabend nicht zurückschrecken, beste Unterhaltung ist garantiert.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Der Abend beginnt mit dem titelgebenden Lied von Ludwig van Beethoven „Elegie auf den Tod eines Pudels“. Dann erzählt Alfred Dorfer von dem ORF-Künstlergespräch, das die Opernsängerin und ihn zusammengeführt hat. Die beiden Künstler verstanden sich auf Anhieb und so entstand ein ganz spezieller Liederabend, der das Publikum mit einer gelungenen Mischung aus Liedern, Monologen und Gesprächen verzaubert und bestens unterhält. In dem gemeinsamen Programm sollen aber auch die seltsamen Hintergründe der Branche und das Leben auf Tournee beleuchtet werden. Am Klavier sitzt an diesem Abend einer der renommiertesten englischen Liedbegleiter, Julius Drake, Professor an der Kunstuniversität Graz. Auch er erzählt humorvoll von seinem künstlerischen Werdegang und dem Moment, als er beschloss, nie wieder Solo-Klavier zu spielen, sondern nur mehr Kammermusik zu machen. Doch dann belohnt er uns doch mit Dudley Moores „Beethoven Sonata Parody“.

Angelika Kirschlager ist als Mezzosopranistin prädestiniert für Hosenrollen, dabei wäre ja die Tosca ihr großer Traum. Dazu passt das Lied von Ben Moore „Sexy Lady“. Neben der bekannten Habanera aus George Bizets Carmen steht aber auch ein Wiener-Lied von Franz Böhm auf dem Programm: „I bin a Madl von einer eigenen Rass.“ Über unfreiwillig humoristische Zwischenfälle auf Gastspielen können beide ein Lied singen. Alfred Dorfer schlüpft dazu kurz in die Rolle eines Dorfbürgermeisters, der vor der Veranstaltung eine Rede über Kunst und Politik schwingt und dabei alle Sponsoren abfeiert. Wer ist eigentlich verantwortlich für die fast immer grausligen und kalten Garderoben? Melancholisch werden beide, wenn sie an ihre Lehrer und Förderer denken: Angelika Kirchschlager an den legendären österreichischen Opernsänger Walter Berry (1929 – 2000) und Alfred Dorfer an den Schauspieler, Kabarettisten und Regisseur Herwig Seeböck (1939 – 2011), ohne den er heute wohl „ein versoffener Deutschlehrer“ wäre.

Auf den ersten Blick versprechen die im Programm gelisteten Komponisten (Ludwig van Beethoven, Robert Schumann, Gustav Mahler, Franz Schubert, Erich Wolfgang Korngold u.a.) einen absolut klassischen Liederabend und so hatte ich einige Mühe, meine Tochter als Begleiterin zu gewinnen. Der Name Alfred Dorfer überzeugte sie jedoch und so kam auch sie in den Genuss eines Liederabend, um den sie normalerweise einen Bogen gemacht hätte. Fazit: Klassik trifft auf Komik funktioniert besten, da kommt eben jeder auf seine Rechnung.

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Dorfladen

Über den Autor

Elisabeth Pichler
“Theater war schon immer meine große Leidenschaft und scheinbar ist es mir auch gelungen, diese Begeisterung an meine Kinder weiterzugeben.” Elisabeth Pichler besucht für die Dorfzeitung Theateraufführungen und Konzerte und liest neue Bücher.

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