Carmen – Große Oper im Zirkuszelt

Carmen

Schon im Foyer verzaubern zwei Akrobaten mit Jonglage das Publikum und schaffen echte Zirkusatmosphäre. Regisseur Andrea Bernard verpasst einer der beliebtesten Opern, „Carmen“ von George Bizet, mit dieser Inszenierung einen wunderbar lockeren Charme. Das beweist schon der viele Zwischenapplaus, der während der Ouvertüre immer wieder aufbraust. Die Premiere am 20. Mai 2022, bei tropischen, fast andalusischen Temperaturen, ließ das Publikum toben, eher selten bei eine Oper.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Da es keine Untertitel gibt, kann man sich diesmal ganz auf die Bühne, in diesem Fall die Manege, konzentrieren – und da gibt es mehr als genug zu sehen. Carmen ist eine freiheitsliebende, sehr temperamentvolle Frau, die allen Männern den Kopf verdreht. Auch Don José, ein einfacher Soldat, verfällt ihr, obwohl ihm seine Jugendliebe Micaëla, die ihm Grüße von der Mutter überbringt, ein schlechtes Gewissen bereitet. Er verhilft Carmen nach einer Messerstecherei zur Flucht und landet dafür schließlich selbst im Gefängnis.

Nach seiner Entlassung wartet sie zwar wie versprochen auf ihn in der Taverne des Lillas Pastia, doch drängt sie ihn, den Dienst zu quittieren und mit ihr und einer zwielichtigen Bande weiterzuziehen. Der Auftritt des feschen Escamillo (hier kein Stierkämpfer, sondern ein charismatischer Illusionist) verfehlt seine Wirkung nicht. Bei einem großen Stierkampf (Artistenshow) kommt es zur entscheidenden Konfrontation. Die Eifersucht ist eben die dunkle Seite der Liebe und kann tödlich sein.

Nach der Ouvertüre strömen noch einmal Menschen ins Zirkuszelt. Doch es sind keine verspäteten Besucher, es handelt sich um Chor und Extrachor des Salzburger Landestheaters, der sich rund um die Manege aufstellt und auf zwei Podesten, rechts und links des Orchesters, Platz nimmt. Noch voller wird es, wenn der Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor zur Wachablöse erscheint. Doch es gibt auc…

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Dorfladen

1 Kommentar zu "Carmen – Große Oper im Zirkuszelt"

  1. Ich habe gestern Abends die letzte Carmen-Aufführung im Theaterzelt beim Ausstellungszentrum gesehen und genossen. Es war ein wunderschöner, stimmungsvoller Abend. Die Musik war wunderschön, die Anpassung des Stückes an das Zirkusleben hat mir sehr gut gefallen.

    Zum Abschluß hat sich Intendant Carl Philip von Maldeghem bei den aus dem Ensemble scheidenden Künstlern für die Zusammenarbeit bedankt. Kammersänger Franz Supper durfte sich über eine Pensionsantrittstorte freuen!

    Theaterzelt

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