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Kubus 1024

Der Tamsweger Gemeinderat zieht die Entscheidung um ein zeitgenössisches Kulturhaus für den Lungau an sich.

Der Bürgermeister der Gemeinde Tamsweg, Alois Lankmayer (ÖVP), hatte die Meldung um das »Aus« für das zeitgenössische Kulturhaus »Kubus 1024« für die Region Lungau wohl doch zu früh verkündet. Bei der gestrigen Sitzung des Gemeinderates wurde die Entscheidung der Gemeindevorstehung auf Antrag der Fraktionen von SPÖ, FPÖ und Grüne revidiert und dem Projekt damit noch eine neue Chance gegeben.

Ginge es nach den Ursprungsplänen, hätte das zeitgenössische Kulturhaus für die Region Lungau mit ihren 22.000 Einwohnern im September 2011 eröffnet werden sollen. Angrenzend an die ebenfalls neue Mehrzweckturnhalle wäre in der Bezirkshauptstadt Tamsweg (Seehöhe: 1.024 m) mit beträchtlichen Investitionsmitteln des Landes Salzburg – 70% der Gesamtbaukosten – das Kulturhaus »Kubus 1024« entstanden: mit Veranstaltungssaal, Proberäumen, Lagerkapazitäten, Büro und insgesamt vier Kultur-Arbeitsplätzen. Betreiber wäre die Lungauer Kulturvereinigung mit dessen Obmann Robert Wimmer.

Die Pläne waren fertig, und einem Baubeginn nach mehrmaliger Verzögerung stand nichts mehr im Wege, hätte nicht Bürgermeister Alois Lankmayer ob der laufenden Betriebskosten kalte Füße bekommen und das Haus für Zeitkultur in der Gemeindevorstehung mit den Stimmen von ÖVP und FPÖ zu Fall gebracht.

Durch einen Antrag von SPÖ, FPÖ und Grünen Tamsweg wurde diese Fehlentscheidung im Gemeinderat nun letztendlich einstimmig aufgehoben. Die Gemeinde will das »Aus« noch einmal überdenken und hat sich dafür eine zeitliche Frist bis 14. November 2011 gesetzt. Bis dahin soll ein Expertengremium aus Vertretern der Gemeinde und der Benutzergruppen (Kulturaktivisten und Sportvereine) noch einmal eine neue Kalkulation für die Betriebs- und Investitionskosten vorlegen.

»Wir haben in dieses Zukunftsmodell bereits drei Jahre Planung und entsprechende Energie gelegt«, so Robert Wimmer, »an der nötigen Kreativität für die nun noch geforderten Einsparungen wird es von Seiten des Kulturvereines sicher nicht scheitern«.

»Was so lange währt sollte letztendlich gut werden«, so die Meinung des Dachverband Salzburger Kulturstätten, der dieses Projekt von Anfang an voll inhaltlich unterstützt hat. Und: Auch trotz der Verzögerungen: eine derartige Chance auf ein modernes Kunsthaus darf sich die Region Lungau nicht entgehen lassen – sie hat es sich verdient. Das Land Salzburg steht ja mit seinen Investitionszusagen nach wie vor hinter dem Projekt eines eigenständigen Kulturhauses.

NEU: Kulturinteressierte konnten die Lungauer Aktivisten nun auch per online Unterschrift unterstützen.

Dachverband Salzburger Kulturstätten
Mag. Thomas Randisek
Dreifaltigkeitsgasse 3/3
5020 Salzburg
Tel: 0662 – 87 99 57
Mobil: 0650 – 970 29 08
http://www.kultur.or.at
http://www.kultplan.at
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