Das Gute im Menschen

Das Gute im Menschen

Wir Österreicher sind wahre Demokraten. Es ist uns klar, dass eine gute Demokratie auch Geld kostet. Daher statten wir unser Parteiensystem großzügig mit Euronen aus.

Die österreichische, steuergestützte Parteienförderung gehört mit zu den höchsten in Europa und bewegt sich durchaus im sechsstelligen Millionenbereich. Das ist aber wahrscheinlich notwendig, denn wir wollen ja gewählte Volksvertreter und nicht Blondköpfe, die sich einen Wahlkampf ohne Spendengelder nie leisten könnten.

Freilich, Geld kann man nie genug haben. Wahlsieger wird auch bei uns, wer am lautesten schreit und dadurch auf sich aufmerksam macht.

Sollten sich da und dort Finanzlücken auftun, gibt es Gönner, stille und andere, die ganz uneigennützig nette Sümmchen sponsern. Natürlich ohne Gegenleistung, denn es geht ja um das Gute im Menschen.

Die aktuell geforderten Obergrenzen und eine Transparenz bei den Spendern fordern nur die, die nichts bekommen, behaupten böse Zungen. Das dazu kürzlich beschlossene Regelwerk ist auch eher zahnlos. Eine genaue Kontrolle der Parteifinanzen durch den Rechnungshof ist da und dort eher nicht sehr willkommen. Mehr wie ein bisschen muss ja wirklich nicht sein.

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Dorfladen

Über den Autor

Thomas Selinger (Cartoon) und Karl Traintinger (Text)
Cartoon: Thomas Selinger Text: Karl Traintinger

2 Kommentare zu "Das Gute im Menschen"

  1. Die Dorfzeitung freut sich über Spenden in jeder Höhe! Da ist auch alles ganz legal und wird zudem ordnungsgemäß als Einnahme versteuert. Vielleicht ist ja das der Grund, warum Spenden eher sehr selten vorkommen. Wir würden uns sogar über Freunde (=Abonnenten) freuen. https://dorfzeitung.com/archive/61466

  2. Renate Kern Renate Kern | 18. Juli 2019 um 09:36 |

    Alle Menschen sind gleich, nur manche gleicher. Zu den Gleicheren zählen in der Regel auch Parteibonzen, Gewerkschafter un Co. Die politische Farbe ist dabei kein typisches Ausschließungsmerkmal.

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