„Tabarnak“ – Eröffnung des Winterfests 2019

Foto: Winterfest/ Guillaume Morin

Die akrobatische Familientruppe Cirque Alfonse aus Québec nutzt die Kirche als Inspiration für ihr neues Stück. Am 28. November 2019 wurde nach der Show auch der eigene Nachwuchs auf die Bühne geholt, um gemeinsam die 200. Aufführung von „Tabarnak“ zu feiern. Für die rasante und virtuose Performance gab es Standing Ovations vom Premierenpublikum.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Acht Artisten und drei Musiker des Familien-Clans sitzen ganz entspannt auf der Bühne. Sie stricken und häkeln und beobachten das ins Zirkuszelt strömende Publikum. Das bunte Glasfenster deutet zwar auf einen sakralen Raum hin, doch der herumliegende Krimskrams erinnert eher an einen gemütlichen Flohmarkt. Zur Einstimmung ertönt eine rockige Nationalhymne, zu der sich das Publikum brav erhebt. Dann wird Hockey gespielt und mit Inlineskates wild getanzt. Die Stimmung ist aufgedreht und steigert sich von Nummer zu Nummer.

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Unglaublich, zu welch halsbrecherischen Kunststücken einfache Kirchenbänke inspirieren können. Ein absolutes Highlight ist die „Feuershow“, bei der zusammengebundene Weihrauchfässer so wild geschwenkt werden, dass man das nicht vorhandene Feuer zu sehen glaubt. Das rhythmische Knallen mit Peitschen erinnert an das heimische „Aperschnalzen“ und wirkt für das Publikum in den vorderen Reihen fast bedrohlich. Rituell wird es bei einer Taufzeremonie, die in fünf Etappen zu erleben ist. Das gekippte Kirchenfenster dient einem Kirchenengel als Plattform für schwindelerregende Drehungen. In dieser etwas schrägen Kathedrale ist aber auch Platz für tanzende Derwische, die in geringelten Häkelkleidern ihre Runde drehen.

Beim mobilen Schwebebalken weiß man nicht, wen man mehr bewundern soll, die bärenstarken Träger des Balkens oder die Artisten mit ihren Salti und Balancekünsten. Zum Finale kommt eine riesige Russische Schaukel zum Einsatz, die einen Artisten regelrecht in den Himmel schleudert bis er am Scheinwerfergestänge hängen bleibt. Beim Cirque Alfonse spielt die Musik immer eine wichtige Rolle. Die Live-Musik von David Simard, der selbst Geige und E-Gitarre spielt, changiert zwischen traditionellen, folkloristischen Klängen aus Québec, Rockmusik und liturgischen Gesängen. Begleitet wird er von Josianne Laporte am Schlagzeug und Guillaume Turcotte am Keyboard.

Die pralle Performance, in der die waghalsigsten Kunststücke mit verblüffender Leichtigkeit, Witz und Charme präsentiert werden, bringt das Publikum mit Virtuosität, totaler Körperbeherrschung und rockiger Live-Musik zum Staunen und Lachen.

„Tabarnak“ – Cirque Alfonse. Regie: Alain Francoeur. Musik: David Simard. Licht: Nicolas Descôteaux. Bühnenbild: Francis Farley. Kostüme: Sarah Balleux. Künstlerische Leitung: Antoine & Julie Carabinier Lépine. Technische Leiter: Hugo Hamel und Nicolas Descôteaux. Künstl. Unterstützung: Alain Carabinier und Louise Lépine. Bühnenbau: Alain Carabinier und Sylvain Lafrenière, Renaud Blais. Auf der Bühne: Antoine Carabinier Lépine, Julie Carabinier Lépine, Jonathan Casaubon, Jean-Philippe Cuerrier, Genevieve Morin, Nikolas Pulka. MusikerInnen: Josianne Laporte, David Simard, Guillaume Turcotte. Fotos: Winterfest/ Erika Mayer

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Dorfladen

Über den Autor

Elisabeth Pichler
Geb. 1946 in Salzburg,1964 Matura im Realgymnasium. Abiturientenlehrgang HAK. 2000 Ausbildung zur ehrenamtlichen Bibliothekarin und seither in der öffentlichen Bibliothek Hallwang tätig. “Theater war schon immer meine große Leidenschaft und scheinbar ist es mir auch gelungen, diese Begeisterung an meine Kinder weiterzugeben.” Elisabeth Pichler besucht für die Dorfzeitung Theateraufführungen und Konzerte und liest neue Bücher.

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