Frank Goldammer: Zwei fremde Leben

Frank Goldammer | Foto: dtv/ Dieter Brumshagen

Frank Goldammer | Foto: dtv/ Dieter Brumshagen

Autor: Frank Goldammer
Titel: Zwei fremde Leben
ISBN: 978-3-4232-6255-2
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co .KG
Erschienen: 24.07.2020

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Klappentext:

Ricarda Raspe und ihr Verlobter freuen sich auf ihr erstes Kind. Doch dann geht bei der Geburt in der Dresdner Klinik etwas schief und das Baby wird angeblich tot geboren. Laut Vorschrift darf sie es nicht einmal mehr sehen. DDR-Alltag im Jahr 1973. Doch Ricarda glaubt nicht an den Tod ihres Kindes. Sie hat einen schrecklichen Verdacht. Vieles deutet darauf hin, dass ihre kleine Tochter Opfer einer staatlich angeordneten Kindesentführung wurde. An der vielleicht sogar Ricardas Vater beteiligt ist. Auch der junge Polizist Thomas Rust hegt Zweifel an der offiziellen Version der Ärzte und stürzt sich eigenmächtig in eine höchst gefährliche Spurensuche.

Es ist der Sommer 1989, als die sechzehnjährige Claudia erfährt, dass sie nicht das leibliches Kind des hochrangigen SED-Parteifunktionärs Eberhardt Behling und seiner Frau ist. Wenige Wochen später fällt die Mauer und Claudia macht sich auf die Suche nach ihrer Vergangenheit und nach der Frau, die sie nach der Geburt weggegeben haben soll.

Rezension von Rebecca Schönleitner

Rebecca Schönleitner

Frank Goldammer gehört zu meinen Lieblingsautoren. Seine Krimis und Romane die fast immer um Dresden herum spielen sind hochspannend, historisch top recherchiert und machen süchtig.

Ricarda, die Tochter eines hochrangigen Arztes an dem Frauenklinikum der Medizinischen Akademie Dresden bekommt ihr lediges Kind und sieht es nie wieder. Angeblich soll es bei der Geburt gestorben sein. Ihr ganzes Leben verbringt sie nach der Suche nach diesem Mädchen, ist sie doch überzeugt davon, dass ihr Vater das Kind genommen hatte, damit sie doch studieren und ein ordentliches, angesehenes Leben führen kann. Die Beziehung zu ihrer zweiten Tochter Ines überschattet diese fanatische Suche, die Ehe mit Steffen zerbricht. Doch sie kann nicht loslassen.

Thomas Rust lässt diese Geschichte ebenfalls nicht los. Der Polizist war zu dem Zeitpunkt der Geburt vor Ort, da er seine schwangere Frau Heike besucht. Er begibt sich in große Gefahr um die Geschichte aufzuklären, setzt sein Leben aufs Spiel.

Die einzelnen Schicksale der verschiedenen Protagonisten verbinden sich zum Schluss zu einem überraschenden Ende.

Das Buch zog mich in seinem Bann und ich verbrachte einen gesamten Samstag damit es zu lesen, konnte nicht mehr aufhören. Die Hilflosigkeit der Menschen der damaligen DDR, die nie Antworten auf ihre Fragen bekommen, die politische Situation beherrscht von Lügen, Macht und Willkür machen wieder klar, wie die Menschen in diesem ehemaligen Land beherrscht und manipuliert wurden.

Das Buch ist großartig zieht einen in seinem Bann und lässt nicht mehr los.


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Über den Autor

Rebecca Schönleitner
Rebecca Schönleitner, geboren und aufgewachsen in Salzburg, besuchte das musische Gymnasium in Salzburg, danach Puppenspielerin im Salzburger Marionettentheater. Umgesattelt auf Technik und glücklich 2016 wieder bei der Kunst gelandet. Verheiratet und 2 Kinder, lebt im nördlichen Flachgau. Schreibt in erster Linie über Bücher. In der Freizeit begeisterte Tänzerin

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