Schnee – Niederschlag, Kuchenzutat und Rauschgift

Der Untersberg | Foto: Karl Traintinger

Der Untersberg | Foto: Karl Traintinger, Dorfbild

Das Wort Schnee ist ein sehr altes Wort und kann bis in indogermanische Zeit zurückverfolgt werden. Damit weist das Wort ein Alter von über 6.000 Jahren auf.

Michaela Essler

Von Michaela Essler

Das Wort Schnee ist seit dem 8. Jahrhundert belegt. Das althochdeutsche Wort snēo geht auf germanisch *snaiwa- „Schnee“ zurück. Germanisch *snaiwa- leitet sich von indogermanisch *snigwh „Schnee“ ab, das auf die Tätigkeitsbezeichnung *sneigwh „kleben bleiben“ zurückgeht. Die ursprüngliche Bedeutung von *snigwh „Schnee“ war daher „das, was kleben bleibt; das Klebrige“.

Im Gegensatz zu Regen, der abrinnt, ist Schnee ein Niederschlag, der anhaftet. Treiben Windböen den Schnee voran, bleibt er auch an senkrecht stehenden Gegenständen haften, wie zum Beispiel an Baumstämmen, Masten oder Pfeilern, aber auch an Hausmauern, Kleidern und Schuhen. Vermutlich beeinflusste die Bedeutung des Wortes für Schnee die Tätigkeitsbezeichnung, wodurch sich die Bedeutung „kleben bleiben“ zu „schneien“ veränderte.

In der germanischen Vorstellung bewirkte Holda den glänzenden Schnee. Der Name Holda geht auf das althochdeutsche Wort hold „gewogen, geneigt, zugetan“ zurück. Holde und Unholde waren Bezeichnungen für Geistwesen, die einen freundlichen (hold) oder unfreundlichen Charakter (unhold) hatten. Holda war eine freundliche, milde und gnädige Göttin. Wenn sie ihr Bett macht, fliegen die Federn und es schneit auf Erden. Ein später Nachklang dieser Göttin findet sich bis heute in der Märchenfigur Frau Holle.

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