Trip zum Musical „König der Löwen“

König der Löwen

König der Löwen | Foto: Karl Traintinger, Dorfbild

Oder: Tausche Salzburger Schnürlregen gegen Hamburger Sturmschauer

Man nehme ein Stück sehr gute Freundin (wenns geht eine unkomplizierte, mit der man gerne Bett und Bad teilt), buche einen Flug nach Hamburg und vergewissere sich mindestens 10x, ob man die Musical-Karten eingesteckt hat.

Von Monika Wolfgruber

So geschehen vor heuer geraumer Zeit. 2 Landpomeranzen aus Salzburg machten sich auf in die große weite Welt Norddeutschlands, um das berühmte Musical „Der König der Löwen“ anzusehen. Ein lang gehegter Wunsch ging für die beiden Mädels in Erfüllung.

Mit dem Auto ging es erst nach München Erding zum Flughafen. Großzügig kalkulierten wir genug Zeit ein und so kam es, dass wir 2 Stunden vor dem Abflug dort waren. Doch bis wir das richtige Parkhaus, das Shuttle zum Terminal und einen auskunftsfreudigen Flughafenmitarbeiter gefunden hatten, schafften wir es gerade noch in den Flieger. Im Flieger schlürft man sein 0,001 Liter Cola und denkt nicht an Dinge wie Abstürzen oder Flugzeugentführung.

In Hamburg angekommen, empfing uns Regen von der Seite. Es schüttete und stürmte und verlieh Hamburg einen grauen Schleier. Doch die Laune wollten wir uns auf keinen Fall verderben lassen. Wir checkten im Raddisson Blue, einem Riesenhotel ein und ich freute mich wie ein Schneekönig, dass wir im 13. Stock unser Zimmer bezogen.

Abends rüsteten wir uns für die langersehnte Aufführung. Wir stylten uns, wir föhnten und glätteten, machten uns hübsch und hofften, dass das auch anhalten würde. So nach dem Motto: Hamburg 19.00 Uhr, Wind und Regen, aber die Frisur hält!

Um die Frisur bei einer U-Bahnfahrt nicht zu beschädigen fuhren wir mit dem Taxi zum Hafen. Die Musical Hall liegt auf einer Insel und die Besucher müssen mit einer Fähre übersetzen.
Die Fähre war bereits stark besucht und so stiegen wir an Deck, um mehr vom Hamburger Hafen zu sehen.

Einen Windstoß und einen Schauer lang hatte ich eine tolle Frisur und war gut geschminkt. Beim Verlassen der Fähre mussten mich die anderen Gäste mit Klobesenfrisur und schwarzen Augenringen ertragen. Erst nach erfolgter Restaurierung auf der Toilette konnte ich wieder aufschauen.

Dann saßen wir endlich endlich in unserer Reihe und warteten gespannt auf den Beginn der Vorführung. Fotos durften wir nicht machen, das ist untersagt.

Das Licht ging aus und Rafiki, der weise Mandrill, fing an zu singen. Gänsehautfeeling kam auf. Aus den Gängen kamen Antilopen, Zebras und Elefanten. Die Kostüme sind einfach toll, auch Lichteffekte werden eingesetzt. Man ist sofort gebannt von der Bühne, man wird mitgerissen von der Handlung. Als Mufassa stirbt, kämpfen wir alle mit den Tränen. Ein Kind hinter mir schluchzt laut auf. In der Pause hab ich sie gefragt, ob sie traurig sei, allerdings vergaß ich wo wir waren und fragte in gutem echtem Flachgauer Dialekt. Sie haben mich nicht verstanden. Wir leisteten uns noch ein Mineralwasser um 4 Euro und gingen wieder auf unsere Plätze.

Ein kleiner Wermutstropfen war, dass wir die 2. Besetzung gehört haben. Der kleine Löwenjunge Simba war manchmal nicht 100%ig bei Stimme. Auch der Löwenpapa Mufassa war teilweise schwer zu verstehen. Das tat allerdings dem Zauber des Musicals keinen Abbruch. Ehe wir uns versahen, war auch schon das Ende da. Wir klatschten laut aber nicht lang, schließlich war keine Zugabe zu erwarten.

Über die Reeperbahn, die wir nach der Vorstellung noch besuchten, kann ich nichts schreiben, da ich sie als verregnet, laut und einschüchternd wahrgenommen habe. Ein starker Mann an unserer Seite hätte uns da gut getan.

Am nächsten Morgen wollten wir zum Fischmarkt zum Brunchen. Das soll ja der absolute Hammer sein. Leider haben wir Schlafmützen den Wecker überhört, dazu kam, dass wir das Wochenende mit der Zeitumstellung gewählt hatten. Als wir aufwachten, gingen unsere Meinungen, die Uhrzeit betreffend, um 2 Stunden auseinander. Als wir bei der Rezeption die tatsächliche Uhrzeit erfragt hatten, war es leider schon zu spät. Das Flugzeug sollte schließlich nicht ohne uns zum Salzburger Schnürlregen heimfliegen. Hamburg verabschiedete uns noch mit einem kleinen Extrasturm mit Prasselregen. Vielen Dank auch!

Fazit: ein absolut toller Städtetrip, allerdings sollte man mindestens 3 Tage einplanen, unsere Zeit war zu kurz. Die Hamburger sind sehr freundliche und interessante Menschen. Faszinierend finde ich, dass sie das Rotlichtmilieu zum Kult erhoben haben. Das Musical war super, der Flair des Hafens bezaubernd. Gutes Wetter wär wünschenswert gewesen, doch das kann man leider nicht mitbuchen.

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