Sherlock Holmes’ größter Fall

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Genie und Arzt ermitteln

Arthur Conan Doyle (1859-1930) schuf das wohl bekannteste Ermittler-Duo Sherlock Holmes und Dr. John Watson. Im Schauspielhaus Salzburg klären die beiden einen äußerst komplizierten Fall auf und tauchen dabei tief in die Londoner Unterwelt ein. Caroline Richards hat diesen Krimi als Jugendstück in Szene gesetzt. Spannung für Kinder ab 12 Jahren ist garantiert. Die Premiere fand am 30. September 2022 im großen Saal statt.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Der Militärarzt Dr. John Watson ist gerade aus dem Krieg in Syrien nach London zurückgekehrt und sucht eine günstige Wohnung. Er erfährt, dass der exzentrische Meisterdetektiv Sherlock Holmes einen Mitbewohner sucht, und zieht trotz aller Warnungen des bekennenden Soziopathen bei ihm ein. Nur allzu gerne hilft er ihm bei seinen Ermittlungen. Wenn der hochintelligente, aber sehr arrogante Sherlock nichts zu tun hat, wird er unleidlich. Zum Glück erscheint Elaine Rutherford, eine wunderschöne, elegante und auch sehr wohlhabende Lady und bittet um Hilfe. Der Mord an ihrem Vater wurde scheinbar aufgeklärt, doch nun ist ein äußerst wertvolles Juwel, „das Auge der Götter“, verschwunden. Sherlock Holmes und John Watson wollen sich vor Ort ein Bild machen und besuchen die Lady auf ihrem Jagdschloss. Sie lernen dort ihren Bruder David kennen, eine Spielernatur und den Drogen nicht abgeneigt. Ein alter, gebrechlicher Diener schleicht verdächtig durch das Haus. Sherlock durchsucht akribisch das Mordzimmer, in dem sich hinter einem Picasso der Tresor befindet, aus dem das kostbare Juwel verschwunden ist. Zurück in London taucht plötzlich der „Napoleon des Verbrechens“, Moriarty, in ihrer Wohnung auf. Was hat das zu bedeuten?

Studierende der hauseigenen Schauspielschule sind diesmal ganz unter sich und sie schlagen sich großartig. René Eichinger schlüpft in die Rolle des Meisterdetektivs. Mit Ziegenbart, stechendem Blick und stets glühender Pfeife wirkt er sehr authentisch, überheblich und stets unter Strom. Manuel Ramminger muss sich in der Rolle des John Watson so einiges gefallen lassen. Er ist der Einzige, der mit dieser Paarung aus Genie und Wahnsinn zurechtkommt. Von der schönen Elaine Rutherford (Jana Rieger) ist er völlig verzaubert, was seinem Chef gar nicht gefällt. Schwung bringt die Vermieterin Mrs. Hudson (Theresia Amstler) in diese triste Wohngemeinschaft. Temperamentvoll wirbelt sie durch die Wohnung, macht Tee und bäckt Kekse, wenn sie nicht gerade an der Türe lauscht. Sebastian Goditsch und Johanna Klaushofer ergänzen jeweils in Doppelrollen das spielfreudige Ensemble.

Von Ragna Heiny stammen das tolle Bühnenbild und die geschmackvollen Kostüme. Durch Verschiebung und Drehung von drei Wänden entstehen Außen- und Innenräume, die mit viel Liebe zum Detail ausgestattet sind. Es ist sicherlich interessant für das junge Publikum, diese raschen Umbauten mitzuerleben.

Die Jugendlichen wurden im Foyer auf das Stück vorbereitet, denn ich bin mir nicht sicher, ob alle den Meisterdetektiv mit seinem brillanten Verstand und seiner überheblichen Art gekannt haben.

„Sherlock Holmes’ größter Fall“ – nach Arthur Conan Doyle. Regie: Caroline Richards. Fassung: Tabea Baumann. Ausstattung: Ragna Heiny. Musik: Matthias Werner. Mit: René Eichinger, Manuel Ramminger, Jana Rieger, Sebastian Goditsch, Johanna Klaushofer, Theresia Amstler. Grafik: Schauspielhaus/ Jonas Geise

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