Dr. Werner Linnemayr
1946 – 2017

Gemeindearzt in Lamprechtshausen von Juli 1975 bis März 2011

Ein Rückblick:

Ich wurde am 6.1.1946 im zerbombten Diakonissenkrankenhaus in Linz geboren. In der ersten Klasse Volksschule wurde ich auch am Brucknerkonservatorium zum Klavierunterricht und im Sportklub zum Florettfechten angemeldet. Da brachte ich es bis zum Jugendtrainer, am Klavier nur bis zu Mozartsonaten. Matura 1964, dann ab zum Bundesheer, da ich mich nicht entscheiden konnte, Lateinlehrer oder Mediziner zu werden.

Drei Monate Pionierausbildung : dann wußte ich, Medizin wird es doch, als 5.  Generation (!) in der Familie. Daher weitere 9 Monate Reserveoffiziersausbildung in der Sanitätsschule. 1965 Beginn des Studiums in Wien, das mit der Promotion im Mai 1972 endete. Der Wermutstropfen war, daß mein Vater 4 Tage nach der Promotion begraben wurde, er hatte mein Studium mit seiner Krebserkrankung begleitet.

Übersiedludrli_600ng nach Salzburg und Beginn des Turnus am 1.Juli 1972 bei den Barmherzigen Brüdern, nach einem Jahr dann ins Landeskrankenhaus. Da hatte man mich schon zur Mitarbeit in der Ärztekammer, beim Roten Kreuz und den Arztvorträgen im Eheseminar der Erzdiözese eingeteilt. Dann wäre ich gerne nach Saalfelden in die Praxis gegangen, ich wäre zusätzlich Militärarzt in der Jägerschule gewesen, aber Lamprechtshausen, das Rote Kreuz und der Landesrettungskommandant Petertill waren gewichtiger.

So zog ich in der Franz Xaver Gruberstrasse ein, mein Hund Emma ( ein Basset- Hound) war weit bekannter wie ich. Am 1.7.1975 war der erste Ordinationstag in Lamprechtshausen. Mit Dr. Hermann in Bürmoos herrschte ein sehr gutes Einvernehmen, da wir beide ein Puch – Motorrad fuhren und uns daher gut verstanden.

Die Jagdgenossenschaft war so entgegenkommend, mich in ihre Reihen aufzunehmen, das Waidwerk war und ist mir eine grosse Leidenschaft.

Meine Nebenbeschäftigungen neben der Praxis,
fast 26 Jahre Sprengelarzt
17 Jahre Rotes Kreuz Ausbildungsarzt,
mehrere Jahre Waffenübungen als Bataillonsarzt des Transportbataillons / Versorgungs-Regiment III
10 Jahre Seminar in Braunau für Ärzte: Praxisorganisation und Rationalisierung,
20 Jahre Arbeitsmedizin (ich war der erste Werksarzt im Bergwerk in Trimmelkam),
2 x Aufenthalt in China, 7 Jahre Akupunkturlehrtätigkeit in der Ärzteausbildung, Schreiben eines Teiles eines Akupunkturbuches,
Abhalten von vielen Fortbildungsvorträgen in der Bevölkerung und,
da ich wieder zum Klavierspielen begann und zusätzlich das Cellospiel erlerne: Organisation von mehreren Konzerten in Arnsdorf, Lamprechtshausen und Bürmoos, einige zusammen mit Dr. Groeger.
30 Jahre Chor singen im Jägerchor im 2. Bass

Theater Holzhausen, Zwölfeläuten

Theater Holzhausen, Zwölfeläuten. Foto: KTraintinger

Im Theater in Holzhausen habe ich in 2 Stücken mitgespielt: Als Kreisleiter in „Zwölfeläuten“, einem Stück über Wendehälse zu Kriegsende 1945 und den Arzt in den „Glasbläsern von Bürmoos“ von Georg Rendl.

Theater Holzhausen, Glasbläser von Bürmoos. Foto: KTraintinger

Theater Holzhausen, Glasbläser von Bürmoos. Foto: KTraintinger

So kamen fast 36 Dienstjahre in Lamprechtshausen zusammen.
Meine 4 Kinder haben studiert: Katharina Chemie, Veronika Humanbiologie, Magdalena (Dr. Schwarz) Medizin und ihr Zwillingsbruder Sebastian Wirtschaft.
Derzeit sind es 11 !!! kleine, gesunde Mädchen= Enkelinnen, die mir eine riesige Freude machen.
Es hat mich sehr gefreut, daß die Praxisübergabe an Frau Dr. Eisl so gut geklappt hat, sodaß ich meine Patienten in guten Händen weiß.

Es war eine schöne Zeit.
Ich habe mich aber auf den nächsten Abschnitt meines Lebens, die Pension, vorbereitet und hoffe, die nächsten Jahre noch intensiv nützen zu können.

Ein Danke allen, mit denen ich zu tun hatte.
Dr. Werner Linnemayr, im Juli 2011

Dr. Linnemayr in der Dorfzeitung:
August 2003 | Die Firmenbosse
August 2011 | Kommentar bei “Die Buringer Schottergrube … “