„Jorinde und Joringel“ – ein Märchen mit Live-Musik

Jorinde

In der Märchenreihe „Die Gebrüder Grimm erzählen“ präsentiert Regisseurin Cassandra Rühmling nach „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ heuer die Geschichte eines jungen Liebespaares, das einer bösen Zauberin zu nahe kommt.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Diese verwandelt Jorinde in eine Nachtigall und hält sie nun in ihrem Schloss gefangen. Um seine Geliebte zu befreien, muss Joringel jede Menge Abenteuer überstehen. Schade nur, dass bei der Premiere am 2. Dezember 2023 im Kleinen Theater der heftige Schneefall das Publikum etwas dezimiert hatte.

Zu Beginn sitzt Jakob Grimm in seinem Studierzimmer vor einer riesigen Bücherwand und arbeitet an einem Wörterbuch. Er ist gerade bei dem Wort „Moral“ angelangt und versucht nun, den Kindern den Sinn dieses Wortes zu erklären, denn in Märchen ist ja oft von Moral die Rede. Gar nicht begeistert ist er daher, als sein Bruder Wilhelm und seine hübsche junge Frau ihn stören.

Dörtchen ist gekränkt, hat doch ihr Mann ihren Hochzeitstag glatt vergessen. Um das wiedergutzumachen, schlägt Wilhelm ein Märchenspiel vor, in dem er und seine Frau ein junges Liebespaar spielen. So könnten sie den sonst an diesem Tag üblichen  romantischen Spaziergang nachholen. Natürlich darf Dörtchen die wunderschöne Jorinde spielen und Wilhelm ihren Geliebten Joringel. Für Jakob bleiben dann die fiesen Rollen, wie böse Zauberin, hochmütiger Berg und Räuber-Oma.

Die Bücherwand dreht sich und schon spazieren Jorinde und Joringel als verliebtes Pärchen durch ein romantisches Wäldchen. Leider übersehen sie die Zeit und so werden sie bei Einbruch der Dunkelheit von der Zauberin überrascht. Diese ist spezialisiert auf junge, tugendhafte Mädchen, die sie dann in Nachtigallen verzaubert und bei ihr im Schloss im Thronsaal gefangen hält.

Natürlich macht sich Joringel sofort auf den Weg, um seine Geliebte zu befreien. Bei einem freundlichen Schäfer findet er fürs erste Unterschlupf, doch dafür muss er hart arbeiten. Zum Glück erscheint ihm im Traum Jorinde und sie verrät ihm den Weg zu einer blutroten Blume, mit deren Hilfe er sie befreien könne. Der Weg ist beschwerlich, denn es geht über Berg und Tal.

Wenn er nicht mehr weiterweiß, vertraut er Jorindes Rat: „Folge dem Pfad deines Herzens!“ Die Zauberin hat aber schon bemerkt, dass Joringel unterwegs zu ihr ist. Sie will alles daran setzen, dass er die Blume nicht findet und dann endlich Jorinde vergisst. Ob ihr das wohl gelingen wird?

Cassandra Rühmlings Inszenierungen sind stets ein Garant für großartige, geschmackvolle Kostüme, die aus dem Fundus der Salzburger Festspiele stammen. Mit Harfe, Drehleier und singender Säge sorgt sie für märchenhaft stimmungsvolle Musik. Torsten Hermentin (Wilhelm) und Jürgen Kramer (Jakob) sind zwar als ungleiches Brüderpaar nicht immer einer Meinung, im Märchenspiel harmonieren sie aber prächtig.

Cassandra Rühmling sitzt als arme, in eine Nachtigall verwandelte Jorinde im Thronsaal und zupft traurig an ihrer Harfe. Als blutrote Blume mit kleinem Sprachfehler ist sie jedoch kaum wiederzuerkennen. Nach dem Märchenspiel kehren alle in das Grimmsche Studierzimmer zurück und singen, passend zum nahenden Weihnachtsfest, ein Lied in dem bereits die Lichter angezündet sind und Freude in jeden Raum zieht.

Das wunderbare Familienstück ist für Kinder ab fünf Jahren geeignet, macht aber sicherlich auch deren Begleitpersonen großen Spaß.

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