„Tintenherz“
– ein Jugendstück im Schauspielhaus Salzburg

Anna Frommann (Meggie) // Hinten: Saskia Quedens (Elinor), Christoph Griesser (Capricorn), Volker Wahl (Mo), Ute Hamm (Erzählerin), Eva Weingärtler (Flachnase)

Anna Frommann (Meggie) // Hinten: Saskia Quedens (Elinor), Christoph Griesser (Capricorn), Volker Wahl (Mo), Ute Hamm (Erzählerin), Eva Weingärtler (Flachnase)

Die Bühnenfassung des mehrfach ausgezeichneten phantastischen Jugendromans der deutschen Autorin Cornelia Funke feierte am 8. Mai 2012 Premiere. Das jugendliche Publikum – Altersempfehlung: ab 10 Jahren – war begeistert und spendete stürmisch Applaus. In der nächsten Spielzeit folgt mit „Tintenblut“ die Fortsetzung der Tintenwelt-Trilogie.

Von Elisabeth Pichler.

Ein munterer Conférencier hilft, die verwickelte Geschichte dieses fast 600 Seiten starken Buches verständlich auf die Bühne bringen. Ute Hamm stellt in dieser androgynen Rolle dem Publikum die Personen vor und führt schwungvoll durch die Handlung. Mo, ein etwas zerstreuter Buchbinder, besitzt eine rätselhafte Begabung: Er kann Romanfiguren zum Leben erwecken, aber leider auch Personen in der Geschichte verschwinden lassen. So ist seine Gattin Resa in die Erzählung „Tintenherz“ geschlüpft und wird nun vom bösen Capricorn gefangen gehalten, der Mos Fähigkeiten für verbrecherische Zwecke nutzen will. Als eines Tages eine seltsame Gestalt, ein Gaukler namens Staubfinger, bei Mo und seiner 12-jährigen Tochter Meggie auftaucht, fliehen die beiden zu Tante Elinor. Doch auch hier sind sie nicht sicher, denn Capricorns Macht ist schier grenzenlos.

Wenn Romanfiguren zum Leben erwachen, vermischen sich Realität und Phantasie und das wird in „Tintenherz“ zu einer spannenden Geschichte verwoben. Wenn dann noch eine reale Person in ein Buch hineingelesen und so zu einer Figur in der Tintenwelt wird, dann sind Komplikationen vorprogrammiert. Volker Wahl darf als Mo den zerstreuten, vergesslichen Bücherwurm, die begnadete „Zauberzunge“, spielen. Anna Katharina Frommann als seine unerschrockene Tochter ist ihm stets eine große Hilfe. Saskia Quedens sorgt als durchgeknallte, geschwätzige Tante Elinor in ihrem eigenwilligen Blümchenkleid für Heiterkeit. Benjamin Lang unterhält als Gaukler mit Feuershow, Jonglier- und Trapezkünsten. Kein Wunder, dass ihm Tülin Pektas als kleiner Farid nicht von der Seite weichen will. Christoph Griesser sorgt als furchteinflößender Capricorn mit seinen maskierten Bösewichten für die nötige Spannung.

Bernadette Heideggers flotte Inszenierung begeistert mit skurrilen, witzigen Einlagen, aber auch mit spannenden Momenten, man darf auf die Fortsetzung gespannt sein. Die Antwort eines jungen Mannes auf die Frage, wie ihm das Stück gefallen habe: „Super, Hauptsache, ich brauch das Buch nicht zu lesen“, entspricht wohl nicht ganz den Intentionen der Autorin, ist aber als Kompliment für das Schauspielhaus Salzburg zu verstehen.

„Tintenherz“ von Cornelia Funke. Inszenierung: Bernadette Heidegger. Ausstattung: Vincent Mesnaritsch. Kostüme: Elke Gattinger. Komposition: Benjamin Baierlein & Christopher Biribauer. Mit: Ute Hamm, Volker Wahl, Anna Katharina Frommann, Saskia Quedens, Lisa Marie Liebler, Benjamin Lang, Christoph Griesser, Nenad Subat, Eva Weingärtler, Tülin Pektas, Andreas Plank & Magnus Pflüger. Bildnachweis: Michael Klimt

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