Michaela Essler: Der triumphale Männerkörper

Rupertinung - GelatinBildmontage: Karl Traintinger

Jeepee ! – Endlich wissen wir es, endlich ist es heraus, endlich ist es für alle sichtbar: Der Männerkörper ist ein Triumphbogen – schallendes Gelächter an dieser Stelle unvermeidlich.

Michaela Essler

Von Michaela Essler

Foto: Manfred Siebinger

Einst ließ Napoleon I., Kaiser der Franzosen, in Paris den weltbekannten „Arc de Triomphe“ zu Ehren seiner Siege erbauen. So ändern sich eben die Zeiten: Anno 1806 mußten noch Schlachten geschlagen werden, um einen Triumphbogen bauen zu lassen; heute genügt es anscheinend schon den männlichen Körper „in Action“ auszustellen, um es als Triumph zu bezeichnen. Welche Schlachten er wohl sieg- und glorreich geschlagen haben mag? Welche ruhmvollen Siege er wohl errungen haben mag, der Junge, der scheinbar allen zuruft: „Schaut’s doch alle her, was ich Tolles hab, und wie ich spritzen kann!!!“

Will man einschlägigen Frauenzeitschriften Glauben schenken, haben Männer mit ihrem Ego ja nur noch Probleme. Vielleicht ist es deshalb in Zeiten wie diesen schon ein Triumph, wenn der Mann seinen Penis überhaupt noch in die Höhe bringt.

Aber halt, halt, halt – hier handelt es sich ja um Kunst! Wer wird denn da so kleinlich sein, wer wird denn da mit seinen Gedanken gleich in derart niedere Regionen absinken? Also wirklich – ist doch alles nur Plastilin.

Und doch – Ehre wem Ehre gebührt: zur Schaffung dieses Kunstwerkes gehört schon sehr viel Phantasie – eine „spritzige“ Idee sozusagen.

Siehe auch:
Kunst und das Recht auf Provokation >
Der Mob von Salzburg >


Dorfzeitung
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Dorfladen

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