Von Wurstsemmeln und Drohnen

Kriegsspiele

Wo liegt der Unterschied? In beiden Fällen wurde die auslösende Ursache von der Konsequenz getrennt. Was wirklich passiert, ist weit weg.

Auch für eine Wurstsemmel muß ganz am Anfang ein Schwein sterben. An den Transport zum Schlachthof, das Vergasen der Tiere, das Zerlegen, die Brätherstellung und das Abfüllen des ehemals lebenden und quitschvergrüten Schweines in einen geputzten Darm denkt niemand, wenn er genüsslich in die Wurstsemmel beißt. Die unterschiedlichen Wurst- und Fleischwaren werden an den Verkaufstheken wunderschön präsentiert, da hat die “Lebensmittelwerdung” keinen Platz.

Computerspiele präsentieren realistische Kriegsspielszenarien, die zwar realistisch zu Spielen, beim Ausschalten des PC´s aber doch mehr oder weniger vorbei sind. Der direkte Zweikampf, bei dem beim Kontrahenten ein Schwert im Bauch steckt und der vor Schmerzen schreit und einem in die Augen schaut, ist längst vorbei. Heute drückt irgendwo weit weg jemand auf einem Joystick auf einen Knopf und den Rest erledigt eine Drohne.

Problematisch wird es moralisch oft dann, wenn die auslösende Ursache von der letztendlichen Wirkung/ Konsequenz getrennt wird. Manches geht dann beunruhigend leicht von der Hand, wenn ich nur an den nicht aufgegessenen Burger denke, der achtlos in den Müll geworfen wird.

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Über den Autor

Thomas Selinger (Cartoon) und Karl Traintinger (Text)
Cartoon: Thomas Selinger Text: Karl Traintinger

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