Das Val Camonica

Der Lago d’IseoDer Lago d’Iseo

Es ist ein Tal in Norditalien, das westliche Paralleltal zum Gardasee und nicht so von Touristen überrannt wie sein berühmter Nachbar. Nach Süden hin endet es im Lago d’Iseo.

Ecker_Wolfgang

Von Wolfgang Ecker

Nun könnte man meinen, na ja, noch ein Tal halt neben den vielen, die sich vom Alpenhauptkamm in südlicher Richtung erstrecken und es wäre dort nichts Ungewöhnliches.

Das Valcamonica ist aber ein UNESCO Weltkulturerbe, sogar das älteste (!) Weltkulturerbe Italiens. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Italien, Rom, das Kolosseum, Pompeji, die Arena von Verona, Aquileia, etc etc, ein Land, das vollgestopft ist mit Sehenswürdigkeiten und ausgerechnet dort wird ein eher abgelegenes Tal zum ersten Weltkulturerbe?

Blick auf den alten Teil von Darfo Boario Terme
Felswand direkt hinter dem Dorf
Alte Rundbogenbrücke über den Fluss Oglio
Nachgebaute Pfahlbauhäuser

Der Grund sind die Felsritzungen

140’000 hat die UNO damals geschätzt als es Weltkulturerbe geworden ist, neuere Schätzungen gehen aber von mehr als 300’000 aus. Es sind Zeugen aus der Morgendämmerung Europas gleich nach dem Ende der Eiszeit vor 10’000 Jahren bis herauf ins Mittelalter und sogar die Neuzeit. Nirgends auf der Welt gibt es Vergleichbares in vergleichbarer Anzahl

Auf der Suche nach Felsritzungen

Die Felsritzungen, die übrigens keine Ritzungen sind sondern die in einer Art Schlagtechnik hergestellt worden sind, zeigen Menschen, Tiere, Kampf- und Jagdszenen, Häuser, ja sogar so was wie Lagepläne mit eingezeichneten Feldern und Äckern. Das ganze Tal ist ein reiches Betätigungsfeld für Urgeschichtler, Kunsthistoriker und Religionswissenschaftler. Manche der Abbildungen sind klar und deutlich erkennbar, andere sind so verwittert, dass sie nur noch zu ahnen sind.

Wer sich für Geschichte interessiert ist dort gut aufgehoben und frei nach Karl Farkas möchte ich sagen: „Schau’n Sie sich das an!“

Themen die zu finden sind: Figuren von Tieren, ein „Sonnenrad“, Kampfszenen, Pfahlbauhauser, eine Jagdszene mit erhobenem Speer und Schild, Jagdzene mit Bumerangs

Touristischer Hinweis: Fahren Sie über die Autostrada Verona und Brescia, der Pass im Norden des Tals ist uns von Einheimischen nicht empfohlen worden. Fünfstern Hotels wird man vergeblich suchen. Die Preise sind moderat, die Menschen sind herzlich, das Essen ausgezeichnet.

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