Trennung für Feiglinge – Die Liebe ist ein seltsames Spiel

Die junge Salzburger Schauspielerin Sonja Zobel hat auch heuer wieder in Ried am Wolfgangsee ein leichtes und luftiges Sommertheater für Einheimische und Touristen organisiert.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Nun ist die Komödie des französischen Autors Clément Michel im Kleinen Theater gelandet und sorgte am 13. August 2019 für beste Stimmung.

Paul gesteht seinem Freund Martin, dass er sich von Sophie, mit der er vor vier Monaten in eine gemeinsame Wohnung gezogen ist, trennen möchte. Er liebt sie nicht mehr, kann sie einfach nicht mehr ertragen und träumt jede Nacht von einem tonnenschweren Laster, der dieses Problem für ihn lösen könnte. Paul übt ständig an einer Trennungsrede, doch wenn ihn Sophie mit unschuldigem Blick anhimmelt, bringt er kein Wort heraus. Sie ist zwar sympathisch, sexy und schrecklich nett, doch geht sie ihm nur noch auf die Nerven. Er überredet Martin, für kurze Zeit bei ihm einzuziehen und sich so danebenzubenehmen, dass ihn Sophie hoffentlich bald vor die Wahl stellt: „Entweder er oder ich!“ Damit wäre das Problem elegant gelöst.

Martin ist zwar absolut nicht begeistert, doch Paul behauptet einfach, die Mutter seines Freundes wäre plötzlich verstorben und er bräuchte nun seelischen Beistand. Sophie zerfließt vor Mitleid und setzt alles daran, den armen Martin zu trösten. Dieser tut sich jedoch sehr schwer, den „Ungustl“ zu spielen, ist er doch eigentlich ein überaus höflicher, korrekter und ordentlicher junger Mann. Paul ist entsetzt, als er bemerkt, dass sein Freund durch seine Kochkünste und handwerklichen Fähigkeiten bei Sophie ständig Glückshormone freisetzt. Diese Ménage-à-trois kann auf Dauer wirklich nicht gut gehen.

Bálint Walter überzeugt als nüchterner, feiger Paul, der nicht in der Lage ist, mit seiner Freundin Schluss zu machen. Wolfgang Kandler gibt seinen gutmütigen, etwas verklemmten Freund Martin, der sich Mühe geben muss, das von ihm geforderte Chaos zu verbreiten. Sonja Zobel umsorgt als gutmütige Sophie liebevoll den armen Martin, um ihm über den Verlust seiner Mutter hinwegzuhelfen.

Aberwitzige Missverständnisse und schräge Situationskomik prägen diese typisch französische Komödie. Caroline Richards hat das Dreipersonenstück mit viel Tempo und Witz in Szene gesetzt. Das Publikum reagierte von Anfang an mit schallendem Gelächter und die gute Laune hielt bis zum überraschenden Ende an. Ein Theaterabend, der nicht nur an einem heißen Sommertag für Erfrischung sorgt. Wer bissigen Humor liebt, sollte sich die Herbst- und Wintertermine vormerken. (Weitere Vorstellungen am 3. Oktober, 20. November, 7., 29., 30. Dezember im Kleinen Theater)

„Trennung für Feiglinge“ – Komödie von Clément Michel. Regie: Caroline Richards. Dramaturgie: Eva Maria Schachenhofer. Mit: Sonja Zobel, Bálint Walter, Wolfgang Kandler. Fotos: Christian Streili/ Kleines Theater

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