dorfzeitung _quer
Holländische Zeckeneier

Durch ein kleines Mißgeschick im Informationsfluß ist die europäische Bevölkerung leider viel zu früh auf den aktuellen Feldversuch mit Fipronil bei den Humanis aufmerksam geworden.

Dieser Wirkstoff wird in der Tiermedizin schon lange mit gutem Erfolg gegen Zecken- und Flohbefall eingesetzt. Die bewährtesten Formulierungen sind die benutzerfreundlichen Spot-On Präperate. Da diese Medikamentenform  jedoch im Humanbereich eher unüblich ist und wahrscheinlich auch nicht gut toleriert wird, ist man auf der Suche nach neuen Formulierungen.

Die Zukunftshoffnung in der Parasitenprophylaxe wäre eine geringe Zufuhr von Fipronil alle 2-3 Wochen über beipielsweise ein Frühstücksei gewesen. Über den Feldversuch wollte man die optimale Wirkdosis gegen Zecken, Flöhe und vielleicht auch Gelsen ermitteln.  Eier als Medikamententransportmittel hätten den ungeheueren Vorteil, dass sie in vielen Lebensmitteln (Eierteigwaren, Eierlikör, Ham and Eggs, etc.) mehr oder weniger  geschmacksneutral verarbeitet werden. (kat)


Wiener Schnitzel

Darf man den neuesten Gerüchten aus der EU Glauben schenken, sind die klassischen, dunkelgoldgelben Schnitzel ein Auslaufmodell. Sie dürfen in Zukunft aus gesundheitlichen Gründen nur mehr lichtgelb, so die neue Farbbezeichnung, serviert werden.

Aus gewöhnlich gut informierten Kreisen wird berichtet, dass es für “Bochanes” (Lieblingsspeisen vom Herrn Karl | Helmut Qualtinger) in Zukunft Farbkarten geben soll, mit denen die Köche den maximal zulässigen Bräunungsgrad feststellen können. Angeblich wurde schon eine EU-Farbkarten-Beschaffungskommission eingerichtet.

Es heißt also frei nach Geier Sturzflug: Geniessen Sie das Schnitzel, solange es noch geht“! Individuelle Bräunungsgrade der Schnitzelpanier sind in der EU unerwünscht. Josef Hader hätte künftig, wie im tragischkomischen österreichischen Roadmovie Indien dargestellt, keinen Job mehr als beamteter, niederösterreichischer Schnitzeltestesser.

An der dazupassenden Pommes Frittes Verordnung wird noch gearbeitet. (kat)

 


Schadensbericht in Salzburg

Heinz Schaden zieht die Konsequenzen aus dem SWAP Urteil und wird am 20. September 2017 im Gemeinderat, dem höchsten, demokratischen Gremium der Stadt Salzburg, sein Amt als Bürgermeister  zurücklegen.

Seit 1999 hatte er dieses Amt im Schloss Mirabell inne und er hat, wie er betonte, stets zum Wohle der Stadt gearbeitet. Eigentlich hätte er einen ruhmreicheren Abgang verdient. Es gab keine persönlichen Bereicherungen, er hatte nur das Pech, dass erstmals in der jüngeren Geschichte ein Politiker für seine Entscheidungen vor einem Gericht zur Rechenschaft gezogen wurde. Man darf gespannt sein, ob in anderen Bundesländern und Städten einmal ähnliche Aufdeckungsverfahren folgen werden.

Für Heinz Schaden mag dieses Urteil persönlich sehr bedauerlich sein, in einem Rechtsstaat kann es aber nicht anders gehen. (kat)


SWAP. Es gab keinen Schaden.

Die beim Salzburger Finanzskandal beteiligeten Politiker und Spitzenbeamten waren sich selbst immer ihrer Unschuld bewußt. Bis auf Monika Rathgeber, die die Weisungen immer mehr wie pflichtbewußt und ohne genauer zu hinterfragen ausgeführt hat. Und das bedauert sie heute.

Der Oberstaatsanwalt hat das etwas anders gesehen und geklagt. Bürgermeister Heinz Schaden, Ex-Landeshauptmann-Stellvertreter Othmar Raus, der ehermalige Leiter der Finanzabteilung Hofrat Eduard Paulus und alle anderen Angeklageten wurden vom Gericht für schuldig befunden und zu bemerkenswert heftigen Strafen verurteilt. Es wurde mit dieser Verurteilung ein sehr deutliches Zeichen gegen alle Freunderlwirtschaft gesetzt, erstmals wurden politische Fehler geahndet.

Freilich, ob irgendjemand wirklich hinter Schloss und Riegel kommt, bleibt zu bezweifeln. Jetzt kommden die Nichtigkeitsbeschwerden und was sonst noch alles an juridischen Gegenmaßnahmen möglich ist. Trotzdem, es war der Schritt in die richtige Richtung, Salzburg hat ein schönes Stück vom politischen Sumpf trockengelegt. 

Die Leistungen von Heinz Schaden für die Stadt Salzburg bleiben von diesem Urteil unberührt, er hat die letzten Jahrzehnte als Bürgermeister gut und solide gearbeitet. (kat)

Die Unschuldsvermutung >


Salzburger Festspiele 2017

Die sommerlichen Festspiele sind eröffnet und die Mozartstadt ist wie alljährlich fest in der Hand von tausenden Musik-, Theater- und Kunstfans aus aller Welt.

Die Neuinszenierung von Hoffmannsthals Jedermann ist weit interessanter als die neue Liste von Peter Pilz, mit der er für die Nationalratswahlen im kommenden Herbst kandidieren wird und von zweistelligen Prozenten träumt. Unzählige Galerien buhlen mit ihren Festpielausstellungen um Interessenten.

Es bewegt viel eher die Gemüter in der Stadt, wenn der Schauspieler Michael Ostrowski vor dem Triangl seinen 2 Kameraleuten erklärt: “Jetzt fragn mir amoi den Wirtn, ober der Jedermann schon da war.” Die Mozartstadt ist in Aufruhr, wenn am Jedermann am Domplatz gebastelt wurde. Tobias Moretti war sensationell als Teufel, aber als Jedermann?

Salzburg ist im sommerlichen Kulturrausch, feiert und das ist gut so. Auch deswegen liebe ich diese Stadt. (kat)


Kindesmissbrauch

Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Medienlandschaft, in mehr oder weniger großen Abständen wird über Kindesmissbrauch berichtet. Häufig sind Institutionen betroffen, in denen man Kinder in Heimen unterbrachte und Hierarchien und Abhängigkeiten ausgenutzt wurden.

Dabei spielt es eine eher untergeordnete Rolle, um welche Heime es sich handelte. Der Bogen spannte sich von kirchlichen Heimen und Schulen, über weltberühmte Kinderchöre bis hin zum Mißbrauch in staatlichen Jugendheimen.

Es gibt keine Entschuldigung dafür und es ist hoch an der Zeit, diese Missstände aufzuzeigen und Verfehlungen zur Rechenschaft zu ziehen. Nur dann kann man hoffen, dass derartige Fehlgriffe in Zukunft nicht mehr passieren! Kindesmissbrauch verjährt nicht. (kat)

Infos:
547 Regensburger Domspatzen misshandelt >
Finanzchef George Pell des Vatikans wegen Kindesmissbrauchs angeklagt >
Missbrauch: Wien-Heime öfter betroffen als Kirche gesamt >
Missbrauch in DDR-Jugendheimen – Kinder als Staatsfeinde >


Der Edelweiß-Fighter

Die österreichische Luftraumüberwachung wird neu aufgestellt.Darf man aktuellen Pressemeldungen glauben, dürften die Einsatztage unserer Abfangjäger vom System Eurofighter Typhoon gezählt sein, die Ausmusterung dieses Prestigefliegers steht unmittelbar bevor.

Verteidigungsminister Doskozil initiierte dieser Tage die Beschaffung eines würdigen Nachfolgejets für die veralteten Saab 105 Oe Jettrainer und des Tranche 1 Typhoon Eurofighters. Peter Pilz, ein ehemliges Grün-Urgestein mit Aufdeckerqualitäten, läßt seine Erfahrungen nach dem aktuellen parlamentarischen Eurofighter Untersuchungsausschuß einfliessen, heisst es aus gewöhnlich gut informierten Kreisen.

Die mindestens 18 Stück des künftigen Verteidigungsfliegers sollen bis 2020 kommen und die Langlebigleit der alten Saabtonnen, die Schnelligkeit und Wendigkeit der teuren Eurofighter und die Wendigkeit und Abgebrühtheit der einkaufenden Staatvertreter vereinen. Die ersten Probeflüge mit den neuen zur Auswahl stehenden Modellen haben schon begonnen, die Testpiloten zeigen sich begeistert. Einzig die notwendige Bewaffnung ist noch ein Thema.

Die Finanzierung ist so kurz vor anstehenden Neuwahlen kein Problem, in den letzten Sitzungen einer Legislaturperiode gibt es, wie die Erfahrung gezeigt hat, häufig nur ein stimmenhaschendes Durchwinken. (kat)


G20 Hamburg

Der Gipfel der G20, der wichtigsten Wirtschaftsmächte, der bevölkerungsreichsten Länder und so weiter ist vorbei. Am Ende hat man den kleinsten gemeinsamen Nenner gefunden und gerade noch eine für manche glaubwürdige Schlußerklärung zusammen gebracht.

Ob die großen Weichenstellungen für eine friedliche und gerechte Weltpolitik und -wirtschaft getätigt wurden, wage ich zu bezweifeln. Der Tanz um das goldene Kalb war und ist immer wichtiger als Klimaschutz, Ausbeutung und so weiter. Es gibt daher sicherlich sehr viele Gründe, um bei diesen Treffen der Großen und Wichtigen vorort zu demonstrieren und auf die offensichtlichsten Probleme aufmerksam zu machen. Das Demonstationsrecht ist für mich eine wichtige Säule einer funktionierenden Demokratie!

Daher kann und darf es in meinen Augen keine vermummten Demonstranten geben. Diese gewaltbereiten Chaoten gefährden mein Recht auf das Demonstrieren und das lasse ich mir nicht nehmen. Straßenkämpfe wie zuletzt in Hamburg sind kriminelle Aktivitäten einzelner Gruppierungen und in jeder Form abzulehnen, Vermummte haben auf Demonstrationen nichts verloren. Dabei sind die Extremlinken nicht besser als die Extremrechten, Gewalt ist nie und nimmer eine Lösung. Den Schwarzen Peter für die Ausschreitungen jetzt der Polizei zuzuschieben, ist Dünnbrettbohrerei.

Die ausufernden Kosten für die Sicherheit der Teilnehmer derartiger Gipfeltreffen und auch die anfallenden Reperaturkosten zahlt letztendlich der Steuerzahler. Auch bekommen diejenigen Wind in die Segel, die noch mehr Kontrolle und Überwachung wollen. Sorgen wir dafür, dass friedliche Demonstrationen möglich sind und die Rechte der Überwacher nicht noch größer werden! (kat)


Grüne Pilze in der Politik

Die Österreichischen Grünen positionieren sich für die kommenden Nationalratswahlen, eine Verjüngungskur im Kader ist angesagt. Wahrscheinlich auch schon lange notwendig, denn die Sesselkleberei wurde früher immer den anderen Parteien vorgeworfen.

Vergessen sind die Querelen mit den Jungen Grünen. Die packeln jetzt, wie man vor einigen Tagen gehört hat,  mit der KPÖ; die parlamentarischen Grünen sind ihnen ideologisch ganz einfach zu mittig. Selbst alte Haudegen mit einem großen Bekanntheitsgrad werden basisdemokratisch abgewählt. Giftgrüne Politpilze denken dann über eigene Kandidaturen nach und träumen von der eigenen Unersetzlichkeit im parlamentarischen Gefüge.

Vielleicht schafft man es im Dreikampf der Großen Drei, der blauen FPÖ, der türkisen ÖVP und der violetten SPÖ doch, das Zünglein an der Waage zu spielen.  Ob die personellen Rochaden bei den Grünen so kurz vor einem Urnengang taktisch klug waren, wird das Wahlergebnis zeigen.

Wohin die pinken NEOs driften, ist noch ungewiss, der stürmische Aufwind bei der ehemals besseren ÖVP ist zur Zeit nicht einmal ein laues Lüftlein. Die Sternschnuppe um das Team Stronach hat bei der letzten Wahl kurz aufgeleuchtet und ist dann irgendo im politischen Nirwana verglüht. (kat)


Parken in Salzburg

Es ist geschafft, die Salzburger Stadtregierung hat in einer visionären, zukunftsträchtigen Aktion die Lösung des schon lange andauernden Verkehrsproblems gefunden. Die notwendigen Beschlüsse sind gefaßt, ab 2018 sind die verstopften Einfahrtsstraßen aus allen Himmelsrichtungen und die überfüllten Straßen im Stadtzentrum Geschichte.

Es hat lange gedauert, bis die wahren Schuldigen der desaströsen Verkehrssituation in der Stadt Salzburg gefunden wurden, es sind die Pendler. Ab 2018 dürfen die dann für eine Jahres-Parkkarte in der Stadt lächerliche 540 € berappen. Ein wahres Schnäppchen.

Für die Stadtfinanzen wirkt sich das nebenbei auch nicht schlecht aus, vielleich lässt sich sogar damit die Autoparkfläche im Schloß Mirabell erneuern oder eine neue Einfahrtskontrolle installieren. Die Kosten dieser innovativen Verkehrslösung für die Stadt sind bescheiden. Parkhäuser mit Park & Ride Möglichkeiten an den Bahnhöfen sind oder ähnliche Geldfresser sind, wie man hört, vorläufig nicht geplant. (kat)


Die Vorteile sind unbestritten sensationell. Man kann mit den bunten Kreditkarten fast alles überall bezahlen. Oft genügt es schon, sie nur in die Nähe eines Bezahlterminals zu halten und schon läuft die Transaktion.  Genial einfach.Vorbei sind die Zeiten, als man noch mit dicken, prall gefüllten Brieftaschen prahlen konnte. Will man heute dazugehören, hat man Platin-Kredit-Cards ohne Limit von verschiedenen Anbietern.

Und es läßt sich alles damit machen: Einkaufen im Supermarkt, Hotels buchen, tanken, Flüge buchen, in Restaurants bezahlen, der Kirche spenden, online Medikamente bestellen, und so weiter und so fort. Es fällt bei diesem Plastikgeldshoppingvergnügen auch der unangenehme, kontrollierende Blick ins Börsel weg, ob das Geld für den Einkauf noch reicht, denn man hat ja ohnedies ausreichend Kredit.

Digitale Datensammler

Dazu kommen dann noch die freiwillig ins System eingespeisten Daten, die Facebook & Co sowie mit GPS ausgestattete Handys liefern, die Gesundheitsdaten vom Health-Tracker und Fitness-Tracker, wenn man gut ist auch von der e-Card, Life-Videobilder von Bahnhofts- und Straßenkameras, Kundenkarten, etc., Kontrollerherz, was willst du mehr. Die modernen Computer haben zudem die Rechenleistungen, um die anfallenden Datenmengen verarbeiten können. Ein Schelm der dabei Böses denkt.

Natürlich ist es nicht beabsichtigt, dass die Zukunft im Plastikgeld liegen soll und die Behörden, Banken, sowie alle, die technisch versiert genug sind (Hacker & Co), jeden Geldfluss kontrollieren und letztendlich sogar steuern können. Da hat man womöglich einige Tausender am Konto und der Bankomat spuckt nicht mehr als 50 € pro Woche aus, weil die Bank gerade knapp bei Kasse ist.

Big Brother liebt Dich

Wenn ich daran denke, wie wenige ausgezählte Stimmen bei Wahlen notwendig sind, um eine treffsichere Hochrechnung durchführen zu können, kommen mir dann schon Bedenken, wenn ich nur an das Gute im Plastikgeld und die Datensammelleidenschaft mancher glauben soll. Da könnte man doch glatt zum Goldfan und Silbersammler werden!

Dabei habe ich noch gar nicht über die Geldwäscherei, Schwarzgeld, Bitcoins, Vorratsdatenspeicherung und ähnliches nachgedacht. Die Viagra Werbung im Email-Spam, die seit meinen 55iger regelmäßig daherkommt, entlockt mir da schon eher einen digitalen Grinser. (kat)


Es mag schon sein, dass die Haarfarbe von Donald Trump in Wirklichkeit nicht so strohblond ist, wie ich sie auf meinem Bildschirm sehe. Wahrscheinlich stimmen auch die Witze über die Blondinen nicht alle, die man so im Allgemeinen kennt.

Trotzdem, Trump gibt sich schon als klischeehaftes Blondinchen, wenn man nur an seine Aufkündigung des Pariser Klimaschutzabkommens denkt. Make America Great Again hat bei diesem Thema nichts verloren. So blond kann man gar nicht sein! 

“Wir alle teilen die gleiche Verantwortung: Make our planet great again”, antwortet Macron. Eine starke Ansage des neuen französischen Präsidenten, die die transatlantische Aussage ins richtige Licht stellt, Gratulation. Ich kann nicht glauben, dass diese Aktion von Trump die Meinung des amerikanischen Volkes repräsentiert.