Beate Maly: Mord im Filmstudio

Beate Maly | Foto: Michaela Pink

Beate Maly | Foto: Michaela Pink

Beate Maly: Mord im Filmstudio

Autorin: Beate Maly
Titel: Mord im Filmstudio – Historischer Kriminalroman
ISBN: 978-3-7408-1736-7
Verlag: Emons Verlag GmbH
Erschienen: 2023

Klappentext:

Ein feinsinniger Wohlfühlkrimi aus dem Wien der goldenen 20er Jahre. Wien, 1925: Im Schönbrunner Schlosstheater wird »Der Rosenkavalier« gedreht. Die Filmmusik stammt von Richard Strauss, das Libretto von Hugo von Hofmannsthal.

Für die aufwendige Produktion werden Tausende Statisten benötigt – auch Ernestine und Anton sind mit von der Partie.

Als am zweiten Drehtag die Hauptdarstellerin mit einem Seidenschal erdrosselt in ihrer Garderobe aufgefunden wird, machen sich die beiden am Set auf Spurensuche – und kommen dem Täter dabei näher, als ihnen lieb ist.

Anni Lemberger

Rezension von Anni Lemberger

Ernestine Kirsch, pensionierte Lateinlehrerin hat in dem pensionierten Apotheker und früheren Vermieter, Anton Böck einen Freund und Seelenverwandten gefunden, mit dem sie ihre letzten Lebensjahre verbringen kann.

Die toughe Pensionistin, die in der Pension eher einen „Unruhezustand“ sieht, kann es deshalb nicht lassen, gemeinsam mit ihrem Anton, weiterhin aktiv zu bleiben. Dieses Mal hat sie sich fund Anton ür eine Statistenrolle des „Rosenkavaliers“ angemeldet und sie werden genommen.

Die vermeintlich „reichen und schönen Schauspielerinnen und Schauspieler“, auf die sich Ernestine so gefreut hat, entpuppen sich aber schnell als abgehobene und unmoralische weibliche und männliche Diven – und noch unmoralischer sind die Mauscheleien abseits vom Filmset….

Als die Hauptdarstellerin Louise Toupie tot aufgefunden wird, blicken die beiden „Privatschnüffler“ in tiefe Abgründe hinter dem schönen Schein.

Oder sollte das Mordmotiv gar nichts mit dem Filmset und dem „Rosenkavalier“ zu tun haben?

Da der ermittelnde Kriminalbeamte Erich, Anton Böck´s Schwiegersohn ist, wird er von den beiden Privatschnüfflern Ernestine und Anton tatkräftig unterstützt, was nicht ganz ungefährlich ist, denn die beiden nähern sich immer mehr dem Mordverdächtigen an….

Ein großartiger, historischer Kriminalroman aus der Welt des schönen Scheins.

Bereits die Einleitung gestaltet sich sehr spannend – sie berichtet das tragische Ende einer Internatsschülerin – bleibt aber vorerst so isoliert stehen und sollte erst am Ende des Romans zuordenbar werden.

Die beiden Protagonisten finde ich sehr sympathisch, sie sind hilfsbereit, charmant und absolute Familienmenschen mit einem Hang zur Neugierde. 

Die Spannung des Buches steigt zum Schluss hin noch einmal stark an, weil im letzten Moment noch eine Kehrtwende passiert, die zu einem völlig anderen Täter führt.

Was mich erstaunt hat, war die bereits moderne Denkweise über eine sanfte Pädagogik in den 20er Jahren, die sich leider in späteren Jahren noch einmal massiv in ein Erziehungsdiktat verwandelt hat. Aber auch der bereits beginnende Antisemitismus in den 20er Jahren deutet sich an und ist in diesem Roman sehr gut abgebildet.

Die Krimihandlung führt als roter Faden durch das Buch, das sehr gut recherchiert ist und die Zwischenkriegszeit sehr gut darstellt. Die bereits beginnende weibliche Emanzipation wird erwähnt, die Armut, besonders der Kriegswitwen, ebenfalls thematisiert, aber auch die völlig konträr stehende Scheinwelt des Films wird nicht ausgenommen.

Der Text ist gut lesbar, die Handlung gut nachvollziehbar und die damalige Zeit wird verständlich dargelegt.

Ein sehr gelungenes und charmantes Buch, das die Welt der 20er sehr gut abbildet und wiedergibt und so zu einem absoluten Lesevergnügen wird. 

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