Kunst und Kultur in den Bergen – Kultur Raum schaffen

 

Der ländliche Raum braucht eine Zukunft, die den Menschen auch abseits der großen Ballungszentren Wohlstand, Sicherheit und Lebensqualität bietet. Dabei geht es ebenso um ein ausreichendes und vielfältiges Angebot an Arbeitsplätzen wie um eine funktionsfähige Infrastruktur und Nahversorgung oder um den Erhalt des kulturellen, sozialen und ökologischen Gefüges auf dem Land.

Dieses Zitat war 2005 Ausgangsbasis des Medienprojektes „Lungauer Begegnungen“, einer Veranstaltungsplattform, welche die kulturelle Infrastruktur, die Information über Kulturveranstaltungen in der Region und somit das Freizeit/ Kulturangebot für Gäste und Einheimische erweitern sollte. Das Projekt erfuhr in den letzten Jahren eine umfassende Erweiterung und Professionalisierung, in bester Zusammenarbeit mit dem Tourismus wird die LKV dieses Projekt in mehreren Ebenen (Monatsprogramm „Kulturzeit“, Homepage und Sommer/Winter Programm Tamsweg) weiter geführt. Es erfährt sich größter Beliebtheit, ist topaktuell und wird bestens angenommen.

„Wir schaffen medialen Raum für Kultur“
und gründen ein neues Medium, das magazin no 2, welches Sie nun in den Händen halten. Über die Plattform KUBUS1024 (LKV in Kooperation mit Jeunesse Lungau, der Theaterschule SIMSALABIM und dem Theater MOKRIT) wird hier dem Diskurs über zeitgenössische Kunst & Kultur in den Bergen (im Lungau und in den angrenzenden Regionen) Raum gegeben. Menschen, die in engerem oder weiterem Kontakt zu uns stehen, melden sich zu Wort, nehmen Stellung, entfalten einen Diskurs.

„Wir schaffen Raum für kritischen Diskurs“
Ein Ort, eine Region gehört zuallererst seinen Bewohnern. Dies geht im Alltag gern unter. Selten wird darüber geredet, wie es uns eigentlich geht. Und wenn, dann geht es maximal um finanzielle Belange. Wir erlauben uns, den Diskurs in andere Bahnen zu lenken, und kulturelle und soziale Dinge, die der Alltag oft verdeckt, anzusprechen und sichtbar zu machen. Lebt es sich gut hier? Und wenn ja, für wen? Für wen nicht? Was ist vorhanden und was fehlt? Wo in Tamsweg, im Lungau verlaufen die gesellschaftlichen Sollbruchstellen?

„Wir schaffen umbauten Raum für Kultur“
Der Lungau ist ja reich gesegnet mit traditioneller Kultur und historischen Kulturgütern und Kulturlandschaften. Diese kulturellen Erscheinungsformen gilt es zu bewahren und zu fördern. Der Lungau braucht aber auch unbedingt einen Ort, an dem sich zeitgenössische Kultur verwirklichen und institutionalisieren kann. Dies ist umso wichtiger, als wir in einer Gesellschaft von großer sozialer wie kultureller Dynamik leben. Eine gute Zukunft des Lungaus hängt nicht unwesentlich davon ab, ob die jungen Lungauerinnen und Lungauer die Möglichkeit haben, mit beiden kulturellen Erscheinungsformen in Kontakt zu kommen: Mit Blasmusik, Volkstanz und Samsonumzügen, aber eben auch mit der so genannten „Moderne“, also Kulturformen, die neu im Entstehen sind oder sich erst entwickeln werden, die aber das Bild einer vorwärts schreitenden Gesellschaft unweigerlich mit formen.

Wir wollen dafür Raum schaffen. Für einen Brückenschlag zwischen lokaler Tradition und zeitgenössischer Kunst soll ein Haus gebaut werden, KUBUS 1024. In kontinuierlicher Kooperation mit regionalen Künstlern, Kulturvereinen, Schulen und in einem kreativen Dialog mit der Bevölkerung wollen wir das Haus zu einem kulturellen Schnittpunkt in der Region entwickeln. Der Bau des KUBUS 1024 schafft dafür Raum und ist daher eine Investition für und in die Zukunft, einer Zukunft, die dem Gestern, dem Heute und dem Morgen wertschätzend aber auch kritisch und damit verantwortungsvoll entgegen tritt.

Schaffen Sie Raum für sich und die Kultur, nehmen sie sich Zeit und lesen Sie das magazin no 2. Sind Sie kritisch und hinterfragen Sie, denn es geht um die Entwicklung und Lebensqualität in dieser unseren Region, dem wunderschönen Lungau. Und der verträgt dies, nein, er benötigt es sogar, ganz dringend, damit er nicht zum „Lungaoland“ der Querschläger verkommt und „Heidi auch weiter hier wohnen wird“.

Robert Wimmer, Obmann Lungauer Kulturvereinigung

Download: magazin no 2

PS: Warum Nr. 2? Wo ist magazin no 1?
Die Antwort: Bereits 2007 erschien magazin no 1, mit Schwerpunkt „Special Art & Special Olympics“. Herbert Fritzenwallner (1961 – 2011), Tischler, Sportler, Maler und Freund, schilderte in diesem Heft seine persönliche Erfolgsgeschichte. Ihm, der 2007 zusammen mit dem Künstler Reinhard Simbürger das Euthanasiedenkmal im Tamsweger Kirchhof geschaffen hat, widmen wir das magazin no 2 und behalten so die Erinnerungen an Ihn weiter ganz tief in unserem Herzen.

(Leitartikel aus dem magazin no 2, publiziert mit freundlicher Genehmigung der Lungauer Kulturvereinigung)

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1 Kommentar zu "Kunst und Kultur in den Bergen – Kultur Raum schaffen"

  1. Rochus Gratzfeld Rochus Gratzfeld | 14. November 2011 um 15:24 |

    eine spannende, wichtige KULURinitiative. ich würde mir wünschen, dass KUNST&KULTUR im lungau einen eigenen, eigenständigenRAUM finden mögen. gegen alle offensichtlichen widerstände. denn das einzige, das einzige, was den menschen vom tier unterscheidet, ist neben seiner unglaublichen brutalität, zu der er fähig ist, seine ebenso unglaublicheKREATIVITÄT.

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