Im Sommerhäuschen von Kaiserin Maria Theresia

Foto: KTraintinger

 

Foto: KTraintinger

Karl Traintinger. Den gestrigen Tag verbrachte ich mit Familie im fast fertig renovierten Barokschloß Schloss Hof im östlichen Niederösterreich. Und ein ganzer Tag ist die minimale Zeit, die der Besuch dieser imposanten Anlage mit dem Schloss, dem Garten und der Meierei in Anpruch nimmt. Am beeindruckensten war für mich die Größe der Anlage, die die sich auf über 50 Hektar erstreckt.

Der Barokgarten ist in mehrere Terassen gegliedert.

Der Barokgarten ist in mehrere Terassen gegliedert.

Der Architekt Johann Lucas von Hildebrand errichtete im frühen 18. Jahrhundert diesen Prachtbau als Jagd- und Sommerschloss für den sehr vermögenden Prinz Eugen von Savoyen. Im Jahr 1756 erwarb Kaiserin Maria Theresia das Schloss und sie verbrachte jedes Jahr zusammen mit ihrem Mann Kaiser mehrere Wochen auf dem Land. Über 200 Bedienstete ermöglichten dem Regentenpaar den standesgemäßen Aufenthalt. Heute arbeiten im Sommer über 120 Menschen in Schloss Hof, um die Anlage in Schwung zu halten und die Restauration und Revitalisierung voranzutreiben.

Die weißen Esel werden auf Schloss Hof wieder gezüchtet.

Die weißen Esel werden und wurden auf Schloss Hof gezüchtet.

Der kaiserliche Hofarchitekt Franz Anton Hillebrandt gab dem Schloss sein heutiges Erscheinungsbild. Die Habsburger nach Maria Theresia zeigten kaum noch Interesse an der Marchfelder Sommerresidenz,  Kaiser Franz Joseph widmete die Anlage gegen Ende des 19. Jahrhunderts zur militärischen Ausbildungsstätte um. Die k.k. Kavallerie wurde vom Österreichischen Bundesheer abgelöst, es folgten dann die Deutsche Wehrmacht und die russische Besatzung. 1955 wurde erstmals über eine Restaurierung und neue Nutzung gesprochen die aber erst 2002 in Angriff genommen wurde. Auch Meierei, die Orangerie und die Gärten wurden und werden in Österreichs größter Schlossanlage auf dem Land originalgetreu renoviert. In ein bis zwei Jahren soll alles fertig sein.Seit 2005 erstrahlt das Barokschloss Schloss Hof wieder in neuem Glanz und ist auch für Besucher geöffnet.

Das Preis-/ Leistungsverhältnis im Schlossgasthaus ist eher schwierig, ich würde fast den Picknikkorb empfehlen.

Das Preis-/ Leistungsverhältnis im Schlossgasthaus ist eher schwierig.

Den Herrschern der damaligen Zeit wird oft nachgesagt, sie hätten den Bezug zur Realität verloren, das mag schon richtig sein. Auf jeden Fall hatten sie einen Sinn für Schönheit und da bin ich mir bei einigen aktuellen Arbeiten nicht ganz so sicher.  Die Menschen damals mussten für die “Spinnereien” ihrer Herrscher zahlen, heute zahlen wir für die Bankenpleite und so manchen Staatsbetrieb, wenn ich nur an die AUA denke. Wo ist für den Zahler der Unterschied?

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1 Kommentar zu "Im Sommerhäuschen von Kaiserin Maria Theresia"

  1. Ich war vor Jahren in Schlosshof und war hell auf begeistert! So könnte ich mir mein Sommerhäuschen auch vorstellen! 🙂

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