Gutes Personal ist schwer zu bekommen

Miguel Horn

„Kunst am Donausteig“ von Miguel Horn - Kraftwerk Jochenstein | Foto: KTraintingerDorfbild.com

Wie schwer gutes Personal zu bekommen ist, hört man landauf – landab, besonders im Westen Österreichs. Vom Industriebetrieb bis zum kleinen Handwerker jammern alle, dass man keine geeigneten Leute findet.

Wolfgang Bauer

Von Wolfgang Bauer

Manche Berufe will überhaupt niemand mehr ausüben. So steht der letzte Rechenmacher weit und breit, Sepp Frauenschuh, mit weit über 80 Jahren noch täglich in seiner Werkstatt in Bürmoos, um die vielen Wünsche nach den unterschiedlichsten Rechen befriedigen zu können.

Der Rechenmacher bei der Arbeit
Der Rechenmacher bei der Arbeit

Das war in den 1930er Jahren ganz anders. Arbeit gab es kaum, einige kräftige Männer kamen beim Bau der Glocknerstraße unter, Andere beim Bau der Autobahn oder bei der Torfgewinnung in Bayern. Die Übrigen waren arbeitslos. Wenn damals in der Nacht Schüsse krachten, so ging das (nicht nur) gegen die politischen Gegner – siehe Putsch in Lamprechtshausen – sondern es ging oft auch einem Reh an den Kragen. Manche Gendarmen, die die hungrigen Augen der Kinder gesehen hatten, überhörten die Schüsse. Andere wollten ihre Macht demonstrieren und lauerten den Wildschützen auf – oft allerdings vergebens.

___STEADY_PAYWALL___

Auch heute wollen oft manche ihre Macht demonstrieren. So werden auf Anordnung von Innen- und Sozialministerium noch immer Asylsuchende, die schon eine Lehre begonnen haben, hirn- und herzlos abgeschoben, obwohl sie dringend gebraucht würden. Vurschrift is Vurschrift!

Dieser Mangel an guten Mitarbeitern macht sich selbst in den Ministerien schon bemerkbar. So hat kürzlich, soweit bisher bekannt, ein Mitarbeiter von Ex-Kanzler Kurz nach dessen Rücktritt bei der Räumung des Büros einen Druckerspeicher vernichten lassen. Dieser intellektuelle Minderleister gab bei der Entsorgungsfirma zwar einen falschen Namen an, jedoch seine richtige Handynummer. Weil er die Zerstörungskosten von € 76.– nicht zahlte, kam das Ganze ans Licht. Der hochqualifizierte Mann, der für den Spott für seine Aktion nicht zu sorgen braucht, arbeitet jetzt in der ÖVP-Zentrale.

Elektroschrott
Elektroschrott. Was verbirgt sich noch hinter den Abdeckungen?

Dabei schwimmt ja die ÖVP offensichtlich im Geld und hätte die Rechnung leicht zahlen können. Wenn man den Altkanzler Kurz, statt ihm eine mehrmonatige Urlaubsreise durch Österreich und die ganze  Welt zu bezahlen, stattdessen in den Nationalrat gesetzt hätte, hätten alle etwas davon. Er könnte dort alles das, was er jetzt für die Zukunft verspricht und was er in den letzten Jahren als Minister und Kanzler nicht zustande gebracht hat, endlich umzusetzen beginnen.

Bei der Zerstörung des Druckerspeichers stellt sich allerdings eine Frage: Ist es üblich, nach jedem Kanzler- und Ministerwechsel alle Datenträger zu zerstören? Immerhin werden wir heuer (2019) bis zum Jahresende in jedem Ressort viermal einen Wechsel gehabt haben. Wer bezahlt diesen Vandalismus. Wäre vielleicht einer Überprüfung durch den Rechnungshof wert.

Kanzleischrift (Kurrent)

PS: In der (nicht immer guten) alten Zeit hatte man die Probleme mit dem vertuschen von kompromittierenden Daten nicht. Geheime handgeschriebene Dossiers hinterließen höchstens auf dem Löschpapier Spuren und der Schreiber, wenn er nicht absolut zuverlässig war, wurde in einen der vielen Kriege geschickt, wo er fast sicher umkam.

image_pdfimage_print

Dorfladen

1 Kommentar zu "Gutes Personal ist schwer zu bekommen"

  1. So neu ist diese Datenlöschaktion nach einem Regierungswechsel auch wieder nicht. KH Grasser fand leere Computer nach Rudolf Edlinger. Kanzler Klima hinterließ ein leere PC´s für Wolfgang Schüssel. Ist es nicht normal, dass man für den Nachfolger den Tisch räumt?

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.