Naturschutzgebiet Oichtenriede

Das Naturschutzgebiet im nördl. Salzburger Flachgau

Ein Bericht von Bernhard Müller  (Fotos: Karl Traintinger)

Der Oichtenbach ist ein Bach der planar-kollinen Höhenstufe. Er entspringt an der oberösterreichisch-salzburgischen Grenze – 30 km nördlich der Stadt Salzburg – in einer Seehöhe von ca. 500 m und durchfließt anfänglich mit starkem Gefälle die Endmoränenwälle der Würmeiszeit. Darauf folgt ein Talboden, begleitet von ehemals ausgedehnten Sumpfwiesen, Flach- und Hochmooren bis etwa zur Ortschaft Nußdorf. Bis zu Beginn dieses Jahrhunderts war das gesamte Gebiet durch die vielen Mäander des Oichtenbaches geprägt.Südwestlich von Nußdorf schnitt sich der Bach tief in die spätglazialen Seetone ein und erreichte die Talaue der Salzach, in die er in 391 m mündet.

Oichtenriede

Oichtenriede

Charakteristik: Flachlandtyp der Karbonatsgesteinsgruppe; Mäandertyp mit hohen Schluff- und Tonanteil mit geringer Schleppspannung aufgrund geringen Gefälles. Das Gewässer ist in seinen Ablagerungen festgelegt und gekennzeichnet durch die Ausbildung von Kleinmäandern, die nur 1 – 2 Flußbreiten auspendeln. Der Oichtenbach sammelt sein Wasser aus dem hauptsächlich aus Würmmoränen aufgebauten Untergrund. Es treten aber auch Schliertonmergel der Molasse, Feinsande und Sandsteine sowie Gesteine des Helveticums und der Flyschzone zutage. Das Einzugsgebiet besteht größtenteils aus landwirtschaftlich genutzten Flächen, vor allem Grünland, aber auch tannenreiche Fichtenforste und Laubwald sind im Einzugsgebiet mit etwa 40% vertreten.Bäuerliche Siedlungen liegen im Raum von Michaelbeuern und Nußdorf; Weilerform herrscht vor.In der Zeit von 1916 – 1920 wurden mit Hilfe von russischen Kriegsgefangenen Regulierungsarbeiten ausgeführt, womit Voraussetzungen für umfangreiche Entwässerungen der angrenzenden Flächen geschaffen wurden.

Das Naturschutzgebiet (NSG) erstreckt sich der Länge (NS-Richtung) nach etwa von der Landesgrenze bis vor Michaelbeuern und zwischen den beiden Straßen östlich und westlich des Tales. Einfacher beschrieben: vom Ursprung der Oichten bis vor Lauterbach. Die Oichten ist in diesem Gebiet zwar weitgehend begradigt, jedoch liegen hier die heute noch am besten erhaltenen Riedflächen. Die Grundbesitzer erhalten für die Fortführung der extensiven Streuwiesennutzung im Bereich des NSG vom Land Pflegeprämien.

Dieser Teil ist mit 65 Arten zur Brutzeit am artenreichsten. Insbesondere ist die Anzahl der an Feuchtgebiete gebundenen Arten am höchsten. Die Strukturierung mit Baumgruppen und kleinen Wäldchen abseits des Baches kann den Mangel an Gehölzen an der regulierten Oichten ausgleichen. Ohne Zweifel ist das Naturschutzgebiet “Oichtenriede” insbesondere für den Schutz bedrohter Vogelarten von Feuchtgebieten von großer Bedeutung. Wobei das Brutvorkommen des “Großen Brachvogels”, des Wachtelkönigs, der Krickente, des Rebhuhns, der Bekassine und des Baumfalken besonders hervorzuheben sind. Allgemein ist zu bemerken, daß – aufgrund der zahlreichen Entwässerungen – von der ursprünglichen Vegetation nur mehr Restbestände vorzufinden sind. Im nordöstlichen Teil (unterhalb von Durchham und Liersching) befinden sich jedoch noch ein ausgedehnter Bestand von Schlankseggenried und Kopfbinsenmoor, sowie Orchideenstandorte.

Größe: Die Größe des Einzugsgebietes bis zur Mündung beträgt ca. 66 km² . Die Niedermoore und Streuwiesen waren einst ein ausgedehntes Brutgebiet des Großen Brachvogels. Heute sind diese auf das Naturschutzgebiet Oichtenriede mit ca. 120 ha zusammengeschrumpft. Und die Brachvogelpopulation ist auf ein paar wenige Brutpaare gesunken.

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2 Kommentare zu "Naturschutzgebiet Oichtenriede"

  1. Informativer Bericht und fotografisch wunderschön eingefangen! In den paar Jahren von der Würm-Eiszeit bis jetzt hat sich doch einiges getan 😀

  2. hej! auf einem foto wär fast mein haus drauf.

    wir sind oft dort spazieren gegangen, der naturlehrpfad ist interessant und wunderschön im sommer!

    was haben wir für ein glück, in so einer umgebung zu leben!

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