März – Der Monat des Gottes Mars

Auerlebnisweg

Frühlingsknotenblumen (Leucojum vernum) und Schneeglöckchen (Galanthus) in der Weitwörther Au | Foto: Karl Traintinger, Dorfbild.at

Der Name des dritten Monats im Jahr leitet sich von dem römischen Gott Mars ab. In althochdeutscher Zeit wurde der Monat neben merzo auch lenzinmanoth „Lenzmonat“ genannt.

Michaela Essler

Von Michaela Essler

In den althochdeutschen Quellen finden sich für den dritten Monat im Jahr die Bezeichnungen merzo und lenzinmanoth „Lenzmonat“. Der Name lenzinmanoth geht zurück auf die Einführung einheitlicher deutscher Monatsnamen durch Kaiser Karl den Großen (747/748-814 n. Chr.). Althochdeutsch lenzo oder lenzin sind Verkürzungen aus westgermanisch *langa-tīna– „langer Tag“. Lenz war ursprünglich eine Bezeichnung für die Zeit nach dem Winter, in der die Tage länger werden. Bis ins 15. Jahrhundert war Lenz die übliche Bezeichnung für die Jahreszeit Frühling. Der Monat, in dem der Lenz beginnt, ist der Monat März. Daher die Bezeichnung Lenzmonat „Frühlingsmonat“.

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Der Name März geht zurück auf den lateinischen Monatsnamen mēnsis (Monat) Mārtius und leitet sich von dem römischen Kriegsgott Mars ab. Die althochdeutsche Form merzo wurde im Mittelhochdeutschen zu mertze, mertz oder martze gewandelt. Die heute gültige Schreibung März setzte sich im 18. Jahrhundert durch.

Der römische Dichter Ovid (43 v. Chr.-17 n. Chr.) beschreibt in seinem Buch über den römischen Festkalender, wie der Monat zu seinem Namen kam. Der römische Kriegsgott Mars sah die jungfräuliche Vestalin Rhea Silvia, eine römische Priesterin der Göttin Vesta, begehrte und vergewaltigte sie. Rhea Silvia wurde schwanger und gebar die Zwillingsbrüder Romulus und Remus. Romulus, der Begründer der Stadt Rom, benannte den ersten Monat im altrömischen Kalender nach seinem Vater Mars. Bis zum Jahr 153 v. Chr. begann das römische Jahr am 1. März. Danach wurde der Jahresanfang auf den 1. Jänner vorverlegt und der Monat März dadurch zum dritten Monat im Jahr.

Auf den 15. März des Jahres 44 v. Chr. geht der Ausdruck Iden des März zurück. Das lateinische Wort Idus bezeichnete in den Monaten März, Mai, Juli und Oktober den 15. Tag des Monats, in den anderen Monaten des Jahres den 13. Tag des Monats. Im Jahr 44 v. Chr. warnte ein Zukunftsbefrager Gaius Iulius Caesar, sich vor den Iden des März zu hüten. Caesar missachtete diese Warnung, ging in den Senat und wurde an diesem Tag von den römischen Senatoren ermordet. Wie bedeutsam dieses Ereignis und seine Folgen waren, lässt sich daran erkennen, dass der Ausdruck Iden des März bis heute, über 2000 Jahre später, synonym für ein bevorstehendes Unheil verwendet wird. Prominentes Beispiel für die Verwendung des Ausdrucks aus unserer Zeit ist der Filmtitel The Ides of March – Tage des Verrats aus dem Jahr 2011.

Einer anderen historischen Periode entspringt die Bezeichnung Vormärz. Mit Vormärz wird im deutschen Sprachraum die Zeit zwischen dem Wiener Kongress 1815 und der Revolution im März 1848 bezeichnet, die auch Märzrevolution genannt wird.

Der Wiener Kongress markierte das Ende der napoleonischen Kriege in Europa. In den folgenden Jahrzehnten wollten die europäischen Staatenlenker die Umbrüche, die durch die Französische Revolution im Jahr 1789 in Europa ausgelöst wurden, rückgängig machen und die vorrevolutionären Verhältnisse wieder herstellen. Liberale, demokratische Strömungen wurden unterdrückt, politische Organisationen verboten, die staatliche Kontrolle durch Bespitzelungen gestärkt und mithilfe einer strengen Zensur die freie Meinungsäußerung unterbunden. Diese restriktiven Maßnahmen führten im März 1848 zu Aufständen. Die Revolutionäre forderten Meinungs- und Pressefreiheit, die Einführung von demokratischen Strukturen und teilweise auch die Abschaffung von Monarchien. Obwohl der Märzrevolution kein Erfolg beschieden war, markiert sie das Ende der Zeit des Vormärz und führte langfristig in den europäischen Ländern zur Einführung demokratischer Grundrechte, Verfassungen und Parlamenten.

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Dorfladen

Über den Autor

Michaela Essler
Mag. Dr. Michaela Essler, 1966 in Salzburg geboren, studierte Allgemeine und Historisch-vergleichende Sprachwissenschaft an der Paris-Lodron-Universität Salzburg und promovierte im Fach Indogermanische Sprachwissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Absolventin des Österreichischen Journalisten-Kollegs am Kuratorium für Journalistenausbildung Salzburg

1 Kommentar zu "März – Der Monat des Gottes Mars"

  1. Heinrich Frei | 8. März 2021 um 09:09 |

    Michaela Essler schreibt: Der römische Dichter Ovid beschreibt wie der Monat zu seinem Namen kam. Der römische Kriegsgott Mars sah die jungfräuliche Vestalin Rhea Silvia, eine römische Priesterin der Göttin Vesta, begehrte und vergewaltigte sie. Rhea Silvia wurde schwanger und gebar die Zwillingsbrüder Romulus und Remus. Romulus, der Begründer der Stadt Rom, benannte den ersten Monat im altrömischen Kalender nach seinem Vater Mars.»

    «Perseverance» sucht auf dem Mars nach Spuren des Lebens

    In diesem Frühling, in diesem sonnigen Lenz, ist der Mars auch wieder im Gespräch: Der US-Rover «Perseverance» ist kürzlich erfolgreich auf der Oberfläche des Roten Planeten gelandet. Dieses Fahrzeug soll nach Spuren des Lebens auf dem Mars suchen. Bald soll auch die Sonde Chinas die den Mars umkreist «in etwa drei Monaten» einen Landeversuch auf dem Mars unternehmen. Wäre es nicht besser die USA und China würden sich um die Probleme der Erde kümmern, statt auf dem Mars nach Spuren des Lebens zu suchen?

    Wenn die Menschheit nämlich so weiter wirtschaften wird werden vielleicht ferne Bewohner der Milchstrasse auch einmal nach Lebenszeichen auf der Erde suchen, wie jetzt die Erdbewohner auf dem Mars. Nach einem Atomkrieg auf der Erde? Die Atomkriegsuhr steht heute 100 Sekunden vor Mitternacht, vor dem Ausbruch eines allesvernichtenden Atomkrieg, wie Wissenschafter angesichts der prekären politischen Lagen sagen.

    Das Fahrzeug “Opportunity” der NASA Wunderkinder fuhr schon 2003 auf dem Mars herum

    Es ist eigentlich nichts Neues, dass Fahrzeuge der NASA auf dem Mars herumkurven, wie man auf der Website der NASA seit Jahren dokumentiert wird. Das Fahrzeug “Opportunity” fuhr seit 2003 auf dem Mars herum, “Curiosity” seit 2012. Mars Science Laboratory – Curiosity Rover | NASA
    Opportunity und Curiosity kurvten schon damals mit Schweizer Maxom-Minimotoren auf dem Mars herum und mit Lithium-Batterien trotz der grossen Temperaturschwankungen diesem Planeten. Diese Fahrzeuge sandten auch schon Bilder und Messdaten zur Erde. Die Bilder und Daten wurden über eine um den Mars kreisende Zwischenstation, über den Mars-Orbiter, zur Erde gesendet.
    Sechsmal besuchten damals die Amerikaner den Mond…

    Vor fünfzig Jahren fuhr auch schon ein Wägelchen mit Astronauten an Bord auf dem Mond herum, im Rahmen des Apollo Programmes. Sechsmal besuchten damals die Amerikaner den Mond. Die nächsten Mondlandungen die 2024 oder später geplant sind sollten daher ein Kinderspiel sein. Bald soll auch eine Frau auf den Mond geschossen werden. Bei den sechs Mondlandungen zwischen 1969 und 1972 hatten wir noch keine PCs auf unseren Tischen und noch lange nicht gab es Handys.

    Siehe auch: «Wunder der Technik auf dem Mars» http://www.nrhz.de http://nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=25118

    Siehe auch: «Mond und Mars haben selten so gut gelacht über Raumfahrtpläne der Erdbewohner» Mond und Mars haben selten so gut gelacht über Raumfahrtpläne der Erdbewohner – IFOR Schweiz – MIR Suisse (ifor-mir.ch)

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