Singen ist Frieden

Emailwerk Singen

Seit mittlerweile 10 Jahren bietet das Emailwerk jenen Singbegeisterten, die zwar mit anderen musizieren wollen, aber sich nicht an einem Chor ganzjährig binden wollen oder können, ein geeignetes Format an: den Gospel/Pop-Chor, geleitet von Richard Griesfelder. 7, manchmal auch 10 Proben und eine Aufführung vor Publikum, das war die Idee, die bis heute ihre Anhänger findet.

Leo Fellinger

Von Leo Fellinger

Eine Momentaufnahme vom 1. Dezember 2023: In einer Zeit, die geprägt ist von Bildern des Unfriedens, in kriegerischen Weltteilen wie auch bei uns – wenn auch hier nur verbal – in einer Zeit, in der wir kämpfen müssen um den Erhalt unserer Lebensgrundlage, der Natur, in Zeiten wie diesen ist eine Stunde der friedlichen Auszeit mehr wert als vieles andere. Es gibt ein probates Mittel, mit dem man das besser als mit vielen anderen Strategien erreichen kann: Singen. Oder den Sängerinnen und Sängern zuhören, sich mitreißen lassen von einer Leidenschaft, die ohnegleichen ist.

So geschehen im anbrechenden Dezember im Kulturhaus Emailwerk, wo 62 Singbegeisterte aller Generationen, von 9 bis über 70 Jahren die Abschluss-Session ihres zu Ende gegangenen Pop/Gospel-Workshop zelebrierten. 8 Wochen lang haben sie sich jeden Donnerstag hier getroffen und mit der Hilfe des charismatischen musikalischen Leiters Richard Griesfelder etliche Songs erlernt und geprobt. Er ist es auch, der die Menschen zu musikalischen Höchstleistungen motiviert. Zwei Gruppen waren es – die Kinder im Alter zwischen 9-14 Jahren und die Erwachsenen. Bei der Session treffen sie üblicherweise erstmals aufeinander und singen sich gegenseitig etwas vor, als Höhepunkt ganz am Ende auch ein Lied gemeinsam.

Doch was jeder und jedem im Ohr bleibt, ist der Klang dieses wunderbaren temporären Chores, der nach so kurzer Probezeit erstaunlich gut und voll klingt und sich mit Leichtigkeit erhebt, um jedes Herz im prallgefüllten Emailwerk zu berühren. Zugegeben, 70 % im Publikum sind Angehörige der Protagonist:innen, dutzende Hände sind ausgestreckt in der Luft und umklammern Handys, um den Moment festzuhalten und ihn immer und immer wieder zu Hause nochmal zu erleben. Doch auch wenn das wie ein Turbo-Bonus wirkt – die stimmliche Qualität, die Bandbreite der Klangfarben und des Tempos, die brennende Überzeugung und die totale Freude und fabelhafte Klarheit, mit der sie singen, ist atemberaubend.

Die Bühne ist mit leuchtenden Farben gefüllt, da jede und jeder sich für das Konzert herausgeputzt hat, was für ein aufregendes Bühnenbild! Die Kraft der Gruppe liegt in ihrem Drang und Bemühen zu einer perfekten Einheit – das ist Ensemblearbeit in ihrer wahrhaftigsten Form. Trotzdem gibt es immer noch genügend Möglichkeiten, um hervorzustechen, es gibt viele solistische Einlagen, von jenen, die sich überwinden und einen Sprung ist kalte Wasser wagen, um nach bangen Minuten mit viel Applaus belohnt zu werden.

Ein Treffen unterschiedlichster Generationen, unterschiedlichen Glaubens und Herkunft, Jung und Alt dicht nebeneinander, Menschen, die trotz ihrer Unterschiedlichkeit das friedliche Miteinander suchen und finden. Das Rezept? Singen. Und Zuhören – das verschafft ein bewegendes Erlebnis, eine kurze Zeit der kochenden Emotionen, berührend und bewegend, eine friedliche Auszeit angesichts der eingangs erwähnten Situation. Mehr davon! Mehr Singen, mehr Miteinander, mehr Frieden. Das wünsche ich uns allen.

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