Klaus Oppitz: Die Hinrichtung des Martin P.

Klaus Oppitz

Klaus Oppitz | Foto: Ela Angerer/ Kremayr & Scheriau

Autor: Klaus Oppitz
Titel: Die Hinrichtung des Martin P.
ISBN: 978-3-2180-1180-8
Verlag: Kremayr & Scheriau GmbH & Co.KG
Erschienen: September 2019

Klappentext:

Martin Pietsch ist 43 Jahre alt, hoffnungslos arbeitslos und gerade dabei, seine Beziehung gegen die Wand zu fahren.

Als in einer großen Wohnanlage ein 17-jähriger Tschetschene ein kleines Mädchen tötet, brennen Pietsch mit einer gehörigen Dosis Frustration (und einer ebenso gehörigen Dosis Alkohol im Blut) die Sicherungen durch.

Er reagiert sich in einem Hassposting gegen den Kindsmörder ab. Pietsch brüstet sich damit, ihn eigenhändig umbringen zu wollen – und erhält dafür euphorischen Zuspruch aus dem Netz.

Womit er jedoch nicht rechnet: Er wird tatsächlich beim Wort genommen. Er soll den Täter hinrichten. Und bekommt dafür auch noch eine Menge Geld geboten. Und einen festen Job. Es wäre die Lösung all seiner Probleme.

Aber natürlich wird Pietsch niemanden töten. Das kann er doch nicht! Oder? Kann er?

Rezension von Rebecca Schönleitner

Klaus Oppitz ist bekannt für seine skurrilen Zukunftsvisionen, welche er in seinen vorherigen Werken „Auswandertag“ und „Landuntergang“ bereits ausreichend beweisen konnte.

Was er aber in seinem neuesten Werk aufleben lässt ist nicht nur grauenhaft, sondern macht auch sehr nachdenklich.

Martin Pietsch ist ein Versager in jeder Hinsicht, aber noch weit weg davon dies auch zu erkennen. Er reagiert sich im Internet ab, das Netz ist geduldig, vergisst aber nicht. Als ein junger Tschetschene ein kleines Mädchen am helllichten Tag in der Sandkiste absticht, schreibt er voll von Frust und Alkohol den fatalen Satz: “Gebt mir sein Messer und ich schlachte ihn genauso ab wie er das kleine Mädchen.” Zusätzlich zu zahlreiche positiven Facebook Kommentaren erhält er das Angebot ein einmaliger Henker zu werden, das neue Gesetz der Todesstrafe ist gerade durch.

Wie wird er sich entscheiden? Das Angebot bietet eine einmalige Chance im Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen, viel Geld zu verdienen – und im Grunde genommen denkt Martin sich ja, er würde der Menscheit Gutes tun so ein Monster abzuschlachten. Doch ist das die Lösung?

Der Roman ist durch die Möglichkeit, dass so eine Situation tatsächlich eintreten kann unglaublich realistisch und erschreckend. Er macht Angst und sollte unbedingt gelesen werden.

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