Die Wut, lebendig zu sein

Nano

Der kleine Nono – dessen Kopf manchmal woanders ist – hatte schon immer nur eine Idee: eine riesige Party zu seinem zehnten Geburtstag zu veranstalten. Er erzählt seinen Freundinnen und Freunden von der Farbe der Girlanden, den Kuchen und der Playlist. Doch als der Sturm Maria Theresia seine wütenden Böen über das Land bläst und jeden zwingt, zu Hause zu bleiben, wird alles in Frage gestellt…

Leo Fellinger

Von Leo Fellinger

Das Kinder- und Jugendstück FIESTA war zu Gast auf der Emailwerkbühne, ein Stück, das die 1987 geborenen Gwendoline Soublin vor dem Hintergrund der Ausgangssperre in Frankreich während der ersten Welle der Covid19-Pandemie geschrieben hat.

Es handelt von dem neunjährigen Jungen Nono, der mit einer Behinderung lebt, und von keinem Schauspieler auf der Bühne verkörpert wird. Alles wird aus der Perspektive seiner vier Freunde erzählt. Schon immer hat sich bei Nono alles um die Party gedreht, die er zu seinem zehnten Geburtstag geben würde. Alles ist bis ins letzte Detail durchgeplant: Was er anzieht, was es zu Essen geben soll, wer eingeladen ist, welche Playlist sein Papa an dem Tag spielen wird.

Doch in der Woche vor dem Geburtstag kündigt die Wettervorhersage ein schweres Unwetter namens Maria Theresia an. Als der Wind immer heftiger wird, Bäume ausreißt und Autos durch die Luft bläst, verhängt die Regierung zum Schutz der Bevölkerung eine Ausgangssperre. Alle müssen zu Hause bleiben, niemand soll mehr rausgehen. Nicht zur Schule, nicht zur Arbeit, nicht zum Supermarkt. Nicht zu Nonos Geburtstag. Die Freunde zerbrechen sich den Kopf, wie sie es zum Wohnblock gegenüber schaffen können, in dem Nono wohnt. Werden sie Wind und Wetter trotzen und sich an den Eltern vorbei nach draußen stehlen oder müssen sie Nono absagen? Ist denn der zehnte Geburtstag letzten Endes überhaupt so wichtig? Sie schmieden einen mutigen Plan, um die Party doch stattfinden zu lassen…

Ein kochendes und zärtliches Stück, das die Kraft der Freundschaft, die Notwendigkeit, zusammen zu sein, und die Wut, lebendig zu sein, feiert – trotz aller Stürme, trotz aller Ausgangssperren. Großartig inszeniert von Joachim Gottfried Goller und Armela Madreiter, ein Bühnenbild, das die vielschichtigen Ebenen der kindlichen Seele großartig darstellt, dazu eine qietschbunt schreiende Ausstattung von Jenny Schleif und letztlich vier großartige Darsteller:innen: Juliette Larat, Ludwig Michael, Riccardo Pallotta und Ines Maria Winklhofer.

Obwohl das Stück für Kinder und Jugendliche ab 8 Jahren angekündigt ist, freut sich das Erwachsenenherz ebenso über diese wunderbare Initiative der Salzburger Festspiele im Rahmen des Jugendprogrammes “jung & jede*r“

Dorfzeitung - Merkantiles

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