Februar und Hornung – der zweite Monat im Jahr

Oichtenriede

Landschaftsschutzgebiet Oichtenriede | Foto: Karrl Traintinger Dorfbild.at

Der Name Februar, für den zweiten Monat im Jahr, leitet sich von der lateinischen Monatsbezeichnung mēnsis februārius ab und wurde im 15. Jahrhundert ins Deutsche übernommen. Davor hatte der Monat den Namen Hornung.

Michaela Essler

Von Michaela Essler

Das Wort Februar geht zurück auf den lateinischen Monatsnamen mēnsis (Monat) februārius „Reinigungsmonat“, der sich von lateinisch februāre „reinigen“ ableitet. Der Februar war im altrömischen Kalender der letzte Monat des Jahres in dem Reinigungs- und Sühneopfer abgehalten wurden. Erst im zweiten vorchristlichen Jahrhundert verlegten die Römer den Jahresbeginn auf den 1. Jänner.

Die Bezeichnung Februar gelangte im 15. Jahrhundert ins Deutsche. Davor wurde der zweite Monat im Jahr Hornung genannt. Diese Bezeichnung geht auf die Einführung einheitlicher deutscher Monatsnamen durch Kaiser Karl den Großen (747/748-814 n. Chr.) zurück und findet sich bis heute in regionalen Dialekten.

Das Wort Hornung leitet sich von Horn „harter Auswuchs am Kopf von Tieren“ ab und hatte in vergangener Zeit auch die Bedeutung „Winkel, Ecke“. Zum althochdeutschen Wort hornung finden sich Entsprechungen in anderen germanischen Sprachen, wie altnordisch hornungr oder altenglisch hornung – beide mit der Bedeutung „Bastard, Winkelkind“. Ein Winkelkind war ein uneheliches Kind, das in einem Winkel oder einer Ecke gezeugt worden war, im Gegensatz zu den im Ehebett gezeugten Kindern. Uneheliche Kinder waren gegenüber den ehelichen Kindern in Bezug auf das Erbe benachteiligt. Die althochdeutsche Bezeichnung hornungmânoth für den Februar hätte demnach die Bedeutung „Bastardmonat“. Die Gründe, warum Karl der Große diese Bezeichnung für den Februar als passend empfand, können nur vermutet werden. Allgemein wird angenommen, diese Bezeichnung für den Februar sei gewählt worden, weil der zweite Monat im Jahr am wenigsten Tage hat und damit quasi der zu kurz gekommene Monat, der benachteiligte Monat ist.

Ein anderer Erklärungsansatz legt dem Wort Hornung die Bedeutung „Geweihabwurf“ zugrunde. Die Benennung des Februars mit Hornung sei deshalb gewählt worden, weil um diese Zeit der Geweihabwurf der Hirsche beginnt. Diese Deutung hat zwei Schönheitsfehler. Erstens gibt es für die Bedeutung „Geweihabwurf“ keine Entsprechung in den anderen germanischen Sprachen und zweitens muss eine nicht belegte Tätigkeitsbezeichnung *hornen „die Hörner abwerfen“ angenommen werden, von der sich Hornung abgeleitet hätte.

Neben Februar und Hornung waren für den zweiten Monat im Jahr auch noch andere Namen in Gebrauch. Der Monat wurde Holzmonat, Fastnachtmonat und Lichtmessmonat genannt.

Die Bezeichnung Holzmonat ergab sich, da diese Zeit als geeignet für das Holzfällen angesehen wurde. Das Holz, das im Februar bei abnehmendem Mond gefällt wird, soll nicht so leicht faulen. So heißt es im Wald-, Forst- und Jägerey-Lexicon von 1764 für den Februar: Im Walde kann man bey guten Wetter und Froste in diesem Monath Bau-, Brenn-, Geschirr- und ander Holz fällen. Das in diesem Monat bey abnehmenden Monden gefällte Bauholz faulet nicht so leicht, und wird auch nicht von den Würmern gefressen.

Die beiden anderen Bezeichnungen Fastnachtmonat und Lichtmessmonat beziehen sich auf ein weltliches und ein kirchliches Fest, die im Februar stattfinden. Der Name Fastnachtmonat bezieht sich auf die Faschingszeit, die zumeist in den Februar fällt und mit dem Aschermittwoch endet. Der Namen Lichtmessmonat geht auf den kirchlichen Feiertag Lichtmess zurück, der am 2. Februar stattfindet. Zu Lichtmess werden in den katholischen Kirchen die Kerzen für die Gottesdienste geweiht. Mit Lichtmess endete früher die Weihnachtszeit, es begann das Bauernjahr und Knechten und Mägden war es möglich, ihren Dienstherren zu wechseln.

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Dorfladen

Über den Autor

Michaela Essler
Mag. Dr. Michaela Essler, 1966 in Salzburg geboren, studierte Allgemeine und Historisch-vergleichende Sprachwissenschaft an der Paris-Lodron-Universität Salzburg und promovierte im Fach Indogermanische Sprachwissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Absolventin des Österreichischen Journalisten-Kollegs am Kuratorium für Journalistenausbildung Salzburg

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