„Peter Pan“ – und jede Menge Feenstaub

Peter Pan

Mit dem Musical „Peter Pan“ von George Stiles beendet das Salzburger Landestheater die Zeit im Zirkuszelt und geht Ende Juni in die wohlverdiente Sommerpause. Jung und Alt zeigten sich bei der letzten Premiere, am Sonntag 12. Juni 2022, begeistert von den abenteuerlichen Geschichten im Nimmerland, wo der gefährliche Captain Hook und seine Piraten ihr Unwesen treiben und Peter Pan durch die Lüfte fliegt. Stürmischer Applaus nach zwei spannenden, unterhaltsamen Stunden.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Bei Familie Darling in London herrscht Disziplin. Täglich gibt es von der Mutter eine Gute-Nacht-Geschichte für Wendy und ihre kleinen Brüder John und Michael und dann ab ins Bett. Diese Geschichten sind so spannend, dass ein ungebetener Gast vor dem Fenster gerne lauscht. Als die Mutter einmal das Fenster abrupt schließt, bleibt ein Schatten im Zimmer zurück und wird zu Staub. Dieser Schatten gehört Peter Pan und der will ihn unbedingt zurück haben. Bei seiner Suche wird er von Wendy überrascht. Das junge Mädchen ist fasziniert von dem sonderbaren Jungen, der keine Mutter hat und nicht erwachsen werden will. Angeblich lebt er auf der Insel Nimmerland, zusammen mit verlorenen Kindern, die aus dem Kinderwagen gefallen sind. ___STEADY_PAYWALL___

Peter Pan will ihr diese Trauminsel zeigen und mit Hilfe von Tinkerbells Feenstaub geht es für die Darling-Kinder ab durch die Lüfte: „Los Tink, zweite rechts und dann immer gradeaus bis zum Morgen!“ Im Nimmerland ist die Freude bei den Kleinsten groß, endlich ist eine Ersatzmutter da, die ihnen Geschichten erzählen kann. Die Größeren aber sind schon Warriors mit kämpferischen Ambitionen, müssen sie doch ständig vor Captain Hook und seinen Piraten auf der Hut sein. So gefährlich haben es sich die Darling-Kinder auf dieser Trauminsel nicht vorgestellt und schließlich haben sie genug von den vielen Abenteuern und wollen nur noch nach Hause.

Patrizia Ungers monatelanges Zirkustraining war äußerst erfolgreich. Als munterer Peter Pan schwingt sie sich am Bungeeseil in die Lüfte und turnt gekonnt am Vertikaltuch, wobei sie sogar kopfunter noch zu singen vermag. Die gute, stimmlose Fee Tinkerbell (Gregor Schulz) ist in dieser Inszenierung kein „Glöckchen“, wohl eher eine große Glocke. So kann sie Peter Pan bei Gefahr ganz einfach Huckepack nehmen und mit Feenstaub retten. Die stimmgewaltige Maria Strasser gibt die wohlerzogene Wendy, die sich liebevoll um die niedlichen Lost Kids kümmert. Julia-Elena Heinrich führt als elegante Erzählerin durch das Stück und muss sich als Mrs. Darling bald schon auf enormen Familienzuwachs einstellen. Axel Meinhardt hat als ihr Gatte mit dem Hausmädchen, einem Neufundländer namens Nana, zu kämpfen. In der Rolle des Captain Hook hat er aber ganz andere Probleme, ist doch ein Krokodil ständig hinter ihm her.

Über 60 Kinder und Jugendliche sind an dieser Produktion beteiligt. Neben dem „Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor“ zeigen auch Mitglieder des CirusTrainingsCentrums ihre akrobatischen Fähigkeiten. Besonders rund geht es immer dann, wenn sich Piraten oder Warriors unters Publikum mischen. Auf einer Empore spielt live die Nimmerland-Band unter der musikalischen Leitung von Wolfgang Götz und Katrin Schweiger. Josef Vesely und Kate Watson halten mit ihren anspruchsvollen Choreografien die Kinder und Jugendlichen ganz schön auf Trab, da wird wild getanzt und gekämpft. Carl Philip von Maldeghem und Christiane Silberhumer machen dem Publikum mit dieser grandiosen Inszenierung den Abschied vom Zirkuszelt nicht leicht.

„Peter Pan“ – Musical von George Stiles. Ab 6 Jahren. Nach dem Schauspiel von James Matthew Barrie. Gesangstexte von Anthony Drewe. Buch von Willis Hall. Musikalische Leitung: Katrin Schweiger. Inszenierung: Carl Philip von Maldeghem, Christiane Silberhumer. Choreographie: Josef Vesely, Kate Watson. Bühne und Kostüme: Katja Schindowski. Leitung Kinderchor und Einstudierung: Wolfgang Götz. Dramaturgie: Christina Piegger, Anna Lukasser-Weitlaner. Mit:  Patrizia Unger, Gregor Schulz, Julia-Elena Heinrich, Axel Meinhardt, Marco Dott. Alisa Sofia Rotthaler/Maria Strassl, Daniel Fussek/Alexander Kölblinger, Jakob Hauser/Niklas Plasse, Flora Menslin/Vilma Rabitsch, Amelie Crewe/Emilia Grabner, Naima Jones/Leopoldine Richards, Marlene Huber/Lorena Waldegger, Konstantin Beneder/Nils Pühringer, Ava Schischek/Luisa Thayer, Flora Menslin/Vilma Rabitsch, Thorina Reichenfelser, Nikolas Kendi/Florian Weiser, Eva Buttenhauser/Franziska Stebler, Philip Hammerschmid/Frederik von Maldeghem. Lost Kids: Jolie Balan, Konstantin Beneder, Amelie Crewe, Elena Crewe, Daniel Fussek, Klara Gaisbauer, Emilia Grabner, Jakob Hauser, Sophie Hauser, Valentina Holzmann, Marlene Huber, Naima Jones, Azara Kamara-Tsagli, Alexander Kölblinger, Ronja Neumayer, Niklas Plasse, Nils Pühringer, Leopoldine Richards, Mirjam Salzmann, Sylvie Schartner, Ava Schischek, Luisa Thayer, Olivia Thayer, Lorena Waldegger. Warriors: Magdalena Augsten, Luna Cengu, Leonie Ehrenreich, Marie Kathrin Elling, Muriel Glage, Emina Hadzic, Melanie Klampfer, Flora Menslin, Mirjam Pumberger, Vilma Rabitsch, Carina Reichl, Soraya Reichenfelser, Thorina Reichenfelser, Johanna Schwan, Lea Wagner, Chiara Weiser. Piraten: Lorenz Aigner, Christoph Bleyer, Eva Buttenhauser, Elisa Ehrenreich, Tim Fink, Sebastian Grünwald, Philip Hammerschmid, Christopher Hipper, Elias Karl, Nikolas Kendi, Lennart Malm, Leonhard Radauer, Luca Russegger, Helena Stark, Franziska Stebler, Frederik von Maldeghem, Florian Weiser. Es spielt die Nimmerland-Band. Fotos: SLT/ © SLT/Christina Baumann-Canaval – Video: SLT

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Über den Autor

Elisabeth Pichler
“Theater war schon immer meine große Leidenschaft und scheinbar ist es mir auch gelungen, diese Begeisterung an meine Kinder weiterzugeben.” Elisabeth Pichler besucht für die Dorfzeitung Theateraufführungen und Konzerte und liest neue Bücher.

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