Augustinus – Von der Kollegienkirche nach Oberalm

Augustinus

Augustinus - Oberalm | Fotos: Michael Neureiter| Horologium

Augustinus ist einer der bedeutendsten lateinischen Kirchenväter. Nach langem und hartem Kampf rang er sich aus einer bewegten Jugend zur Bekehrung durch. Er brach radikal mit seinem bisherigen Leben durch die Aufgabe seines Berufs als Rhetoriklehrer und den Verzicht auf sinnliche Genüsse, auf Reichtum und Glanz.

Michael Neureiter

Von Michael Neureiter

Er kam 354 im numidischen Tagaste im heutigen Algerien zur Welt. Als Rhetorikprofessor in Mailand kam es nach Predigten des heiligen Ambrosius zur Umkehr. Stark auch von seiner Mutter Monika beeinflusst wurde er zum überzeugten Christen. Mit seinem Sohn Adeodatus wurde er 387 getauft. Zurück in Tagaste, empfing er 394 die Priesterweihe und wurde 396 Bischof von Hippo. Nun prägte er als Prediger und Autor die Theologie und Philosophie, u.a. mit „Confessiones“ und „De Civitate Dei“. Augustinus starb am 28. August 430.

Im Bild die Statue des Heiligen vor dem Pfarrhof von Oberalm: Sie stammt vom rechten Turm der Kollegienkirche in Salzburg, wurde 1705-07 geschaffen und stammt von Michael Bernhard Mändl (1660, Prag – 1711, Salzburg). 1928 durch einen Blitzschlag schwer beschädigt, wurde sie vom Oberalmer Steinmetz und Mesner Johann Fraporti in der Marmor Industrie Kiefer für die Universitätskirche kopiert.  Fraporti schuf 1922 auch die Nischenfigur des Antonius der Einsiedler in Hallein, Pfarrgasse 11, im Dehio fälschlich als Augustinus bezeichnet.

Das Original blieb zunächst im Werksgelände und wurde in den 1970er-Jahren auf Initiative des damaligen Pfarrers Sebastian Wallner mithilfe der Belegschaft der Firma Kiefer im Pfarrgarten von Oberalm aufgestellt: Augustinus mit Mitra, Hirtenstab und Buch, zu Füßen ein Knabe mit einer Muschel:

Das erinnert an die Szene am Meer, die Petrus de Natalibus 1370 im Catalogus Sanctorum niederschrieb:

„Man erzählt von ihm, dass er, zu der Zeit, als er das Buch über die Dreifaltigkeit vorbereitete, an einem Strand entlangging. Da erblickte er einen Knaben, der eine kleine Grube im Sand gemacht hatte und mit einem Löffel Wasser aus dem Meer schöpfte und in die Grube goss. Als Augustinus ihn fragte, was er da mache, antwortete der Knabe, er habe vor, mit dem Löffel das Meer trockenzulegen und in die Grube zu füllen. Augustinus erklärte, das sei unmöglich, und lächelte über die Einfalt des Knaben. Der aber erwiderte ihm, eher sei es für ihn möglich, das fertigzubringen, als für Augustinus, in seinem Buch auch nur den kleinsten Teil der Geheimnisse der Dreifaltigkeit zu erklären. Und er verglich die Grube mit dem Buch, das Meer mit der Dreifaltigkeit und den Löffel mit dem Verstand des Augustinus. Danach verschwand er. Da ging Augustinus in sich, betete und verfasste danach, so gut er konnte, das Buch über die Dreifaltigkeit.“

Michael Neureiter in der Dorfzeitung >


Dorfzeitung.com

Dorf ist überall!

Mit der Dorfzeitung sind Sie über das Geschehen im virtuellen Dorf bestens informiert!

Die Dorfzeitung braucht eine Community, die sie unterstützt. Freunde helfen durch ein Abo (=Mitgliedschaft). Auf diese Weise ist es möglich, unabhängig zu bleiben. Nur so kann weitestgehend auf Werbung und öffentliche Zuwendungen verzichtet werden.

Herzlichen Dank für Deine/ Ihre Mithilfe!
Starte noch heute den kostenlosen Probemonat!

INSERT_STEADY_CHECKOUT_HERE

Diesen Artikel empfehlen. Teilen mit:

Dorfladen

Kommentar hinterlassen zu "Augustinus – Von der Kollegienkirche nach Oberalm"

Hinterlasse einen Kommentar