dorfzeitung _quer
The Rocky Horror Show

Richard O’Briens Kultmusical aus dem Jahre 1973 lädt im Salzburger Landestheater zum Mitfeiern, Mitsingen und Mittanzen ein, wobei sich der Fanbag mit Wasserpistole, Knicklichtern, Luftschlangen etc. als höchst hilfreich erweist und die Stimmung anheizt.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Regisseur Marco Dott hat das Spektakel als freche, transsilvanisch-galaktische Show inszeniert, ein Garant für gute Laune und jede Menge Spaß.

Janet und Brad, ein frisch verlobtes, etwas biederes Pärchen, fahren aufs Land, um einen gemeinsamen Freund, den Naturwissenschaftler Dr. Everett Scott, zu besuchen. Eine Reifenpanne zwingt sie, sich bei strömendem Regen auf die Suche nach einem Telefon zu machen. In einem alten Schloss finden sie Unterschlupf und werden dort von einem etwas schrulligen Diener zur Soiree seines „Meisters“ eingeladen. Dieser Dr. Frank’n’Furter, ein Außerirdischer vom Planeten Transsexual, ist gerade dabei, in seinem Labor einen Menschen ganz nach seinem Geschmack künstlich herzustellen. Zur „Geburt“ dieses Lustknaben sind die gesamte exzentrischen Dienerschaft und natürlich auch die gerade angekommenen Gäste geladen. Der muskulöse kleine Rocky erweist sich als ein wahrer Adonis, ist zwar nicht besonders schlau, dafür sehr anlehnungs- und liebesbedürftig. Es folgt eine lustbetonte Nacht, die Janet und Brad nicht so schnell vergessen werden.

Den Kultfilm „The Rocky Horror Picture Show“ aus dem Jahre 1975 hatte ich nur noch grob im Kopf, doch dank Internet ließ sich Vergessenes schnell wieder auffrischen und so waren die vielen Parallelen in der Inszenierung von Marco Dott leicht herauszufinden. Dieser schlüpft, wie einst Richard O’Brien, in die Rolle des finsteren Dieners Riff-Raff. Die musicalerprobte Anja Clementi steht ihm als seine Schwester Magenta zur Seite. Als blondgelockter Dr. Frank’n’Furter überzeugt Benjamin Oeser nicht nur stimmlich, sondern auch mit dem Selbstbewusstsein und der Bühnenpräsenz eines großen Popstars. Janet (Patrizia Unger) und Brad (Martin Trippensee) fühlen sich zwar anfangs ziemlich unwohl in dem sittenlosen Schloss, doch nach der legendären Übernachtung in getrennten Zimmern, die das Publikum als Schattenspiel miterleben darf, sind sie kaum wiederzuerkennen. Sebastian Smulder ist ein liebenswerter, sensibler kleiner Muskelmann mit großer Stimme und umwerfend naivem Lächeln. Axel Meinhardt trifft als langweiligen Erzähler das härteste Los, denn sobald er in seiner Loge auftaucht, wird er vom Publikum niedergemacht. „Boring!“ ist dabei noch der harmloseste Zwischenruf.

„The Rocky Horror Show“ ist ein Mitmach-
und Mitsingtheater und so kommt das Publikum kaum zur Ruhe. Man sollte sich
jedoch vor Beginn der Vorstellung mit dem Inhalt des Fanbags vertraut machen,
denn der Einsatz der Spritzpistolen, die zwar klein, doch äußerst effektiv
sind, sorgt gleich zu Beginn für größte Verwirrung und Heiterkeit. Da sollte
man die Sonderausgabe der Salzburger Nachrichten als Schutz schnell zur Hand
haben.

Das Salzburger Landestheater war bei der von mir besuchten Vorstellung am 11. Oktober 2019 bis auf den letzten Platz gefüllt und die Stimmung einzigartig, auch wenn zum „Zeitsprung“ bei dem Hit „Let‘s do the time warp again“ leider der nötige Platz fehlte. Hinter den Kulissen sorgt die Rocky Horror Salzburg Band für den passenden Sound. „The Rocky Horror Show“ ist absoluter Kult und so reist das Publikum von weit her, um sich diese Inszenierung nicht entgehen zu lassen. Wer dabei sein möchte, muss sich deshalb beeilen, denn die noch zur Verfügung stehenden Plätze sind rar. Diese Erfolgsproduktion schreit schon jetzt nach Zusatzvorstellungen.

Richard O’Briens „The Rocky Horror Show“ – Musikalische Leitung: Wolfgang Götz. Inszenierung: Marco Dott. Choreographie: Josef Vesely und Kate Watson. Bühne: Christian Floeren. Kostüme: Conny Lüders. Lichtdesign: Martin Nussbaumer. Mit: Benjamin Oeser, Patrizia Unger, Martin Trippensee, Marco Dott, Anja Clementi, Sophie Mefan, Christoph Wieschke, Sebastian Smulders, Axel Meinhardt. Phantome: Melanie Haberlander, Anna Knott, Oliver Mülich, Cassiano Rodrigues, Philipp Andreas Sievers, Josef Vesely, Kate Watson, Anna Yanchuk. Rocky Horror Salzburg Band: Kurt Gersdorf (Saxophon), Franz Trattner (Schlagzeug), Klaus Kircher (E-Bass), Tom Reif (E-Gitarre), Isabella Trießnig/Iwan Davies/Eunjung Lee (Keyboard). Fotos: SLT/ © Anna-Maria Löffelberger


Vernissage Rochus Gratzfeld, Schloss Mirabell, Starke Frauen

Ein Bild-Wort-Projekt von Rochus Gratzfeld, Salzburg & Sarrod

„Rochus Gratzfeld liebt die Frauen“, bemerkte Stadträtin Mag.a Anja
Hagenauer schmunzelnd bei ihrer Eröffnungsrede anlässlich der Ausstellungseröffnung
STARKE FRAUEN IN SALZBURG anlässlich des Equal Pay Days in der Wolf Dietrich
Halle im Schloss Mirabell. Dem wollte auch die für das Projekt verantwortliche
Leiterin des Frauenbüros der Stadt Salzburg, Mag.a Alexandra Schmidt, nicht widersprechen.

Und irgendwie ist da ja auch was dran. Seien es die hotel.room.nudes., die Rochus Gratzfeld ebenso in Salzburg ausstellte, wie dieNACKTE FRAUmitHUND. Auch sein nächstes Projekt stellt wieder Frauen in den Mittelpunkt: FRAUEN SEHEN SARRÓD.

Dieses Mal kombinierte der Soziologe und Künstler Rochus Gratzfeld
Fotografien mit Statements. Das Ergebnis sind 15 großformatige Plakate mit 16
Frauen.

„Sie leben in der Stadt Salzburg oder haben einen starken Bezug zur Stadt.
Frauen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher sozialer Stellung,
unterschiedlicher Religionen, unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlicher
sexueller Orientierung. Und eine Frau, die sich dagegen entschieden hat, ein
Mann zu sein.

Drei Frauen kommen nicht ursprünglich aus Salzburg, sondern aus Algerien,
Ghana und Indien. Für sie wurde Salzburg zur Heimat  –  auf
sehr unterschiedlichen Wegen.

Die Fotoportraits entstanden dort, wo die Frauen das wollten. Herausgekommen ist eine Dokumentation der Vielfalt und Stärke von Frauen: ein starkes Charakteristikum dieser Stadt.“ (Quelle: Information des Frauenbüros der Stadt Salzburg.)


Dorfzeitung.com


Martha Grimes | Foto: Goldmann Verlag/ Urban Zintel

Martha Grimes: Inspector Jury und der Weg des Mörders

Autor: Martha Grimes
Titel: Inspector Jury und der Weg des Mörders

ISBN: 978-3-4423-1513-0
Verlag: Wilhelm Goldmann Verlag in der Random House GmbH

Erschienen: 20.05.2019

Klappentext:

Robbie Parsons kennt als Taxifahrer jeden Winkel Londons. Nichts kann ihn aus der Ruhe bringen.

Bis eines Tages zwei seiner Fahrgäste, David und Rebecca Moffit, beim Aussteigen wie aus dem Nichts erschossen werden – und der Mörder prompt in Robbies Taxi springt, um sich durch die Stadt chauffieren zu lassen.

Doch zum Glück steigt der bewaffnete Fahrgast am Bahnhof Waterloo aus und verschwindet. Inspektor Jury ist schockiert, als er davon erfährt, denn er hat kurz zuvor Bekanntschaft mit dem sympathischen David gemacht.

Eine erste Spur führt ihn in einen exklusiven Londoner Club. Und was er dort erfährt, stellt ihn vor ein Rätsel …

Rezension von Rebecca Schönleitner

Sensationell!

Als absoluter Inspector Jury von
vom ersten Band an amüsiert und gefesselt, war ich von diesem, neuesten Band extrem
erstaunt. Dass die vorhergegangenen 23.Teile noch an Kraft und Ideen
übertroffen werden, konnte ich fast nicht glauben.

Mit der ersten Zeile fesselte
dieses Buch und die Spannung bliebe bis zum Schluss erhalten. Der englische
Humor und die Skurillität dieses hoch sympathischen Inspectors besticht durch
eine Handlung, die man als Leser so nicht erwarten konnte.

Martha Grimes führt uns durch ein
London, das wohl so keiner je erlebt hat. Ein Pub für Taxifahrer, das nur
absolute Insider finden können, ein Spielclub, der auch als Galerie funktioniert,
lassen Sie sich überraschen von der Vielseitigkeit dieses Krimis.

Newsweek schreibt: „Martha
Grimes ist der unumstrittene Star des Kriminalromans!“

Dem kann ich nur voll und ganz
zustimmen!!!


DietmarFuesslJakobPreiss

Liebe Freunde, Kollegen und Wegbegleiter, soeben ist im Mitgift Verlag mein neuer Lyrikband ‚Mondgezeiten‘ erschienen, auf den ich auch mächtig stolz bin.

Dietmar Füssel: Mondgezeiten

Je älter ich werde, desto weiser werde ich. Und je weiser ich werde, desto besser werden meine Gedichte. Möglicherweise ist es sogar so, dass die Weisheit eines Mannes sich indirekt proportional zu seiner Testosteronproduktion verhält.

Das wäre zumindest eine sehr plausible Erklärung dafür, warum die meisten pubertären Liebesgedichte so unerträglich schlecht sind wie meine eigenen.

So gesehen hat das Alter also durchaus auch seine Vorteile – bis einem die gnadenlose Dämonin der Demenz Sprache, Bewusstsein und Gegenwart raubt. Umso wichtiger ist es, den Tag zu nutzen. Umso wichtiger ist es, das Leben zu lieben.

Erhältlich ist mein Lyrikband ‚Mondgezeiten‘ zum Preis von 12,90 € überall im Buchhandel, aber natürlich auch bei mir in meinem Shop, auf Wunsch gerne auch signiert oder mit Widmung.
Eine kleine Textprobe gibt es unter https://www.dietmarfuessel.com/buecher/ auf meiner Homepage.

Liebe Grüße Dietmar Füssel


Franz Schabhüttl & Andreas Wetz | Foto: edition a Verlag

Franz Schabhüttl & Andreas Welz: Brennpunkt Traiskirchen

Autoren: Franz Schabhüttl & Andreas Wetz
Titel: Brennpunkt Traiskirchen – Protokoll aus dem Inneren des Asylsystems
ISBN: 978-3-99001-217-8
Verlag: Edition a
Erschienen: 2017

Klappentext

„Es gab eine Woche, in der wir 50 Tonnen an freiwilligen Spenden entsorgen mussten. Die Flüchtlinge wollten keine Kleidung und kein Essen mehr, weil sie einfach schon genug hatten.“

Franz Schabhüttl legt mit dem Eintritt in den Ruhestand keine Abrechnung vor, er informiert darüber, was abseits des Fokus der Medien und der Nichtregierungs-Organisationen im Asylsystem wirklich passiert.

Der Spitzenbeamte des Innenministeriums zeichnet dabei ein facettenreiches Bild von der staatlichen Flüchtlingsarbeit, das die Öffentlichkeit so noch nie gesehen hat. Ein erhellendes Buch über den Alltag im Asylsystem, Politiker, die es als Projektionsfläche für ihre Parteipolitik missbrauchen, und Probleme, die noch niemand angesprochen hat.

Rezension von Anna Lemberger

Der Autor Franz Schabhüttl, besser bekannt als
langjähriger Leiter des Erstaufnahmezentrums Traiskirchen, schildert sehr
sachlich die wahren Probleme in der Asylpolitik. Er stand viele Jahre im Focus
eines heiß diskutierten Bereiches und unterstand direkt den Weisungen des
jeweiligen Innenministers. Druck auf ihn kam von allen Seiten: von den NGO´s,
den „Gutmenschen“, der Volksanwaltschaft, als „Antifolterkommision“ eingesetzt,
von den Medien, vom Traiskirchner Bürgermeister, aber auch den Seiten rechter
PolitikerInnen.

Die beiden Autoren schreiben sehr glaubwürdig,
informativ und sachlich über das Thema „Asylpolitik in Österreich“.  Schabhüttl spricht sehr wertschätzend und
empathisch über die Asyl- und Schutz suchenden Menschen und verhehlt auch nicht
das Erreichen der Belegungs- und Belastungsgrenzen in der Zeit der
Flüchtlingskrise 2015.

Aber wie so oft, ging es auch in dieser Zeit um
unnötige Geldflüsse zu Ungunsten der Steuerzahler und zu Gunsten der NGO´s. Er
spricht (fast) von einer Asylindustrie, an deren Kuchen, „Ärzte ohne Grenzen
Österreich, Caritas, Hilfswerk, u.a. sogenannte Nichtregierungsorganisationen“
durch Negativpropaganda gerne mit genascht haben.

Ein sehr empfehlenswertes Buch über dessen Objektivität sich jede Leserin/ jeder Leser selber ein Bild machen sollte.


Bina Blumencron

In einer erneuten dramaturgischen Glanzleistung (nach „Ansichtssache“ und „Die goldene Axt“) thematisiert Ben Pascal das menschliche Scheitern unter aktuellen Gesichtspunkten.

Astrid Gadermaier

Von Astrid Gadermaier

Die virtuos und teilweise improvisierend agierende Bina
Blumcron erzählt aus der Sicht einer 40-jährigen Frau ihre persönliche
Geschichte der gescheiterten Liebesbeziehungen zu Musikern. Anfänglich mit
klassischen Face-to-Face-Methoden, später mit der Sex- und Beziehungsplattform
„Tinder“.

Erzählerische Monologsequenzen wechseln sich mit
musikalischen Dialogdarstellungen ab, wobei Frau Blumcron jedes Instrument
selbst spielt.

Die siebzig Minuten Theater sind schnell verflogen,
herzhafte Lacher und schmerzendes Zwerchfell inklusive.

Wien bei allen von Ben Pascals Stücken, erkennt man sich in
dem ein oder anderen Moment selbst wieder, was einen am Ende recht nachdenklich
zurücklässt – allerdings kann man auch darüber lachen.

„Tinder – A fucked up night“ ist ein Stück für alle, die zumindest schon einmal in ihrem Leben gescheitert sind…also für jedermann (und -frau).

Tinder – a fucked up night von Ben Pascal| Premiere Schauspielhaus Salzburg Fr. 11. Oktober 2019 | Regie: Ben Pascal | Ausstattung: Lili Brit Pfeiffer | Mit: Bina Blumencron | Fotos: Schauspielhaus Salzburg


Also eigentlich war unser Ziel heute der Wolfgangsee. Welch Blauäugigkeit. An einem strahlenden Herbstsonntag wollten dies gefühlte Tausende auch.

Rochus Gratzfeld

Von Rochus Gratzfeld

Also kehrt marsch. Ab durch die Landschaft, wo WanderInnen leider offensichtlich unerwünscht sind. Fehlende Parkplätze werden ergänzt durch Halteverbotsschilder. Privatgrund. Feindliches Bauernland für BesucherInnen. Nun denn. Wir haben uns dennoch durch Wiesen und Felder wohlgelaunt geschlagen. Nicht unerwünscht sind von den Anrainern und Gemeinden hingegen wie Pilze aus dem Boden schießende immer größere Logistikzentren. In Zeiten, in denen Maßnahmen gegen den lebensbedrohenden Klimawandel unabdingbar und vorhersehbar sind, Bauruinen der Zukunft.

Dann Richtung Wallersee. Welch ein Kleinod!

Zur Begrüßung erst einmal. Ja, genau. Verbotsschilder. Da wird klar,
warum ein Kickl bei Teilen der Bevölkerung auf Zustimmung stieß.

Jedenfalls spazieren wir unverdrossen fröhlich weiter durch offenbar
noch nicht vermintes Gelände. Die BesitzerInnen hier zahlen viel Geld für ihre
Grundstücke und Gebäude. Also: Badeverbot. Privat. Keine Hunde ins Wasser.
Privat.

Apropos Gebäude. Da gibt es unverständliche Bausünden. Aber nur wenige.
Dafür viele farbenfroh hergerichtete Häuser. Wunderbar. Und Ruhe. Keine Massen.

So hat uns unser Ausflug mit viel Cons und viel Pros konfrontiert.


Dieser Artikel ist der Dorfzeitung wichtig und er kommt daher nicht hinter die Paywall!

Dieser Artikel wird von einen Stillen Gönner gesponsert und kommt daher nicht hinter die Paywall! >


Obertauern im Schnee

Ganz hoch oben in den österreichischen Bergen, dort wo die Luft schon dünner wird, liegt Obertauern >. Dieses hochalpine Skigebiet wird der Klimaerwärmung wohl noch lange trotzen.

Die Tourismusbrache investiert heftig in die Infrastruktur, riesige Hotelkästen und beeindruckende Liftanlagen reihen sich aneinander. Das macht durchaus Sinn, denn die Schneesicherheit ist in dieser Höhenlage doch sehr wahrscheinlich.

Lästig ist eigentlich nur, dass es da eine Lawinenkommission > gibt, die ab und an glaubt, die Zufahrtsstraße wegen drohender Lawinengefahr sperren zu müssen. Da ist es dann schon von Vorteil, wenn die zuständige Lokalpolitik unliebsame Entscheidungen der Kommission kritisch hinterfragen kann und besonders vorsichtige Lawinenwarner nicht mehr nachbestellen muss.

Vermutlich wissen nicht alle Lawinenwarner, dass die Wahrscheinlichkeit eines drohenden Lawinenabganges mehr oder weniger direkt mit dem Urlauberverkehr zusammenhängen könnte.

Alles im Leben hat halt seinen Preis. Das Goldene Kalb verlangt Opfer.


Dorfzeitung.com


Die Salzach bei Oberndorf/ Laufen.

Wenn Sie sich etwas Großes, Außergewöhnliches vorgenommen haben, werden Ihnen 90% der anderen Menschen unzählige Gründe nennen, warum das „unschaffbar“ wäre.

Maria Schweiger

Von Maria Schweiger

Warum? Weil diese Menschen meist nie Großes erreicht haben, es gar nicht versucht haben und nur im Strom „der Mittelmäßigkeit“ schwimmen und sich selbst gegenüber nicht ehrlich sind, es einfach verleugnen.

Doch auf mutige Zeitgenossen sind sie dann neidisch, weil sie eben außergewöhnliche Gaben haben, die sie selbst nicht haben, das aber auch wissen. Um den Selbstwert zu erhalten, dürfen Menschen, die Großes wagen, auf gar keinen Fall das Ziel erreichen. Warum? Schaffen diese Menschen
ihre hoch gesteckten Ziele, spüren diese 90% intuitiv ihre eigene Schwäche und
der Neid wird noch größer und sie fühlen sich darin bestätigt, dass sie eben „Verlierer“
sind und bleiben.

Doch
wer Außergewöhnliches erreicht hat und es wieder möchte, sollte diesen Neid
erst Recht als Lob und Ansporn nehmen (warum sonst würde man be-neid-et
werden?).

Und
wie erreicht man Großes?

Erarbeiten Sie die Grundzüge, die Details erledigen sich dann von selbst, weil sie erst später auftauchen. Informieren Sie sich gut, aber zerklauben Sie nicht jedes Detail, sonst bleiben Sie stecken.
Suchen Sie sich einen Leitspruch für  sich selbst (vielleicht hatten Sie ja bereits
früher einen!), der Sie immer wieder anfeuert.

Schauen Sie es sich von der Werbung ab: machen Sie sich für sich selbst einen schriftlichen Werbespot, den Sie täglich lesen – damit verlieren Sie das Wesentliche nicht aus den Augen. Nämlich
Ihr Ziel und sind motiviert.

Behalten
Sie das Heft in der Hand – Sie wollen etwas erreichen!

Zeigen Sie Initiative – nebenbei kommt damit keine Angst auf, wenn es unvorhergesehene Umleitungen
gibt, da Sie die Initiative ja schon gewohnt sind („ich kann und ich tue XY“).

„Ich kann nicht (weil..)“ ist Stagnation, abwendbar auch dur den persönlichen Werbespot. Sie haben nichts zu verlieren, weil Sie es überhaupt probierenund dranbleiben – und alles zugewinnen,
nämlich Ihr Ziel, Ihre Vision!

Übrigens
ist „ich kann“ die Verbalisierung Ihres Glaubens an sich selbst und wenn Sie es
sagen, dann wird es Realität (das nenn man „Self-fullfilling-prophecy“). Probieren
Sie das Großartige, halten Sie sich an „groß“-denkende Menschen und Sie werden staunen,
was nicht alles möglich ist!


Felix Francis | Foto: diogenes/ Debbie Francis

Felix Francis - Triple Crown

Autor: Felix Francis
Titel: Triple Crown
ISBN: 978-3-2573-0075-8
Verlag: Diogenes Verlag AG
Erschienen: 24.07.2019

Klappentext:

Gerade als Jeff Hinkley beginnt, sich bei der British Horse Racing Authority zu langweilen, flattert ein Hilferuf aus den USA auf seinen Tisch: Vor dem Triple Crown, der hart umkämpften Trophäe des amerikanischen Pferderennens, häufen sich die Hinweise, dass im großen Stil Rennen manipuliert werden. Als bei einer Razzia ein Trainer ermordet wird und nur wenig später alle seine Pferde verschwinden, beschließt Hinkley, auf amerikanischem Turf undercover zu gehen – mit ungeahnten Folgen.

Rezension von Rebecca Schönleitner

Großes Kino im Kopf!

Jeff Hinkley wird in die USA
gerufen um als Undercover Agent den Maulwurf der Behörde FACSA (der fiktiven Bundesbehörde
zur Korruptionsabwehr im Sport) zu finden. Er ermittelt voller Ehrgeiz und
Enthusiasmus undercover auf der Rennbahn und riskiert dabei sein eigenes Leben.
Aufgeben geht nicht, akribisch plant er seine Vorgehensweisen und treibt die
Spannung zum Höhepunkt.

Ich fand es unglaublich
faszinierend die – mir bis dato unbekannte – Welt des Pferderennsports zu
entdecken, als Sohn eines Jockeys hatte Felix Francis jahrelang Einblick und
kann hier seine Erfahrungen perfekt verarbeiten.

Ein absolut empfehlenswerter
Krimi auf hohem Niveau!  


USA – Grand Canyon

Wenn ich auch in früherer Zeit aus finanziellen Gründen nur selten größere Reisen unternehmen konnte, so scheitert es heute meistens an der nötigen Gesundheit. Trotzdem gab es bei den seltenen Unternehmungen früher immer wieder Situationen, die nicht ungefährlich waren. Eines reizte mich nämlich nie, nur faul in der Sonne liegen oder nur Nächte durchfeiern. Es sollte schon immer etwas sein abseits der Touristenströme.

Im Jahr 1971 besuchte ich meinen Bruder in Los Angeles, Kalifornien. Ein Jahr vorher hatte es dort ein schweres Erdbeben gegeben, das sogar die mehrstöckigen Highways zusammenstürzen ließ. Immer wieder gab es auch stärkere Nachbeben. Ob dieses Beben im Vorjahr schon das stärkste war oder ob da noch etwas Stärkeres entlang des San Andreas Grabens folgen könnte, traute sich niemand vorherzusagen. Mein Bruder erklärte mir jedenfalls, wie man sich im Ernstfall verhalten sollte.

Grand Canyon abseits der Aussichtspunkte

Natürlich besuchten wir verschiedene
Plätze, die man einfach nicht auslassen kann. So stand ein Besuch im Yosemite
Nationalpark auf dem Programm, wo unter anderem die riesigen jahrtausendealten
Bäume lockten. Eine weitere Tour führte uns durch die Mojave Wüste, zum Hoover
Dam (Stauwerk) – auch Las Vegas wurde besucht. Höhepunkt war aber der Besuch des
Grand Canyon. Wir kamen früh am Morgen am Rand dieses gewaltigen Naturwunders
an.

Um ein besonderes Foto von einer tiefen
Schlucht abseits der Aussichtspunkte zu bekommen, ging ich auf eine etwas
abseits gelegenen Felsnase, die über die Abbruchkante hinausragte. Da kribbelte
es doch etwas in den Fußsohlen.

Auf dem Foto, das mein Bruder aus der Ferne davon machte, sah ich erst, wie rissig das Gestein dort ist – hunderte Meter über dem Abgrund. Was wäre gewesen, wenn diese Nase durch mein Gewicht abgebrochen wäre, wenn es ein erneutes Nachbeben gegeben hätte, das auch hier spürbar war, wenn der Felsen rutschig gewesen wäre, oder…

Tunesische Wüste

Im Jahr 1989 machte ich mit Frau und Tochter Urlaub in Tunesien, das damals noch sehr friedlich war. Bei einer mehrtägigen Tour durch die Wüste fuhren wir, eine größere Gruppe, aus der Oase Zarzis, mit zwei Landrovern, besetzt mit jeweils zehn Leuten, mit minimalem Gepäck los.

Die erste Station war Matmata, die Stadt, in der die Bewohner in Höhlen leben. Hier wurde ein Teil des Filmes „Krieg der Sterne“ gedreht. Von hier sollte es dann weiter über einhundert Kilometer auf Sand- und Schotterpisten durch die Wüste gehen. Bald hatte unser Auto die erste Reifenpanne. Alles aussteigen! Alle hatten sich vorher schon mit der entsprechenden, einheimischen Kopfbedeckung versorgt. Während wir warteten, hatten wir Zeit, im Sand neben der Piste zwischen unseren Beinen Spuren von Skorpionen zu bewundern. Dann ging es weiter. Nach fünfzig Kilometern blieben wir bei einem „Cafe“ stehen. Ein einsamer Mann hatte dort ein Sonnendach aufgestellt und verkaufte warmes Mineralwasser und Cola, Kühlung gab es natürlich keine. Wovon der Mann lebte bleibt ein Rätsel, denn auf der ganzen Strecke begegnete uns niemand.

Sonnenschutz wie die Einheimischen

Auf der Weiterfahrt lag ein totes Pferd mitten auf der Straße. Kurz darauf die nächste Reifenpanne! Wir mußten das Reserverad des zweiten Landrovers nehmen. Jetzt wurde es eng. Bei einer erneuten Panne hätte eines der Autos zurückbleiben müssen. Satellitentelefone waren damals noch Zukunftsmusik. Unser Wasservorrat war auch nicht allzu groß. Nicht gerade zur Beruhigung tauchte bei einer wandernden Düne ein Totenschädel auf, den der Wind freigeblasen hatte.

Cola-saufendes Kamel mit Andreas Kappe

Ziemlich erleichtert kamen wir in der Oase Douz an. Wir waren in einem modernen Hotel mit Klimaanlage und zwei Pools untergebracht. Vor dem Abendessen nahmen wir noch an einem Ausflug mit Kamelen in die Wüste teil.

Wanderdünen

Am nächsten Tag ging die Reise durch den Chott el Djerid. Die 7000 km2 große Salzwüste liegt 8 Meter über dem Meeresspiegel, dort wächst kein Halm oder Strauch. Die bereits von den Römern besiedelte Oase Nefta, rundum bedrängt von Sanddünen, war unser nächstes Ziel. Am Nachmittag weiter durch den Schott el Rharsa, 7 Meter unter dem Meeresspiegel, zu der Bergoase Chebika. Kaum zu glauben, aber diese kleine Siedlung wird von einem kleinen Bächlein versorgt, das an einem Berghang entspringt.

Kamelritt

Die Fahrer drängten zur Weiterfahrt, da ein Sandsturm heraufzog. Durch Canyons kamen wir zu einer Schlucht, in der es tatsächlich mitten in der Wüste ein kleines Bächlein gab, das hier über einen zehn Meter hohen Wasserfall stürzte. Die weitere Reise ging über die Oase Tamerza mit 1200 Jahre alten Bauten bei leichtem Regen nach Gafsa ins Hotel.

Die Felsenwohnungen in Matmata

Am letzten Tag ging die Fahrt über die Oase Gabes nach Medellin mit seinen 300 Jahre alten Getreidespeichern. Auf der Rückfahrt zum Hotel kamen wir noch in eines der seltenen Gewitter und müssen zu den zehn Personen auch noch das ganze Gepäck, das sonst auf dem Dach befestigt war, ins Innere holen.  Nicht gerade komfortabel, weil ich sowieso mit dem Kopf dauernd am Dach anstieß. Die ganze Reise nicht ungefährlich, auch wegen der Grenzstreitigkeiten mit Algerien, da wir nahe an der Grenze vorbeikamen. Aber weit besser als nur Badeurlaub.

Grenze Böhmerwald – Bayern 1992

Buchwald – mit oder ohne Tretminen?

Seit vielen Jahren schon befasse ich mich mit Ahnenforschung. Es hatte einige Zeit gedauert, bis ich den Herkunftsort meiner Vorfahren im Böhmerwald fand. Es war Buchwald (heute Bucina), ein kleines Bauerndorf direkt an der bayerischen Grenze, durch das früher ein Säumerweg, der Goldene Steig, nach Böhmen führte. Buchwald war in rund 1180 Meter die höchstgelegene Gemeinde Böhmens gewesen. Man sagt, hier sei acht Monate Winter und vier Monate sei es kalt.

Buchwald. Rechts das Haus meines Urgroßvaters Ferdinand Bauer. Im Hintergrund der Nachbarort Fürstenhut

Bis zum Ende der kommunistischen Herrschaft im Jahr 1989 war dieses Gebiet entlang der Grenze Sperrgebiet. Meine spätere Frau und ich machten 1976 einen Besuch in Aussergefild (Kvilda) der früheren Nachbargemeinde von Buchwald, etwa sechs Kilometer davon entfernt. Tafeln mit der Aufschrift „Pozor“ (Gefahr) warnten die Besucher davor, auf die zur Grenze führende Wiese oder Straßenseite zu gehen. Man munkelte, dort sei alles vermint und von Zöllnern kontrolliert.

Pozor! Tafeln warnten vor dem Verlassen der Straße

So standen wir also in Aussergefild an der
Brücke über den Bach, der dort die Grenze zu dem gesperrten Gebiet bildete und
starrten auf den riesigen Wald, hinter dem Buchwald lag.

Im Jahr 1992 unternahmen wir den nächsten Versuch, das Land meiner Vorfahren zu besuchen. Der Kommunismus war seit drei Jahren Geschichte, jetzt sollte ein Besuch von Buchwald möglich sein. Als wir zu jener Brücke in Aussergefild kamen, wo wir damals umkehren mußten, standen wir wieder vor einem Fahrverbotsschild. Aus einer nur in Tschechisch beschriebenen Tafel konnten wir mühsam herausfinden, dass das ganze Gebiet entlang der Grenze jetzt Nationalpark war. Sollten wir wieder umsonst so weit gefahren sein?

Die Ruine des Hotels

Nachdem weit und breit niemand zu sehen war, setzten wir uns wieder ins Auto und fuhren auf der halbwegs gut erhaltenen Straße in Richtung Buchwald. Nach kaum einem Kilometer kam uns ein Jeep entgegen, dessen Insassen uns deuteten, wir sollten  stehenbleiben. Es waren zwei junge Parkwächter, die kein Wort deutsch sprachen. Sie erklärten uns wohl, dass hier Fahrverbot sei. Wir zuckten die Achseln und erklärten ihnen gestenreich in Deutsch, dass wir so weit gefahren seien und unbedingt nach Bucina müssten. Nach zehn Minuten Erklärungen beiderseits gaben die Beiden auf und deuteten uns: „Macht was ihr wollt“.

Mauerreste der früheren Häuser

Wir fuhren also weiter und kamen in das nicht mehr existente Dorf meiner Ahnen. Alle Häuser waren zerstört worden, höchstens meterhohe Mauern fand man noch, auf denen sich schon kräftige Bäume angesiedelt hatten. Nur den Rohbau eines Hotels gab es noch, das ein Tscheche dort einst bauen wollte.

Unser Parkplatz in Buchwald

100 Meter weiter: Die gesperrte Straße bei Buchwald 1951. Radierung von Alfred Kubin

Bis zur Rückkehr nach Aussergefild trafen wir keinen einzigen Menschen mehr. Später erfuhren wir, dass dort keine Minen verlegt worden waren, wohl aber hatten die Zöllner auf Leute geschossen, die illegal über die Grenze wollten.

Lange undenkbar: Die Grenze ist bei Buchwald für Wanderer 1996 offen.

Ein Fuß in Bayern, einer in Tschechien neben dem Grenzübergang 1996

Heute ist Buchwald ein Touristenziel für Wanderer
und Radfahrer. Das schon fast verfallene Hotel ist 45 Jahre nach dem Beginn fertiggebaut
worden und ein Stück nachgebauter Stacheldrahtzaun erinnert an den kalten
Krieg.


Jugendtheater_Abtenau

Internationales Festival – Kindertheatertag – Freilichttheater – Jugendtheater – Ausstellung

Ein aktives und vielfältiges Theaterjahr
geht zu Ende. 35 Theatervorstellungen mit insgesamt 165 Mitwirkenden aus 8 Ländern
haben über 3500 Besucher/innen nach Abtenau gelockt. Gespielt wurde auf 4
Bühnen. Sechs Künstler/innen haben im öffentlichen Raum ihre Werke ausgestellt.

Das
Festival „Abtenau ist Bühne“
, die Ko-Veranstaltung
mit dem Salzburger Amateurtheaterverband im Juni hat internationale
Theaterkunst nach Abtenau gebracht.

Am integrierten Kindertheatertag haben 300
Abtenauer Kinder die Gelegenheit genutzt und außergewöhnliches Kindertheater
besucht.

Schon die Festival-Eröffnung mit dem
Zusammenspiel der Abtenauer Jagdhornbläser mit der Leket Percussion aus Gambia
kündigte unmissverständlich an, wofür dieses Festival steht: Kulturelle
Verständigung über alle Grenzen hinweg.

Tief berührt haben das Jugendtheater HOP
HOP aus Tschechien mit der Geschichte über die Flucht eines jüdischen Jungen
aus dem Warschauer Ghetto, aber auch das Saye Theater aus dem Iran mit einem
stillen Drama aus einem Flüchtlingslager. Mit exotischem Flair begeisterte das TUONG-Theater
aus Vietnam,  eine künstlerisch
überragende Tanzperformance zeigte das Thespis Theater aus Rumänien.

Die Theatergruppe Abtenau hat sich nach dem
Festival, für das die Theatermitglieder über 200 ehrenamtliche Stunden
leisten,  keineswegs ausgeruht. Die
Schlussproben für das Sommertheater standen an.

Bereits am 5. Juli wurde die Premiere „S’Nullerl“ von Karl Morre  als Freilichttheater beim Arlerhof mit über 30 Mitwirkenden gefeiert. Kein Aufwand wurde gescheut, 2 Bühnen und ein begehbarer Berg als Kulisse errichtet und beleuchtet. Mit dem Volksdrama über soziale Ungerechtigkeit, als „Naturtheater“ vor dem Arlerhof authentisch gespielt, ließ sich das Publikum berühren und mehrmals zu „standing ovations“ hinreißen.

Trotz durchwachsenem Sommerwetter konnten
14 Vorstellungen gespielt werden.

Zur Überraschung des Jahres geriet unser Kinder- und Jugendtheater. Aus
geplanten begleitenden Workshops zu Themen des Sommertheaters wurde eine
Eigenproduktion mit 4 ausverkauften Vorstellungen im Theater Abtenau. 15 Kinder und Jugendliche haben sich  dabei mit Ungerechtigkeit, Armut, Macht und
Ohnmacht, Eitelkeit und Versöhnung auseinandergesetzt. Aus der Improvisation
entstand in schließlich  eine Kombination
aus „La Belle et la Bête“ und einer
Tanzperformance, die Erwachsene und Kinder gleichermaßen begeisterte.

Jetzt
gehen wir in eine kurze kreative Pause, um 2020 wieder den Vorhang im Theater
Abtenau zu öffnen.

Die internationalen Kontakte werden
fortgeführt. Ich werde die Einladung als „Ehrengast“ zum internationalen
„MEHR“-Theaterfestival  in Kashan / Iran
Mitte Dezember annehmen.

Mit den besten Grüßen
Veronika Pernthaner-Maeke
Regisseurin und Leiterin des Theaters Abtenau