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Wir wünschen allen unseren Freunden ein gutes neues Jahr!

Wie gut es wirklich wird, hängt in manchen Teilbereichen des Lebens zu einem nicht unwesentlichen Teil auch von der kommenden neuen Regierung ab.

Es wird spannend, ob die Herren Chefs und deren Anhang genug Größe haben, auch den politischen Kontrahenten leben zu lassen. Nur wenn jede der zwei Parteien Erfolge verzeichnen kann, wird Türkis – Grün vielleicht ein gutes Projekt.


Winter im Dorf - Blick auf Asten

Nicht jedes Jahr beginnt am 1. Jänner

Mit dem Wort Jahr bezeichnen wir einen Zeitraum von 365 Tagen. Diese festgelegte Dauer gilt nicht nur für das Kalenderjahr, sondern auch für viele andere Jahre, wie dem Lebensjahr, dem Ehejahr oder dem Lehrjahr. Gemeinsam ist diesen Jahren die Dauer – aber nicht das Datum des Beginns und nicht das Datum des Endes.

Michaela Essler

Von Michaela Essler

Unser Kalenderjahr beginnt am 1. Jänner und
endet am 31. Dezember. Schon allein die nähere sprachliche Bestimmung dieses
Zeitraums mit dem Wort Kalenderjahr
weist darauf hin, dass es auch andere Jahre gibt, die mit dem Kalenderjahr
nicht identisch sind. So beginnt das Kirchenjahr der römisch-katholischen
Kirche am 1. Advent, das Jagdjahr am 1. April und das Braujahr am 1. Oktober.

Es gibt jedoch auch Jahre, deren Beginn an
jedem beliebigen Kalendertag sein kann. Die Zählung dieser Jahre ist mit dem
Eintritt eines bestimmten Ereignisses verbunden. Das Lebensjahr beginnt am Geburtstag
eines Menschen. Das Ehejahr beginnt mit dem Tag der Hochzeit. Das Lehrjahr an
dem Tag, an dem jemand eine Lehre anfängt. Das Dienstjahr an dem Tag, an dem
jemand in ein Unternehmen eintritt. Für die Zählung dieser Jahre wird immer der
sich wiederholende Jahrestag des zugrundeliegenden Ereignisses herangezogen.
Für die Lebensjahre der Geburtstag, für die Ehejahre der Hochzeitstag, für die
Dienstjahre der Tag des Dienstantritts.

Anders verhält es sich mit den Kinder- und
Jugendjahren. Mit Kinder- und Jugendjahre bezeichnen wir im allgemeinen
Sprachgebrauch Zeiträume, die nicht klar abgegrenzt sind und die eine
unbestimmte Anzahl von Jahren umfassen. Der Beginn der Kinderjahre ist zwar
exakt mit dem Tag der Geburt eines Menschen festgelegt. Es gibt jedoch
üblicherweise keine definierte Zeitspanne, nach der die Kinderjahre enden und
die Jugendjahre beginnen. Der Übergang ist fließend. Auch gibt es im
allgemeinen Sprachgebrauch keine Zählung der Kinder- und Jugendjahre. Niemand
würde sagen in meinem zweiten Kinderjahr
oder in meinem vierten Jugendjahr.
Wir sprechen aber sehr wohl vom zweiten
Lebensjahr
oder vom vierzehnten
Lebensjahr
. Und ebenso wie bei den Kinderjahren, gibt es auch für die
Jugendjahre im allgemeinen Sprachgebrauch kein exakt definiertes Ende.

Neben dieser Zählung von Zeiträumen hat uns
die Astronomie noch ein weiteres Jahr beschert, das keine Zeitangabe ist,
sondern ein Längenmaß: das Lichtjahr. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das
Licht in einem Jahr zurücklegt, und mit dem die Entfernung von Himmelskörpern
gemessen wird. Daher gibt es auch für das Lichtjahr kein festgelegtes Datum des
Beginns – nur eine festgelegte Dauer der Messung. Deshalb sagen wir auch nicht das dauert Lichtjahre, sondern wir sagen
das ist Lichtjahre entfernt.

Und schließlich gibt es noch das Jahr, das
überhaupt kein Jahr ist, sondern ein Tag. Mit Neujahr bezeichnen wir den ersten Tag in einem Kalenderjahr – den
1. Jänner.


„Der Menschenfeind“ – ein Karneval der Eitelkeiten

Peter
Raffalt hat Molières „Sprachgewitter“ dezent modernisiert und
somit den über 350 Jahre alten Komödien-Klassiker in die Gegenwart
katapultiert. Der unterhaltsame Theaterabend über geheuchelte
Freundlichkeiten und intrigante Machenschaften wurde vom
Premierenpublikum am 18. Dezember 2019 stürmisch gefeiert.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Alceste hasst das heuchlerische Spiel der feinen Gesellschaft, denn er fühlt sich der absoluten Wahrheit verpflichtet. Am liebsten würde er die Menschen überhaupt meiden und in die Wüste flüchten. Sein Freund Philinte rät ihm zur Mäßigung, doch vergeblich. Alceste beleidigt den jungen Poeten Oronte zutiefst, indem er sein Sonett als „blanken Mist“ bezeichnet. Dieser kann die harte Kritik nicht ertragen und zieht beleidigt vor Gericht.

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Die Liebe zur jungen, schönen und überaus lebenslustigen Witwe Célimène macht den uncharmanten Moralisten Alceste jedoch blind. Er merkt nicht, dass die oberflächliche, selbstverliebte junge Dame mit ihm nur spielt, ebenso wie mit allen anderen Männern, die sie umschwirren. Als ein Brief auftaucht, in dem sich Célimène über all ihre Verehrer lustig macht, steht sie plötzlich alleine da, nur Alceste bleibt ihr treu und sieht seine Chance gekommen.

Kristina
Kahlert feiert als vergnügungssüchtige Célimène Party ohne Ende.
Ihre zahlreichen Verehrer wickelt sie ebenso um den Finger, wie den
ihr treu ergebenen Alceste. In der Rolle dieses „ahnungslosen
Trottels“ leidet und poltert Antony Connor. Bülent Özdil darf
sich als geltungssüchtiger Oronte als Rapper beweisen. Sein Sonett
„Hoffnung“ wird zwar von Alceste niedergemacht, doch das Publikum
scheint anderer Meinung zu sein und applaudiert kräftig. Zickenkrieg
gibt es, wenn die sittenstrenge Arsinoé (Ulrike Arp) auftaucht. Die
„scheinheilige Ziege“ und das „Flittchen ohne viel Niveau“
liefern sich köstliche Wortgefechte. Simon Jaritz-Rudle als Acaste
und Tilla Rath als Éliante umschwärmen die kokette Célimène und
lassen keine Party aus.

Das
streng reduzierte Bühnenbild wird von einem wackeligen Podest
beherrscht, das nur schwer in Balance zu halten ist und ständig –
ob gewollt oder erzwungen – in Schieflage gerät. Hier präsentiert
sich die affektierte Gesellschaft in eigenwilligen, sehr eleganten,
Kostümen, die ihre Künstlichkeit und Eitelkeit noch betonen und
zugleich ihre eigentliche Fassade verbergen (Ausstattung: Agnes
Hamvas).

Regisseur Peter Raffalt: Das Stück ist zeitlos. „Der Menschenfeind“ ist ein Sittenbild einer narzisstischen, hedonistischen Vergnügungsgesellschaft. Er zeigt ein Bild einer Gesellschaft, die am Rande ist, einer Gesellschaft, die sich selbst überholt hat, die sich selbst nicht mehr kennt, sondern nur noch das Bild, das sie nach außen repräsentiert. Letztendlich funktioniert auch der heutige Mensch über weite Strecken darüber, dass er etwas darstellt, was eigentlich gar nicht er ist. Von daher hat es etwas durchaus Erschreckendes, zu sehen, wie gut „Der Menschenfeind“ in die heutige Zeit passt.

Dieses
geistreiche und unterhaltsame Theatervergnügen steht bis 2. Februar
2020 im Schauspielhauses Salzburg am Programm und sorgt zu Silvester
gleich zwei Mal, um 15 Uhr und 19.30 Uhr, für einen vergnüglichen
Rutsch ins neue Jahr.

Der Menschenfeind“ von Molière. Regie und Fassung: Peter Raffalt. Ausstattung: Agnes Hamvas. Musik: Georg Brenner. Choreographie: Lisa Moon. Mit: Antony Connor, Simon Jaritz-Rudle. Bülent Özdil. Kristina Kahlert, Tilla Rath, Ulrike Arp. Video: Schauspielhaus – Fotos: Jan Friese


Hans-Peter Vertacnik

Hans-Peter Vertacnik: Öxit

Autor: Hans-Peter Vertacnik
Titel: Öxit – Ein Kriminalroman
ISBN: 978-3-7408-0687-3
Verlag: Emons Verlag GmbH
Erschienen: 22.08.2019

Klappentext:

Schmieren, verleumden,
verängstigen und erpressen: Wer in der Politik an die Macht will, darf nicht
zimperlich sein. Doch wie weit kann man gehen? Zwei Tote rufen Oberst Radek
Kubica, Chef der Wiener Mordkommission, auf den Plan – und bringen ihn auf die
Spur eines kriminellen Netzwerks, das bis in höchste Kreise reicht und ein
ungeheuerliches Ziel verfolgt.

Rezension von Rebecca Schönleitner

Die junge, dynamische
Journalistin Lou Sorko ist endlich am Ende ihrer Ziele. Die geplante Veröffentlichung
ihrer brisanten, hieb- und stichfesten Recherchen, die den Sturz eines ehrgeizigen
Politikers zur Folge haben wird, soll ihr zu dem gewünschten Karriereschub verhelfen.
Es wäre kein Krimi, wenn sie nicht vor der Veröffentlichung noch schnell
ermordet werden würde.

Polizeioberst
Radek Kubica und sein Kollege Franz Dvorak bearbeiten den Fall und stechen
damit in ein Hornissennest aus Korruption, Gewalt, Intrigen, Macht und Mord.

Die derzeitige politische Situation in Österreich lässt einen beim Lesen zeitweise
schmunzeln, hat man doch das Gefühl, es könnte (hoffentlich nicht) wirklich so
zugehen in den Höhen der Politik.

Auf
alle Fälle ist es besser man traut niemanden, das muss Oberst Kubica zu seinem
Leidwesen schmerzlich lernen.

Sehr schön finde ich seine treue Freundschaft zu dem Pfarrer Wozzek, einem
Jugendfreund, der noch immer im Untergrund fest mitmischt und so wertvolle
Informationen beschaffen kann.

Ein schneller Krimi, der volle Aufmerksamkeit erfordert. Lesenswert!


Dorfzeitung.com


Die Stille Nacht Kapelle in Oberndorf bei Salzburg | Foto: KTraintinger

Frohe Weihnachten!

Das Team der Dorfzeitung wünscht allen Lesern, Freunden und Mäzenen ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest!

Vielen Dank dafür, dass Sie uns regelmäßig im virtuellen Dorf besuchen und unsere Arbeit unterstützen.

Sollten Sie noch ganz kurzfristig ein Weihnachtsgeschenk brauchen, könnten Sie ein (öffnet in neuem Tab)”>Dorfladen > eingekauft wird! Dankeschön!


trio klassikiss

Trio Klassikiss im Johann

Am Abend des 20. Dezember 2019 gab das Trio um Zsuzsanna Kiss ein weihnachtliches Konzert im “Das Johann” am Salzburger Hauptbahnhof zum Thema: I´M DREAMING OF A WHITE CHRISTMAS.

Die drei jungen Musikerinnen entführten das Publikum charmant und musikalisch virtuos in eine bezaubernde Weihnachtswelt. Die Palette der stimmungsvollen Melodien umfasste Werke aus der klassischen Musik, aus Oper und Operette bis hin zu ungarischen Violinsoli. Es wurden aber auch Evergreens, Chansons, Walzer und Tangos gespielt.

Die Besetzung: Zsófia Szabó (Gesang), Zsuzsanna Kiss (Gesang und Violine), Emese Badi (Klavier).


Dorfzeitung.com


Stille Nacht Kapelle

Weihnachten – Ein Fest mit vielen Namen

Weihnachten ist ein Fest, für das sich in den Sprachen vielfältige Benennungen finden. Der Bogen spannt sich von den heiligen Nächten über die Christmesse hin zum Geburtstag.

Michaela Essler

Von Michaela Essler

Die Bezeichnung Weihnachten begegnet im deutschen Sprachraum erstmals im 12. Jahrhundert mit der Formel ze den wīhen nahten „an den heiligen Nächten“. Das Wort wīh „heilig“ wurde für Dinge und Personen verwendet, die dem göttlichen Bereich angehörten und denen mit religiöser Verehrung begegnet wurde. Die Formulierung heilige Nächte deutet darauf hin, dass das Fest wohl mehrere Tage andauerte. Mit der Zeit wurden die beiden Worte zu einem Wort zusammengezogen, sodass unser heutiges Weihnachten entstand.

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Im Englischen wurde das Fest nach der großen
Christmesse benannt, die an diesem Feiertag um Mitternacht abgehalten wurde und
nach der anschließend die Weihnachtsfeierlichkeiten begannen. Wie im Deutschen
begegnet auch im Englischen die Bezeichnung æt
Cristes mæsse „zur Christmesse“
erstmals im 12. Jahrhundert. Cristes
mæsse
war ursprünglich eine Bezeichnung für einen bestimmten Tag, wurde
jedoch bald auch für die Zeit vor dem Festtag verwendet. Auch im Englischen
wurden die beiden Worte mit der Zeit zusammengezogen und es entstand das heute
bekannte Christmas.

Im Schwedischen und Dänischen steht das
Wort Jul für Weihnachten, das
ursprünglich das vorchristliche Mittwinterfest bezeichnete. Als sich das
Christentum in Skandinavien ausbreitete, wurde das vorchristliche
Mittwinterfest zum Weihnachtsfest umgedeutet. Erhalten hat sich jedoch die alte
Bezeichnung, die auf das Fest zur Geburt Christi übertragen wurde.

Im Italienischen geht die Bezeichnung für
Weihnachten auf das lateinische Wort für Geburtstag natalis dies zurück. In
Rom wurde das Fest bereits im 4. Jahrhundert gefeiert und als dies natalis Christi „Tag der Geburt des Christus“ bezeichnet. Die lateinische Formel
dies natalis Christi wurde mit der
Zeit gekürzt und es entstand die heute bekannte italienische Bezeichnung Natale.


Hermann Bauer: Mordsmelange

Autor: Hermann Bauer
Titel: Mordsmelange – Wiener Kaffeehauskrimi
ISBN: 978-3-8392-2457-1
Verlag: Gmeiner Verlag GmbH
Erschienen: 2019

Klappentext:

Für die Einweihung des neuen Schanigartens vor dem Café Heller wird der ehemals gefeierte Star der Anzengruber-Festspiele in Wolkersdorf, Nikolaus Bischof, engagiert.

In der Nacht vor dem Fest wird ein früheres Ensemblemitglied bei der Anzengruberhöhe erschlagen, was Oberkellner Leopold an einen Mord vor 12 Jahren erinnert, bei dem Bischof Hauptverdächtiger war.

Als dieser nach der Feier erstochen aufgefunden wird, beginnt für Leopold eine dramatische Suche nach dem Täter und dessen Geheimnis …

Rezension von Anni Lemberger

Hobby
– Kriminologe Leopold, seines Zeichens Oberkellner im Cafe´ Heller,
wird von seiner Vergangenheit eingeholt. Leopold, ein Kellner, der
alten Schule, hat Probleme mit der mangelnden Integration der
Zuwanderer aus den Bundesländern. Für Leopold sind es einfach die
„Gscherten“, zu denen er ganz besonders die Steirer zählt, denn
sie treten die Wiener Kaffeehaustradition mit Füßen und trinken
Bier aus der Flasche.

Dann taucht auch noch eine junge Dame aus dem Burgenland an seinem Arbeitsplatz auf und behauptet seine Tochter Sabine zu sein – das Ergebnis einer flüchtigen Liason mit ihrer Mutter.

Nach den 2 Morden und den laschen Ermittelungen seines Freundes Kommissar Juricek, beginnt Leopold mit den „Mordermittlungen“. Ihm zur Seite stehend, seine Neotochter Sabine, die seine detektivischen Fähigkeiten und sein kriminologisches Interesse geerbt zu haben scheint.

Und wie nicht anders zu erwarten, macht der Kellner die Arbeit der Kriminalpolizei und löst, gemeinsam mit Sabine und mit Unterstützung der „Gscherten“, den Fall.

Eine Kriminalsatire über die Wiener Kaffeehauskultur und den Zusammenhalt im Künstlermilieu. Gut lesbar und witzig geschrieben, aber nur mäßig spannend.



Gefährliche Momente (3)

In der Höhle der Bären – der Schlenken

An einem Wochentag im Frühsommer packte ich in aller Herrgottsfrüh meine Bergausrüstung in den Rucksack, dazu eine Jause und eine Taschenlampe.

Wolfgang Bauer

Von Wolfgang Bauer

Wie schon öfters zum Beginn der Bergwanderer-Saison wollte ich die relativ leichte Tour auf den Schlenken und den Schmittenstein zum Eingewöhnen gehen. Ebenfalls besuchen wollte ich die Schlenken-Durchgangshöhle, die ich eher zufällig kennengelernt hatte. Meine Frau hatte diesmal keine Zeit gehabt um mitzugehen, also ging ich allein.

Das Auto unterhalb der Halleiner Hütte abgestellt, marschierte ich an dieser vorbei über die Schlenkenalmen unterhalb des Grates zum relativ steilen Aufstieg auf den Schmittenstein. Unterhalb des riesigen Gipfelblocks geht es eben auf einem schmalen Steig zum kurzen Kletterstück auf den Gipfel. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sollte man hier schon besitzen. Vom Gipfel hat man dann einen schönen Rundblick auf die höheren Berge der Umgebung.

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Weg am Schlenken zum Schmittenstein (1982)

Nach den obligaten Fotos und dem Verputzen der Jause machte ich mich wieder auf den Abstieg zur Scharte, die den Schmittenstein vom Schlenken trennt. Das Wetter hatte sich inzwischen verschlechtert und es waren kaum andere Wanderer unterwegs. Nach kurzer Strecke auf dem Schlenkengrat bog ich rechts ab zum Nordportal der Schlenkenhöhle. Der Abstieg dorthin ist nicht gekennzeichnet und auch nicht ungefährlich. Zwischen Latschen hindurch führt ein steiler und kaum sichtbarer Weg nach unten. Stellenweise ist es sehr sumpfig und daher extrem rutschig.

Unterhalb des Gipfelblocks des Schmittensteins sollte man schwindelfrei und trittsicher sein.

Die Höhle hatte man in der Mitte der 1920er Jahre bei einer Fuchsjagd wiederentdeckt. Sie ist ca. 130 Meter lang und liegt auf 1560 Meter Seehöhe. In zahlreichen Grabungen seit 1934 fand man viele Knochen vom Höhlenbären, aber auch Spuren von einer Reihe anderer Tierarten. Auch menschliche Werkzeuge und bearbeitete Knochen mit einem Alter über 40.000 Jahren entdeckte man, jedoch keinen Hinweis, dass in der Höhle auch Menschen gelebt hatten.

Höhlenbären Eckzahn aus der Schlenkenhöhle

Verfehlt man den Höhleneingang und klettert weiter nach unten, so kommt man nach wenigen Metern zu einer senkrechten Wand, die weit unten in eine steile Geröllhalde übergeht. Einen Sturz da hinunter würde man kaum überleben und unten war ein unbewohntes Seitental, wo kaum Menschen hinkamen. Ich aber fand den zweigeteilten nördlichen Höhleneingang auf Anhieb und stieg in die große Halle hinunter, die am Beginn wartet.

Mittagessen auf engstem Raum vor dem Südausgang der Höhle (1982)

Die Schlenkenhöhle hatte ich kennengelernt, als 1982 in der Zeitung Helfer für die Grabung in der Höhle gesucht wurden. Wiener Professoren, Studenten, Salzburger Höhlenforscher und freiwillige Helfer forschten und gruben ein oder zwei Wochen lang in der Höhle. Mühselig wurde die Ausrüstung inklusive Stromaggregat zur Höhle geschleppt.

Dann teilte man die Leute ein. Eine Gruppe, zu der auch ich gehörte, grub Schicht um Schicht in eingeteilten Quadraten ab. Man mußte dort im „Bärengang“ zum Südausgang je nach Höhe der Höhle im Hocken oder Liegen arbeiten. Die großen Knochen wurden sofort dokumentiert, die lehmige Erde in Eimern in die große Halle zum Sieben gebracht. Das erledigte die zweite Gruppe. Der Rest der Leute war für Dokumentation, Verpflegung oder Ausrüstung zuständig. Es war eine schwere aber interessante Arbeit.

Zurück zum Quartier oder zum Auto
gingen wir über beide Ausgänge, je nach Lust und Laune. Zum
Südausgang war eine temporäre eigene Aufstiegshilfe angelegt
worden. Hier kam man sonst nur sehr schwer hinauf.

Heute aber war ich allein in der Höhle.
Die Taschenlampe konnte nur eine kleine Fläche ausleuchten.
Beleuchtete man den Weg, dann war der Kopf an den niedrigeren Stellen
gefährdet. Es herrschte totale Stille außer dem stetigen Tropfen
von Wasser in einen Topf, den die Forscher für das nächste Jahr
stehengelassen hatten. Es war schon ein eigenartiges Gefühl, wenn
man sich vorstellte, wie hier die riesigen Bären mit einer
Schulterhöhe bis zu 170 cm ihre Winterruhe verbrachten. Wenn ich mir
hier drinnen in der Höhle den Fuß verstauchte oder brach, dann
würde ich lange nicht gefunden werden. Die Lampe würde irgendwann
erlöschen, der Hunger sich bemerkbar machen. Nur Wasser gab es
genug.

Mit Tochter Andrea 1988 auf dem Gipfel des Schmittensteins

Es ging aber alles gut. An den Latschen hangelte ich mich wieder zum Grat empor und machte mich über den Schlenkengrat und den Aussichtspunkt Jagernase auf den Weg zum Auto.

und beim zweigeteilten Nordeingang der Höhle

Einige Jahre später wiederholte ich
diese Bergtour mit meiner achtjährigen Tochter, die ich allerdings
an den gefährlicheren Stellen sicherte. Heute ist der Zugang zur
Höhle nur mit besonderer Erlaubnis der Landesregierung erlaubt und
daher von mir auch nicht genauer beschrieben.


Martin Baltscheit: Der Weihnachtshase

Der Weihnachtshase

Autor: Martin Baltscheit
Titel: Der Weihnachtshase oder Die letzte Fahrt vom Weihnachtsmann
ISBN: 978-3-86489-259-2
Verlag: Westend Verlag GmbH
Erschienen: 2019

Klappentext:

Die Weihnachtsfabel: Ein entschlossener Aufruf zum Widerstand gegen Intoleranz und rückwärtsgewandten Patriotismus im Weihnachtswald der Gegenwart.

Die zuckersüße beschauliche und knallharte Weihnachtsfabel vom Meister zeitgenössischer Tiergeschichten, erzählt und illustriert von Martin Baltscheit.

Hochverehrte Tiergenossen! Es gibt jetzt eine Alternative zum guten, alten Weihnachtsmann. Mich. Den Weihnachtshasen. Mich!” sagte der Hase und erklärte ausführlich, womit in Zukunft zu rechnen ist.
Für den vielfach ausgezeichneten Illustrator, Autor und Geschichtenerzähler Martin Baltscheit ist auch Der Weihnachtshase kein Bilderbuch allein für Kinder. Mit seinen im wahrsten Sinne fabelhaften Geschichten und Bilderbüchern spricht er Leser und Leserinnen jeden Alters an. Spannend, unterhaltsam und durchaus politisch erzählt er mit seinen Parabeln keine Märchen, sondern möchte einen Beitrag leisten, für Verständigung und Aufklärung. Ein großes, hintergründiges Vergnügen.“

Anni Lemberger

Rezension von Anni Lemberger

Das „als Kinderbuch verfasste“ Büchlein ist vor allem für Erwachsene geeignet. Es zeigt die Folgen von Fremdenhass auf und geht davon aus, dass in jedem Lebewesen etwas Gutes steckt, das belohnt werden sollte.

So schreibt der Autor, dass die
vielen Geschenke, die der Weihnachtsmann alljährlich im
Weihnachtswald verteilt, zu einer massiven Zuwanderung armer, fremder
Tiere führt und der Weihnachtshase deshalb den Weihnachtsmann
„absetzt“ und seine Arbeit übernimmt. Der Hase findet, dass der
Wald schon übervoll ist und die Geschenke aufhören müssen, damit
die Zuwanderung der vielen fremden Tiere gestoppt wird. Im
Weihnachtswald kehrt als Folge des Wirkens des Weihnachtshasen
emotionale Kälte und Egoismus ein. Deshalb erschafft der
Weihnachtsmann ein Kind aus Liebe, das letztendlich wieder eine
Rückbesinnung der Waldbewohner auf ihre früheren Werte herbeiführt.

Die Botschaft, gegen Fremdenhass und Intoleranz kann ich unterschreiben, aber die zweite Botschaft, dass (alle) armen Flüchtenden und Hilfesuchenden bedingungslos aufgenommen werden müssen, ist mir zu banal. Die Welt ist nicht schwarz/weiß, sondern hat viele Facetten. Und diesen Facettenreichtum vermisse ich in diesem Büchlein.

Aufgrund der vielen netten Zeichnungen aber als Abenteuerbuch für Kinder durchaus zu empfehlen und als Büchlein für Erwachsene, die gerne fantastische Geschichten mit einem „Happy-End“ hören und lesen.


Manfred Baumann: Marionettenverschwörung

Autor: Manfred Baumann
Titel: Marionettenverschwörung
ISBN: 978-3-8392-2458-8
Verlag: Gmeiner Verlag GmbH
Erschienen: 09.10.2019

Klappentext:

Magische Fäden. Puppen tanzen.
Zauberhaftes Spiel. Das berühmte Salzburger Marionettentheater. Wo Papageno und
Pamina Besucher aus der ganzen Welt verzücken, hängt jetzt eine junge Frau in
den Puppenkulissen. Lucy, der Liebling der Truppe. Erdrosselt. Kommissar Merana
beginnt zu ermitteln. Er stößt auf Intrigen hinter den Theaterfassaden, doch
die Spur führt auch zu Kreisen politisch rechter Verschwörung. Und plötzlich
ist auch Meranas Leben in Gefahr …

Rezension von Rebecca Schönleitner

Meraners siebter Fall.

Kommissar Merana macht einen
Kurzurlaub in Hamburg bei Jennifer, seiner beginnenden neuen Liebe aus dem
letzten Fall. Da erreicht ihn ein Anruf, er wird in Salzburg gebraucht. Im
weltberühmten Salzburger Marionettentheater hängt eine Leiche in den Kulissen. Gleichzeitig
wird die Leiche eines jungen Mannes in der Salzach gefunden. Hängen die Morde
zusammen?

Manfred Baumann ist hier wieder
ein großartiger neuer Meraner Krimi gelungen, seine Krimis sind nicht nur ein
„Fälle lösen“, sondern sie beinhalten so viel Menschlichkeit, so viele
berührende Momente und eine Menge Salzburg. Gleichzeitig scheut er sich nicht
die politische Situation Österreichs schonungslos zu beschreiben, das finde ich
einfach großartig.

Der einzige Wermutstropfen
dieses wunderbaren Werkes ist leider das Cover, wäre ich nicht so ein
eingefleischter „Salzburg-Krimi“ Fan, hätte ich sicher nicht zu diesem Buch
gegriffen.

Meraner ist einer meiner Lieblingskommissare, ich hoffe, Manfred Baumann schenkt uns noch viele weitere Salzburg Krimis und vielleicht findet auch Meraner einmal sein großes Glück?


Dorfzeitung.com


Strache Weihnacht

Zu Weihnachten Freude schenken

Gerade noch rechtzeitig vor Weihnachten hat die FPÖ von ihrem ehemaligen Mastermind und Parteichef ein sehr spezielles Geschenk erhalten.

3 Wiener Gemeinderäte präsentierten aus Dankbarkeit dem alten Chef gegenüber die neue Allianz für Österreich (DAÖ).

Die FPÖ hat offensichtlich einen innerparteilichen Schutzmechanismus eingebaut, der immer dann aktiv wird, wenn der Rechtsruck in Österreich ohne Gegenmaßnahme zu groß werden würde. Vorsichtshalber spaltet sich dann die Partei und die Mitglieder werden aufgeteilt, streng nach Leopold Kohr: “small is beautiful!”

Die klassischen Linksparteien sind aktuell noch immer in der Selbstfindungsphase und wissen nicht, was sie wirklich wollen.

Einzig die Türkisen und Grünen verhandeln hinter verschlossener Tür und sitzen die blaue Zerbröselung aus.