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Von Seli+Kat | Thomas Selinger (Cartoon) und Karl Traintinger (Text)

Johann Grießner

Ing. Hans Grießner, Bgm. a. D.

Mein Weg nach Lamprechtshausen

Johann GrießnerAls Bauernsohn und “Spätberufener” – aus dem Pinzgau kommend – schloss ich sehr erfolgreich die Höhere Bundeslehranstalt für Alpenländische Landwirtschaft in Raumberg Gumpenstein Steiermark im Jahr 1972 ab. Das geplante Tierarztstudium ist leider aus privaten Gründen ins Wasser gefallen, so entschloss ich mich an einem späten Abend – auf einem Traktor Ford 7000 sitzend, bei der Heimfahrt von der Feldarbeit zur “Wellington Farm” in der Nähe von Cambridge England – meine Dienste beim Raiffeisenverband Salzburg zu beginnen. Mir wurde die Leitung des neu zu bauenden Bezirkslagerhauses im Pinzgau in Aussicht gestellt.

Auf Initiative von Ökonomierat Hans Eder kam es anders. 1974 beauftragte man mich mit dem Neubau des Lagerhauses Lamprechtshausen – dem ich als Lagerhausleiter 25 Jahre, bis 1999 vorstand.

Das politische Engagement

Schon 1979 haben mich der damalige Bürgermeister Franz Größlhuber, der spätere Bürgermeister Georg Junger und der Gemeindevertreter Hans Fersterer, der Hanslbauer in Außerfürth, gebeten, dass ich mich einer Vorwahl für die Gemeindevertretungswahl stelle – ich landete “relativ weit vorne”, sodass ich mich aufgrund dieses Vertrauensbeweises nicht mehr getraute “Nein” zu sagen – somit war ich als Gemeindevertreter dabei.

Meine Zeit als Bürgermeister der Gemeinde

Von 1986 bis 1999 war ich aufgrund entsprechender Wahlergebnisse der ÖVP Vizebürgermeister und von 1999 bis 24. 09. 2017 der Bürgermeister der Gemeinde Lamprechtshausen. Meine Frau Roswitha, die Kinder Barbara und Hans Georg hatten großes Verständnis, dass ich einen Großteil meiner knappen Freizeit der Gemeindepolitik widmete – ich bedanke mich ausdrücklich bei meiner Familie. Die Familie war mein “wahres Daheim” und Rückzugsgebiet in meiner neuen Heimat, wenn so manches “daher kam!” Auch in der Gemeindepolitik ist für mich ein neues Heimatgefühl gewachsen! Siehe da – ich bin ein Flachgauer, ein Lamprechtshausener und woran ich niemals gedacht hätte – Bürgermeister geworden!

1999 formulierte ich mir ein Ziel: Lamprechtshausen soll noch schöner und lebenswerter werden! Arbeiten und nicht streiten.

Lhstv. Astrid Rössler, Bgm. Hans Grießner, LS Josef Schwaiger

Lhstv. Astrid Rössler, Bgm. Hans Grießner, LS Josef Schwaiger

Vielleicht ist mir das gelungen? Ein hervorragendes Miteinander hat mich mit meinem Team begleitet – danke dafür! Wir sind so gut zusammengewachsen – mir fehlt diese Gemeinschaft sehr!

Ein herzliches “Danke” auch an die Gemeindevertretungen, dem Pfarramt, allen Vereinigungen, Vereinen, den Verantwortlichen unserer Bildungsstätten, den Sicherheits- und Hilfsorganisationen und dem Gesundheitswesen für die gute kameradschaftliche Zusdammenschau! So konnte unsere Dorfgemeinschaft weitergeführt und ausgebaut werden – sie kann sich sehen lassen.

So manches haben wir gemeinsam umgesetzt – im Anhang können Sie sich ein Bild machen!

Andrea Pabinger mit Hans Grießner

Die neue Bürgermeisterin Andrea Pabinger mit ihrem Amstvorgänger Bürgermeister Hans Grießner

Ich bin froh, eine tüchtige Nachfolgerin in der Frau Bürgermeisterin Andrea Pabinger gefunden zu haben – sie ist schon “voll im Geschäft!”
Alles Gute weiterhin – ich blicke mit Dankbarkeit und Demut zufrieden zurück!

Ing. Hans Grießner, Bürgermeister a.D.
Lamprechtshausen, im Frühjahr 2018

 

Anhang – Zeittafel

Persönliches

Ing. Johann Grießner – Geb. 16. 03. 1947 Zell/ See

Eltern: Barbara und Johann Grießner / Landw. Gutspachtung der Eltern am Walchergut Gries/ Pzg. – dort aufgewachsen – Pinzgauer Rinderzuchtbetrieb – wurde hier bäuerlich geprägt mit Freude an der Landwirtschaft, Natur, Umwelt und an historischen Bauten

1963 – 1965 Landw. Berufsschule St. Georgen Pzg.

1965 – 1967 Landw. Fachschule Bruck / Glstr.

1968 – 1972 Höhere Bundeslehranstalt f. Alpenländische Land. – u. Forstwirtschaft Raumberg Gumpenstein Stmk.

1972 – 2004 Tätigkeit Raiffeisenverband Salzburg Ware

1974 – 1999 Lagerhausleiter Lamprechtshausen

1999 – 2004 Verkaufsberater Baustoffverkauf Großfirmen

Ab 2004 – 2018 “Full time” Bürgermeister

Seit 1979 in der Gemeindepolitik

1986 – 1999 Vizebürgermeister

1999 – 24. 9. 2017 Bürgermeister

Seit 2000 Obmann Torferneuerungsverein Weidmoos

Seit 2005 Beeidetes Berg- u. Naturschutzorgan SBNW

2005 – 2015 Beeidetes Jagdschutzorgan

Seit 1981 Mitglied Lamprechtshausener Jägerchor

Seit 2015 Kräuterpädagoge

Seit 2003 Natur- und Landschaftsführer

Kommunales

1999 – 2001 Fertigstellung Mehrzweckgebäude FF Zentrale RK Zentrale

Dr. Franz Schausberger und Landtagspräsident Hans Holztrattner

Dr. Franz Schausberger und Landtagspräsident Hans Holztrattner

2000 Gründung Torferneuerungsverein Weidmoos

2001 Umbau Musikhauptschule

2001 Ankauf “Gisser Haus” (f. spätere Dorfplatzgestaltung)

2002 Initiator zum Ankauf Weidmoos für die Gemeinden Lamprechtshausen / St. Georgen

Ankauf von 83ha Weidmoos um € 6,14 Mio.

Ankauf von 83ha Weidmoos um € 6,14 Mio.

2003 – 2007 Beitrag zur Umsetzung “Life Projekt Europa Vogelschutzgebiet Weidmoos”

2003 Ankauf Gewerbegebiet Ehring 17 ha durch die Gemeinde

2005 Adaptierung Volksschule

2007 Fertigstellung Dorfplatzgestaltung

2007 Neubau Betreutes Wohnen mit 17 Wohneinheiten

2009 Adaptierung Kindergarten

2011 – Umbau und Eröffnung Stille Nacht Museum Arnsdorf | 2012 – Auszeichnung Museumsgütesiegel Bozen (Walther Von Der Vogelweidehalle)

2011 – Umbau und Eröffnung Stille Nacht Museum Arnsdorf | 2012 – Auszeichnung Museumsgütesiegel Bozen (Walther Von Der Vogelweidehalle)

2012 Umsetzung “Barrierefreies Weidmoos” Leader Plus Projekt

2012 Zubau und Adaptierung Neue Mittelschule

2014 Erweiterung Volksschule

2015 Adaptierung Barrierefreies Amtgebäude

105/ 2016 Sanierung Kanal Reitlwald

Hobbies

Botanik, Lesen, Singen, früher: Klettern – heute Bergwandern, Jagd, Holzarbeit im eigenen Wald


Sandra Reichl: Ein Gesicht pro Tag. Zeichnungen

Das Projekt “Ein Gesicht pro Tag” war ein Zeichenprojekt der Künstlerin, nachdem sie als gebürtige Welserin 10 Jahre lang in Wien gelebt hat. Die Idee war, den speziellen Charakter und die filigrane Schönheit der Wiener und auch Österreicher auf Papier zu bringen.

Dr. Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Entstanden ist eine Portraitserie, die einerseits nachdenklich stimmt, andererseits aber durch die technische Perfektion fasziniert. Der typische Strich einer geübten Zeichnerin, die ihre Umgebung sehr genau und feinnervig wahrnimmt, ist unverkennbar. 

Es macht Spass, sich auf die Bilder einzulassen, über die Texte dazu nachzudenken. Man darf gespannt sein, wohin sich die Künstlerin weiterntwickeln wird!

Sandra Reichl in der Dorfzeitung

Paperworks >
Corporate Design für die Tierarztpraxis Lamprechtshausen >


Sonja Schiff: VielLeben. Ein Portrait von Rochus Gratzfeld

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Rochus Gratzfeld

Heute darf ich im Projekt „VielLeben“, in dem ich in unregelmäßigen Abständen, auf immer die gleiche Weise, Portraits von Menschen jenseits der 50 vorstelle, das erste Portrait eines Mannes in dieser Reihe veröffentlichen.

sonjaschiffVon Sonja Schiff

Geboren 1956 in Oberhausen/ Deutschland, lebt Rochus Gratzfeld heute in Salzburg/ Österreich und Sarród/ Ungarn. Angekommen nach schier endlosen Reisen in einer endlichen Welt.

Eine spontane Geschichte aus Ihrer Kindheit…..

Ich wurde in Sterkrade-Königshardt eingeschult. Mitten im Ruhrgebiet. In einem Umfeld, welches durch harte Arbeit im Kohlebergbau und der Stahlverarbeitung geprägt war. Eine Prägung, die einen bestimmten Menschenschlag geschaffen hatte. ArbeiterInnen eben. Und deren Kinder.

Foto: Zechenhaus, verschwommene Erinnerung an meine Kindheit. Die Fotos aus meiner Kindheit habe ich mit der Urne meiner Mutter entsorgt.

Foto: Zechenhaus, verschwommene Erinnerung an meine Kindheit.
Die Fotos aus meiner Kindheit habe ich mit der Urne meiner Mutter entsorgt.

Meine neureichen Eltern setzten dem einen weißen Palast entgegen. Der musste täglich von Staub und Asche gereinigt werden. Ein Fremdkörper. Na jedenfalls wurde ich zur Einschulung präpariert. Sie steckten mich in eine kurze Trachtenlederhose, die entsprechenden Wollsocken, Bundschuhe, verpassten mir einen Janker über einem schneeweißen Hemd mit Hirschhornmanschettenknöpfen und setzten mir einen Sepplhut auf. Zur Begrüßung bekam ich dann von einem meiner zukünftigen Mitschüler auf dem Schulhof gleich eine schallende Ohrfeige begleitet von hämischem Lachen und lautem Gejohle der übrigen Kinder. Ich habe mich durchgesetzt. Mein einziges verbliebenes Trauma sind Wollsocken. Ja, und Trachten trage ich seit fast 50 Jahren auch keine mehr. Das hat aber heute eher politische Gründe.

Wenn Sie an Ihre Jugendzeit denken, mit welchen 5 Begriffen würden Sie diese skizzieren?

Widerstand. Rebellion. Sex, Alkohol & Rockmusik.

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Stellen Sie sich ihr Leben als Reise vor. Was waren die wichtigsten Stationen auf Ihrer bisherigen Reise?

Geburt. Kindheit mit allen Höhen und Tiefen. Studienjahre. Erste Ehe. Geburt und Heranwachsen meiner Kinder. Berufliche Entwicklung. Krankheit. Neugeburt. Zweite Ehe.

Und das Leben darin und dazwischen.

„da & dort
zwischen hier & jetzt
leiden schafft begierde
hin & her
blutrote rose
teuflische lust
gerissen vom dorn
hier & jetzt
glücklich”

Foto: Rochus Gratzfeld mit etwa 32 Jahren

Foto: Rochus Gratzfeld mit etwa 32 Jahren

Wenn Sie so Ihr Leben betrachten: Was trägt Sie im Leben? Was macht sie aus?

Was mich im Leben trägt? Trägt mich? Was? Macht mich aus? Glück. Ohne Zweifel. Optimismus. Die Erfülltheit einer gleichberechtigten Partnerschaft. Das Wissen darum, nichts verpasst zu haben und dennoch neugierig bleiben zu können. Die Fähigkeit, mich auf den Augenblick konzentrieren zu können. Das Auge und das Ohr für das Unscheinbare. Meine Kreativität. Meine unendliche Lust auf. Mein Drang nach Freiheit. Meine Intelligenz. Die mir auch erlaubt, Kind zu sein. Meine Nonkonformität, die mich sagen lässt: Leckt mich. Meine Ungeduld, die mit den Jahren immer mehr zu Geduld mutiert.

Wenn Sie mit Ihrer Erfahrung heute, Ihrem 20 jährigen ICH von damals, etwas vom Leben erzählen könnten, was würden Sie ihm mitteilen?

Mach, was du für richtig hältst. Scheiß auf den vermeintlich richtigen Weg. Aber mach das, was du für richtig hältst richtig. Glaube an dich und deine Fähigkeiten. Achte deine Mitmenschen und habe ein Herz für die Ärmsten der Armen.

Wo auf Ihrer Lebensreise befinden Sie sich gerade und wie geht die Reise weiter? Welche Pläne haben Sie? Was wollen Sie noch erleben/ tun/ erledigen?

Prolog

Ich habe noch nicht die Lebensphase erreicht, wo ich noch etwas erledigen möchte und meine aktuellen Bedürfnisse sind banal.

Also bitte, was ich noch erledigen will? Das Huhn ins Rohr schieben. Den Weinvorrat bei meinem Lieblingswinzer auffüllen. Mit meinen Hunden wandern, meine Frau im Pool schaukeln, den Abwasch machen. Was ich noch erleben möchte? Keinen Krieg in Europa. Dafür ein offenes Europa ohne neue Grenzen. Mehr Menschlichkeit. Keine Zeltstädte für Flüchtlinge. Sonnenauf- und Untergänge. Fauna und Flora. Das Heranwachsen meiner Enkel und glückliche Kinder. Viele Menschen treffen, mich austauschen, generationenübergreifend. Nicht nur morgendliche Erektionen. Kein Ende meines kreativen Schaffens. Viele Ausstellungen. Neue Bücher. Von meiner Frau und von mir. Reisen durch Osteuropa ohne Kanonendonner. Bären will ich noch sehen und Wölfe in der freien Natur. Na und Kochen. Kochen. Nicht Brei. Nicht vegetarisch und schon gar nicht vegan. Frugal. Die Finger ablecken. Und am Ende einen letzten Unicum. Egészségére!

Foto: Rochus Gratzfeld mit 58 Jahren

Foto: Rochus Gratzfeld mit 58 Jahren

Foto: Rochus Gratzfeld mit 58 Jahren

Epilog

gefühle – oder das schreien der möwen

habe ihnen zugeschaut. weit weg von ihrer heimat.
elegant – auch in ihrer gier.
schnell. gleiten im wind.
haben starke schnäbel.
haben meinen kopf getroffen. beim angriff aus dem nichts.
damals, in ihrer heimat.
als alles noch anders war.

habe ihnen zugeschaut. dem neger auch.
lachend und hüpfend wie ein kind.
toastbrotneger. auch weit weg von der heimat.
hatte dich dabei schon im kopf. nicht im bauch.

war kalt. dort. am bayrischen meer. nicht weit weg von dir.
wusste nicht, dass du eine der möwen warst.
welche von denen, weiss ich nicht.
hast dich auch mehr für den toastbrotneger interessiert.
klar, liebe geht durch den magen.
vielleicht die, die besonders laut schrie.
oder die ganz leise.
heute würde ich dich erkennen.

werde demnächst wieder halt machen am bayrischen meer.
auf meinem weg zu dir.
vielleicht holst du mich dort ab.
werde dich erkennen.
werde den neger wiedererkennen.
werde mich erinnern.
an damals, als alles noch anders war.

und schreien, vor glück.
über die möwe.
die vielleicht nur vorbeifliegt.
oder auf mich herabstürzt. im sturzflug.

stelle mir das gesicht des toastbrotnegers vor,
wenn ich auf die mauer steige und mich in die lüfte erhebe.
der möwe folge
mit ihr ein stück brot aus der hand des negers teile.
davonfliege.
wieder herabtauche, mit dem gefieder das wasser streifend.
abzustürzen drohe, nur um mich noch höher zu schwingen.

damals nicht vergessen.
als teil von heute für morgen begreifen.
über die gipfel der berge fliegen. bis ans meer.
ans andere meer. nicht das landmeer. nicht an das heimatmeer.
an das meer der sehnsüchte.

werde weiter fliegen, über das meer. nach afrika.
werde den toastbrotneger in der wüste suchen und finden.
werde zur oasenmöwe.
weiter.

weiter. bis die flügel lahm werden. das gefieder stumpf.
dann wird eine möwe aus dem himmel kommen und mich abholen.
werde ein letztes mal schreien, wie du.
und der toastbrotneger wird tränen in den augen haben.
wie ich.
aber die möwen werden weiterfliegen.


Thomas Selinger,
der Maler

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Der Zeichner und Cartoonist Thomas Selinger ist bei uns in der Dorfzeitung regelmäßig vertreten, diesmal möchten wir den Maler vorstellen. Seli fertigt große Acrylgemälde an, denen man seine Herkunft deutlich ansieht, zu typisch ist sein Zugang zu Mensch und Tier.

Der stark grafische Charakter seiner Werke wird oft durch die flächigen Farben noch unterstrichen. Es entstehen plakative Gemälde mit extremer Dichte in der Aussage. Will man einen Seli aufhängen ist wichtig zu wissen: er braucht Platz. (Karl Traintinger)

Weiterführende Infos zu
Thomas Selinger

Homepage>
Seli in der Dorfzeitung>
Thomas Selinger eröffnet Atelier in Salzburg >

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Atelier – Galerie
Auerspergstrasse 45
5020 Salzburg
Tel.: 06765854902


Victor Bawoh. Malereien

Victor Bawoh, 1981 in Agbor – Nigeria geboren, lebt seit über 10 Jahren in Salzburg und befasst sich seit seiner Kindheit mit der Malerei. In den imposanten Acrybildern ist immer wieder die Auseinandersetzung mit der Natur ein zentrales Thema, er bevorzugt Erdfarben und immer wieder leuchtendes Grün.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Die Themen sind vielfältig, oft in Netze eingewoben, zum Teil fast unheimlich und dann wieder farbenfroh, aufmunternd, lebenslustig. Bunte, farbige Flächen wechseln mit feinen, fast verwirrenden Linien, alles scheint in Bewegung zu sein, zu wachsen und zu gedeien.

Man hat das Gefühl von Aufbruch, von unbändiger Lebensenergie, aber auch von Nachdenklichkeit, nie jedoch von Hoffnungslosigkeit.

Man darf gespannt sein, wohin Victor Bawoh von seiner künstlerischen Arbeit noch getragen wird, freuen wir uns darauf!

Die Homepage von Victor Bawoh finden Sie HIER>


Thomas Selinger,
der Zeichner

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Es ist lange her, dass ich Thomas Selinger in seinem Kaffeehaus in Bürmoos kennenlernte. Sein “Coffeehouse”, wie er es nannte, war schon sehr speziell: zum Einen hatte er eine hervorragende, für den nördlichen Flachgau sogar aussergewöhnliche Weinauswahl, zum Anderen kritzelte er auf seine Rechnungsblöcke dauernd irgendwelche Manderl, auch hingen im Lokal nur Gemälde, die der Cafetier selbst angefertigt hatte.

ktraintingerVon Karl Traintinger.

Das war auch die Zeit der Anfänge der Dorfzeitung und Big T., wieer damals seine Cartoons signierte, steuerte schon bald seine ersten Karrikaturen dazu bei. Die Themen waren aktuell, die Karikatuen bissig (Hirn für das heilige Land Tirol, American Law and Order, Very British, EU-Sanktionen gegen Österreich, …).

In der Kleintierpraxis Lamprechtshausen war 1999 seine erste größere Ausstellung, die Besucher kamen zahlrich und waren begeistert.

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Schon damals sah man seine typische Art Gesichter und Menschen zu zeichnen und seine Freude an großen grafischen Flächen und Strukturen. Einige Jahre später sperrte er das Kaffeehaus in Bürmoos zu und verschwand für mich von der Bildfläche. Über das Internet fand ich wieder, er hatte Kunstakademien und Malkurse besucht, entwarf Flaschenetiketten für rennomierte österreichische Winzer war Dipl. Sommelier im Weißen Rössel am Wolfgangsee geworden.

Von da an publizierte er fallweise wieder Cartoons bei uns in der Dorfzeitung und er hatte sich einen Namen als Salzkammergutkünstler gemacht. Auf einer Ausstellung im Rössel präsaentierte er seine Flaschenkinder und Kaffeekinder und auch zahlreiche seiner grossen Arbeiten.

In seinem neuen Atelier un der Auerspergstrasse 45 in Salzburg begeistern mich vor allen seine Zeichnungen, die ich hier gerne präsentieren möchte. Sie sind etwas “runder” geworden, haben nichts an Treffsicherheit und Präzision in der Aussage verloren.

Weiterführende Infos zu
Thomas Selinger

Homepage>
Seli in der Dorfzeitung>
Thomas Selinger eröffnet Atelier in Salzburg >

Atelier – Galerie
Auerspergstrasse 45
5020 Salzburg
Tel.: 06765854902


Ursula Dräxlmaier. Erfreuliches

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Die in Laufen/ Obb. ansässige Künstlerin schafft Stillleben von eigentümlichem Reiz. Es sind die einfachen Dinge des Alltags, die sich zu stillen, klaren Kompositionen fügen und verhalten-sachliche Poesie entfalten. Ursula Dräxlmaiers Bilder sind wie erholsame, geordnete Ruhepunkte in hektischer chaotischer Zeit.

Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich in Landshut, Niederbayern. Von einem Studium der Kunst, zu der mein damaliger Zeichenprofessor meine Eltern bewegen wollte, erfuhr ich erst vor einigen Jahren, zunächst wurde ich Lehrerin für Textilarbeit, Werken und Hauswirtschaft, bis Unfallfolgen 1990 diese Laufbahn beendeten.

Jetzt begann ich intensiv mit dem Malen. Ich malte alles, in Öl, in Aquarell, ich zeichnete in Kohle, in Pastell, dazu sanierte ich die in Niederbayern verbreiteten gusseisernen Flurkreuze. Zur weiteren Fortbildung in der Malerei und zum Studium der Kunstgeschichte kam ich 1997 für 3 Jahre nach Salzburg.

Und hier entdeckte ich nicht nur den „Apfel“ für alle möglichen Farbstudien und Kompositionen, sondern entwickelte die Idee, den Apfel, das älteste und am meisten bekannte Obst in Europa, zu einem europäischen Thema zu machen. In 2000 ging ich nach Berlin und malte die Stillleben für die inzwischen stark gewachsene Europäische Union. Dazu sammelte ich von jeder EU-Nation „Apfel-Lyrik“ und Apfel-Rezepte.

Hier in meiner Ausstellung im Kulturamt der Stadt Salzburg sind zwar übergroße Äpfel in monochromen Farbstellungen zu sehen, aber der Schwerpunkt liegt bei den „normalen“ Stillleben. So ganz „still“ sind sie aber wieder nicht, Sie, verehrte Besucher sehen nicht nur „Erfreuliches“, aus dem Garten, von der Straße, sie sehen den farbenfreudigen Raps- und Mohnsommer, belebt durch nicht ganz stille Tiergestalten.

Meine Bilder befassen sich nicht mit dem tiefgrauen Alltag, mich lächelt das Schöne und Heitere an um gemalt zu werden und ich wünsche mir für Sie, nach dieser Ausstellung entspannt nach Hause zu gehen. (Ursula Dräxlmaier)

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Foto: KTraintinger, Dorfzeitung

In Kursen wurde ich gefördert von:
Susanne Steinbacher, Goldegg
Felix-Anton Eckardt, Hamburg
Michail Schnittmann, Berlin
Isabella Kustusch- Niang Berlin
Eva Kunze, München
Prof. Schmögner, Sommerakademie, SBG
Prof. Josef Zensmaier, Hallein/Salzburg
Dr. Valentina Piredda Salzburg
Renate Christin, Eichhofen
Hermann Eller Deggendorf

Wichtige Ausstellungen waren in:
2012, HVB, Filiale Friedrichshagen
2011 HVB, Filiale Friedrichshagen
2011- 2012 HVB, Berlin-Mitte
2010 Rathaus Ahrensfelde
2009 jazz-club-galerie Regensburg
2008 Rosenheim und Berlin
2007 Stadtgalerie Landshut, Röcklturm
2006 Europäisches Parlament Brüssel
1999 Meeting-Center, Mönchsberg, SBG
1998 Aula der Volksschule in Toblach/I

Kontaktinfo:
www.ursula-draexlmaier.de
Ursula Dräxlmaier in der Dorfzeitung >

Stadtgalerie am Mozartplatz
Mozartplatz 5, 5020 Salzburg
Dauer der Ausstellung: 18. Juli – 31. August 2014


Der Künstler H.R. Giger und der Atomkrieg

 

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Der Künstler H.R. Giger der in Zürich-Seebach wohnte, ist kürzlich nach einem Unfall gestorben. Seine frühen Zeichnungen wurden vor fünfzig Jahren auch auf Flugblättern und in alternativen Zeitschriften verwendet.

HeinrichFreiVon Heinrich Frei, Zürich (Text + Bilder)

Für mich stellte Giger damals mit seinen Zeichnungen den Horror dar, auf den die Menschheit in einem Atomkrieg zusteuerte. (1) Hans Steiger von der Anti-Atomwaffenbewegung schrieb mir: „Er (Giger) ist 1964 von sich aus mit seinen “Atomkindern” ins Sekretariat der Anti-Atomwaffenbewegung gekommen, das ja übrigens ganz in der Nähe der Kunstgewerbeschule (in Zürich) lag, und hat uns Zeichnungen für die “opposition” angeboten. Wir haben danach auch mehrere Folgen gedruckt, obwohl viele Leserinnen und Leser ihre Mühe damit hatten. Mich hat er fasziniert, ähnlich wie Georg Kreisler, weil das Makabere mit viel Hintergründigem verknüpft war, also habe ich ihn auch stets verteidigt.” (Hans Steiger, Journalist, war von 25.11.1991 – 03.12.1995 Nationalrat der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz)

giger_11958 hatte der Bundesrat nämlich die atomare Bewaffnung der Schweiz befürwortet. 1959 reichten Pazifisten und Religiös-Soziale eine Volksinitiative für ein Verbot von Atombomben ein. Die in der Atombomben-Frage gespaltene SPS — Parteipräsident Walter Bringolf (Sozialdemokrat) befürwortete Atombomben. — reichte eine zweite Initiative nach, die ein Mitspracherecht des Volkes bei der Beschaffung von Atombomben forderte. Das Volk und die Stände lehnten aber am 1. April 1962 und 26. Mai 1963 beide Initiativen im Verhältnis von 2:1 ab. Das EMD setzte in der Folge eine Studiengruppe ein, um Kauf oder Eigenentwicklung von taktischen Atombomben weiter zu studieren. Diese Studiengruppe für Atomfragen, der der Schweiz die Möglichkeit einer atomaren Bewaffnung offenhalten sollte, wurde erst Ende 1988 aufgelöst. (2)

Die Gefahr eines Atomkriegs ist auch heute noch nicht gebannt. 124 Staaten setzten deshalb im letzten Jahr in der UNO-Generalversammlung in New York ihre Unterschrift unter ein Schriftstück, das die konsequente Ablehnung von Atomwaffen ähnlich dem Verbot chemischer Waffen anstrebt. Diese Erklärung ging auf eine Initiative der Schweiz zurück. – Unser Nachbar Deutschland unterschrieb diese Erklärung nicht. „Der Besitz von Atomwaffen diene letztlich der Wahrung des Friedens, erklärte nämlich die deutsche Bundesregierung in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion…“ (3, 4)giger_2

Nach einem Atomkrieg werden die Überlebenden, und das sind vermutlich eher Insekten als Säugetiere, vielleicht auf die Horror Zeichnungen und Bilder von H.R. Giger stossen. Diese Insekten, die dann durch Mutationen vielleicht intelligenter geworden sind als wir Menschen, werden sich nicht nur über die schrecklichen Bilder von Giger wundern sondern auch nicht verstehen wie stark der Glaube an die Rüstung und das Militär beim Säugetier Mensch gewesen sein muss, dass dieses Tier sich schlussendlich in einem Atomkrieg ausgerottet hat.

Legende:
(1) http://de.wikipedia.org/wiki/HR_Giger
(2) http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D24625.php
(3) http://www.ag-friedensforschung.de/themen/Atomwaffen/uno.html
(4) In Europa und auch in Deutschland sind im Rahmen der „atomaren Teilhabe“ schon seit Jahrzehnten US-Atomwaffen einsatzbereit. Jetzt soll das heutige Atomwaffen-Arsenal in der BRD durch lasergesteuerte B-61-12-Lenkflugkörper ersetzt werden, durch modernere nukleare Sprengkörper. Zur der „atomaren Teilhabe“ gehört, dass auch Deutschland geeignete Flugzeuge bereithalten muss und im Kriegsfall Nuklear-Bomben auf Befehl der Amerikaner abwerfen soll. Die Atombomben die auf dem deutschen Luftwaffenstützpunkt Büchel bereit stehen, haben eine Sprengkraft die ein Mehrfaches der Sprengkraft der Hiroshima Bombe betragen. Das heisst: Nur mit einer solchen Bombe könnten Städte wie Frankfurt oder Stuttgart zerstört werden. – Die CDU/CSU akzeptieren, zusammen mit den in Deutschland mitregierenden Sozialdemokraten, heute noch den Verbleib von Atomwaffen in Deutschland…geplanter Abzug der US-Atomwaffen frühestens 2024…


Tobias Regner: Ein gereifter DSDS-Star im Portrait.

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© Siegrid Cain Photography

Der Rockmusiker und Vollblutsänger Tobias Regner (30)aus Bayern, legt sein nunmehr  drittes Album auf. Der Gewinner der RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“ aus dem Jahre 2006 gibt damit erneut ein kräftiges Lebenszeichen von sich.

Von Siegfried Steinkogler.

Immer noch mit derselben Leidenschaft und  gewohnten Durchschlagskraft seiner Stimme, aber mit mehr Liebe zum Detail in den Texten wie in der Musik, hat sich sein Image inzwischen wohltuend in Richtung Professionalität gewandelt. Die akustisch wie auch optisch gelungene CD „Besser jetzt“  erschien am 19. Juli.

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Wie nicht anders zu erwarten war, kommst du auch auf deiner neuen CD als Sänger gut weg.  Auch dass du ausschließlich auf Deutsch singst, wissen viele zu schätzen. Was macht aus deiner Sicht den Erfolg eines Rocksängers aus?

Tobias Regner: Erfreulicherweise lobt die Presse meine sängerischen Qualitäten – und irgendwie stimmt es ja auch: die Stimme ist das Kapital des Sängers, aber ebenso wichtig sind für mich Kreativität, die Fähigkeit sich gut zu präsentieren und ein ausgeprägtes Durchhaltevermögen.

2006, als es noch weniger Casting-Shows gab als heute, hast du bei DSDS mitgemacht und prompt gewonnen. Was bedeutet dieser Sieg für dich heute?

T.R.:  Der Sieg bei DSDS hat meinen weiteren beruflichen Weg entscheidend beeinflusst. Ich wollte ja nie Berufsmusiker werden, habe deshalb auch Grafik studiert. Eigentlich wollte ich mir Musik als Hobby bewahren. Mittlerweile ist es umgekehrt: Musik ist mein Lebensinhalt geworden und die Grafik mein Hobby.

Cover_Besser_jetzt_kleinAuf deiner aktuellen CD „Besser jetzt“ scheinst du zu deinem Stil gefunden zu haben. Wie hat sich deine Musik im Laufe der Jahre verändert?

T.R.: Heute lege ich mehr Wert auf Qualität, wobei  professionelles Arbeiten häufig  im Vordergrund steht. Es geht mir nicht mehr so viel ums Drumherum – heute möchte ich Musik machen und wünsche mir, dass der Funke aufs Publikum überspringt. Früher war es mir wichtig, in einer Rockband zu spielen und dafür Anerkennung zu kriegen … alles was junge Leute eben so cool finden…

Zu deinem Song „Endlich frei“ gibt es auch ein Musikvideo, das auf video.de abrufbar ist. Was gibt es dazu zu sagen?

T.R.: Die Message des Videos ist es, auszubrechen aus dem ganzen Alltagsstress, aus dieser festgelegten Kiste mit all den Vorschriften und Fesseln, die uns  unsere Gesellschaft auferlegt. Die Lagerfeuerromantik ist dabei als Symbol für Freiheit zu verstehen, soll also das Freiheitsgefühl widerspiegeln.

…. und wird dieses Video auch wahrgenommen?

T.R.: ( „zückt“ sein Handy und sieht nach) …. Da haben wirs ja: bisher haben wir in etwa  41.000 Klicks in nicht ganz  zwei Wochen!

 An deiner neuen CD  fällt die Lebensfreude und die positive Sichtweise, an die Dinge heran zu gehen, auf. Was würdest du jungen, angehenden Rockmusikern empfehlen?

T.S.: (denkt lange nach) … Musikalisch gesehen würde ich jungen Leuten raten, einfach ihr Ding durch zu ziehen, Spaß zu haben, viel zu spielen, viele Auftritte machen und sich einfach nicht beirren  lassen, den eigenen Weg zu gehen. Bezüglich der Vermarktung ist es schwieriger. Da kann man, glaube ich, keine allgemeingültigen  Ratschläge erteilen.

Was macht Tobias Regner privat, wenn er nicht singt und Gitarre spielt?

T.R.: (schmunzelt) Tja, was macht er da eigentlich? – Joggen gehen und sich irgendwie fit  halten, obwohl das meistens ein eher minimales sportliches Programm ist. Ansonsten fotografieren und Grafik – ich mache ja auch das Artwork für meine Alben und die Plakate selbst – aber da bin ich ja schon wieder bei meiner Arbeit angelangt. Scheint ein Fulltimejob zu sein, den ich da mache …..

Die nächsten Live-Auftritte:

Sa, 14. Sept., Herzfestival in Pörndorf bei Passau

Di, 17. Sept., Kulturigel im Stadtpark Oberndorf

Do, 19. Sept., Backstage Club München

Homepage> von Tobias Regner


Portrait: Anna Kontur

„Die Arbeiten auf Leinwand, das Übereinanderlagern verschiedener Farbtöne und Farbflächen, der Einsatz von grafischen Elementen, das Herausarbeiten von Strukturen fasziniert mich. Kräftige, warme Farben, vor allem verschiedene Rottöne und reduzierte, abstrahierte Formen bedeuten für mich Energie, Aktivität, Wärme und Erdverbundenheit, Leidenschaft, Mut.

Malen ist für mich ein kreativer Akt, in dem zwei Prinzipien zusammenwirken: einerseits der bewusste Einsatz von Farben und Formen als Mittel zum künstlerischen Ziel, andererseits die Hingabe an das Unbewusste, das Schöpfen aus dem Inneren, das Platz für Intuitives und Losgelassenes schafft.

Eine besondere Faszination übt auf mich das Aktzeichnen aus – dieser Einfluss ist auch in den abstrakten Bildern immer wieder spürbar.“ Anna Kontur

Vita:
Geboren 1946 in Lambach in Oberösterreich;
im Lehrberuf tätig.

Schon seit langem Interesse an und Beschäftigung mit verschiedensten künstlerischen Techniken, in den letzten Jahren vor allem mit Acrylmalerei Seit 1989 Mitglied der Malgruppe 88 in Bad Wimsbach-Neydharting. Teilnahme an einem Seminar der ABC-ART-AKADEMIE unter der Leitung von Prof. Wolfgang Wiesinger, an den Internationalen Malerwochen in Hollersbach, Klasse Peter Mairinger, und an Malseminaren bei Mag. art. Prof. August Svoboda und Dir. Karlheinz Schönswetter.

Seit 1989 Teilnahme an verschiedenen Gruppenausstellungen, sowie Einzelausstellungen.

Dieser Artikel wurde erstmals in der Ausgabe: 2+3/ 2000 Februar/ März 2000 Dorfzeitung – Kultur ONLINE – Ein “sKys Projekt” der Dorfzeitung veröffentlicht.

Anna Kontur

born 1946 in Lambach, Upper Austria
teacher in public school

I have worked with various media and techniques, before settling into a period of intense work and study with acrylic painting and mediums.

Since 1989 member of the „Malgruppe 88“ in Bad Wimsbach, Upper Austria

Participation in the ABC-Art-Academy under Prof. Wolfgang Wiesinger, in the International painting workshop in Hollersbach under the instruction of Peter Mairinger and in artseminars directed by Mag. art. Prof. August Svoboda and Dir. Karlheinz Schönswetter.

Since 1989 participation in several groupshows as well as one-woman-exhibitions.

“At the moment I am facinated by several elements and processes, chief among which are the overlapping and juxtaposition of different colortones and surfaces, the use of line elements, and the building up of textural surfaces through heavy paint application. Powerful, warm colors, with an emphasis on reddish tones, as well as reduced abstract forms convey a sense of energy, activity, warmth and earthiness, passion, courage.

For me painting is a creative activity that utilizes two different principles, forcing them to act with and react to each other: on the one hand is the artist’s use of color and form as a means to an artistic end; on the other is the artistic’s abandon to the subconscious mind and spirit, that brings out things he or she had hidden deep inside, the fact that the painter relinquishes complete control in favor of the chance happening, the intuitive act. I was also intrigued by the my work in the area of drawing of the nude body, and this influence makes itself silently felt in my abstract pictures.”


Susanne Hofler, ein Portrait

Susanne Hofler, ein Portrait

„Das geht mir unter die Haut“ heißt, dass etwas durch meine Schutzschicht, in mein Inneres, in meinen Körper und in meine Seele eindringt. Die Haut gilt allgemein als Spiegel der Seele.  Positiv drückt sich das in dem  Satz „In einer glücklichen Haut stecken“ aus.

Von Ulrike Guggenberger

Susanne Hofler, 1962 in Attnang-Puchheim geboren, befasst sich als ausgebildete Psychotherapeutin und Tanztherapeutin mit Botschaften der Seele, als autodidakte Künstlerin beschäftigt sie sich seit 1999 mit dem Thema Haut. Immer tiefer arbeitet sie sich von der äußeren Hülle in den Körper zu seinen inneren Organen vor. „Hinter der Haut, das bin ich, vor der Haut steht jemand anderer.“

Ihre ersten Blätter aus Japan Papier scheinen noch ganz den Strukturen der Hautoberfläche verhaftet zu sein. Schon das Material Japan Papier ist in seinen Eigenschaften wie Transparenz, Plastizität und Farbe menschlicher Haut verwandt. In ihren neuesten bildnerischen Experimenten durchdringt Susanne Hofler gedanklich die äußeren Hautschichten und orientiert sich an inneren Organen wie etwa der Lunge, die uns über den Atem mit der Außenwelt verbindet. So überträgt sie zum Beispiel die Formen von Lungenbläschen mit einem nassen, großen Pinsel auf Japan-Papier. Dann löst sie das Innere der Kontur heraus, es entstehen Öffnungen im Papier. Viele solcher Schichten ergeben ein körperhaftes, räumlich tiefes Bildobjekt, das sie nun als „Atemkleid“ bezeichnet. Sie malt ohne Farbe und schnipselt mit Pinsel und Wasser. Oder sie schneidet lange Streifen aus Japanpapier und legt sie in kreisförmigen Schichten auf eine quadratische Bildunterlage. Aus dieser meditativen, langwierigen Technik entwickeln sich Bilder, die schalenförmige, reliefartige Gefäße darstellen. Für Susanne Hofler besteht ein enger Zusammenhang zwischen Haut und Schale, beides sind äußere Hüllen.

Ihr Bilder hängen ohne Rahmen, beim Vorübergehen bewegen sich die durchlässig erscheinenden Papiere und erzeugen raschelnde Geräusche.  Susanne Hoflers Lebensprinzip heißt Bewegung. Ihre Körperbewegung  geht zusammen mit einem anderen Material in ein anderes Medium über. Das passiert im Tanz ähnlich wie in einem Bildobjekt, das bei ihr immer aus der Bewegung heraus entsteht.  Susanne Hofler improvisiert mit direkter Erfahrung. „Ich arbeite ohne Konzept, ohne Plan, ohne Thema, wie sinnliches, körperliches Tun“. Oft sind ihre Vernissagen von Tanzperformances begleitet. Auch in ihrem Beruf als Therapeutin geht es ihr um nonverbale Ausdrucksmöglichkeit, dazu absolvierte sie eine Ausbildung in „authentic movement“.

In Oberndorf hat sie im Hinterhof des Gerichtsgebäudes einen Atelierraum gefunden. Im Winter stehen große Kübelpflanzen im Raum und vermitteln eine Atmosphäre wie in einem immergrünen, unterkühlten Glashaus, sommers wuchert das Grün vor ihren Fenstern.

Ausstellungsbeteiligungen mit ihren Bildern gab es unter anderen im „studio 13“, bei „kunst im andräviertel“, sowie der Jahresausstellung im Kunstverein in Salzburg zu sehen. In Seekirchen im Gemeindehaus und in der Galerie Baumgartner zeigte sie eine Einzelausstellung. Seit Jahren arbeitet sie während der Sommermonate als Schülerin von Professor Jacobo Borges an der internationalen Sommerakademie in Salzburg.

Gespräch mit Susanne Hofler, Atelier in Oberndorf,  26.02.04


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Christine Smaczny: Mohnsonne und Zaubergarten

Manchmal begegnen dir Menschen, deren Flammenherzen unserer Zeit ihr Ausmaß verleihen. 

Karl G. Mayr, Dorfzeitung
Taxham, im April 2009

Mohnsonnen und Zaubergärten entstehen auf der Suche nach Erklärungen für dieses brennende Gefühl etwas umarmen zu wollen was noch nicht ganz da ist. 

Christine nimmt dazu alles, was sie greifen kann. Farbe, Musik, Freunde, Poesie, Freude und Melancholie. Die gebürtige Salzburgerin lebt auf einer Anhöhe bei Laufen in einem bewirtschafteten Bauernhof.

Ein mächtiger Granitbogen erweist den Eintretenden Ehre, mahnt aber auch zum bedachtsamen Umgang mit den BewohnerInnen. Dieser Eingang, so fühlt man, kann weit offen aber auch fest zu sein. 

Wie ihre Kunst. Kommt man ihr nahe, haben sich Geist und Auge auf die Feinheiten der Strukturen eingelassen, ist man bereit für Christines magischen Garten.

Christine Smaczny: Mohnsonne

Christine Smaczny: Mohnsonne

Erkämpfte Leichtigkeit

Kindheit und Jugend in einem distanzierten, egozentrischen Erziehungsumfeld erleben Christine und ihre Schwester wie Welpen auf einem Hundeabrichtplatz. Zurück bleibt eine Verstörung die sie in eine fast aggressive Selbstsuche treibt.

Christine hat sich durch das Dickicht von Regeln, Vorurteilen und Intoleranz durchgeschlagen und hat nun dank ihrer Zaubermachete, der Malerei, der Musik und ihren Texten einen Ort erreicht wo Menschen schweben, nein, eigentlich alles können. Ihre gemalten Geschichten sind frei von Beiläufigkeit und übervoll mit der Sehnsucht nach Freude, Leichtigkeit und Freiheit.

Wer das Glück hat, ein Bild von Christine zu erwerben, braucht viel Platz. Alleine an der Wand entfalten Christines Bilder ihre zauberische Kraft. Gegen Traurigkeit, Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit. Das hat auch der Pfarrer der evangelischen Gemeinde von Tittmoning, Eberhard Zeh erkannt und die “Mohnsonne” in seine Kirche geholt.

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