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Cartoon by Thomas Selinger "seli"

Es schneit, die Weihnachtsmärkte haben bereits geöffnet, die angeblich stillste Zeit des Jahres steht vor der Tür. An so einem trüben Samstag hat man dann auch die nötige Zeit und Muße, um unterschiedliche Zeitungen und Magazine zum Weltgeschehen zu lesen.

Und es ist schauerlich, was da rund um den Erdball so alles passiert: Es gibt Kriege, Bürgerkriege, Terroranschläge, und alles, was einem an Grauslichkeiten nur so einfallen kann. Das Frustrierende, letztendlich geht es überall um Macht und Geld, ganz gleich hinter welchen Ideen, Religionen und Idealen sich die Kontrahenten verstecken. Die Interessen der Menschen und auch deren Wohlergehen sind da eher ganz nebensächlich. Die menschlichen und humanitären Katastrophen sind akzeptierbare Kollateralschäden geworden.

Es regiert der Profit. Beim Tanz um das goldene Kalb haben Schwächlinge keinen Platz.


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Ein kuhles Bild für Dich Die modernen Stromrinder sind ganz scharf auf Selfies, wer kann es ihnen verdenken, ist doch das “Selbstportraitieren” auch bei den intelligenten Zweibeinern gross in Mode. (kat)


Die Bürgermeisterwahlen in Wien sind geschlagen, fast alle haben gewonnen. Bürgermeister Häupl darf auch in Zukunft Wien regieren. Die Blauen rund um Christian Strache werden einen Vizebürgermeister stellen. Die Regierung wird höchstwahrscheinlich eine Neuauflage der rot-grünen Koalition.

Interessant bei den Grünen ist eigentlich nur, ob die Chefin bleiben wird oder nicht, angekündigt hätte sie einen Rücktritt bei Stimmenverlust. Wahrscheinlich wird sie die österreichische Lösung wählen und bleiben. Die Neos bringen etwas PINK in das Rathaus und die Schwarzen sind noch nicht ganz weg. Unterm Strich wird sich wohl nicht viel ändern. Ob das gut ist, wird die Zukunft zeigen. Ein radikaler politscher Rechtsruck wurde noch einmal abgewendet, die Frage ist nur, wie lange das noch möglich ist.  (kat)

 


Am 10. Oktober 2015 wurde in den Räumen der Kleintierpraxis die Ausstellung HUND & KARTZ mit Bildern des Salzburger Künstlers Thomas Selinger eröffnet. Die zahlreich erschienenen Besucher diskutierten angeregt mit dem aus Bürmoos stammenden Künstler, der bereits im Jahr 1999 hier erstmals seine Arbeiten präsentierte. Damals war er noch Cafetier im Bürmooser Coffeehouse. Seit einem Jahr ist er freischaffender Künstler mit eigenem Arbeits- und Verkaufsatelier in der Auerspergstrasse in der Stadt Salzburg.

Veterinärdirektor Josef Schöchl eröffnete die Ausstellung und bedankte sich in seiner Funktion als Flachgauer Landtagsabgeordneter bei der Tierarztpraxis Lamprechtshausen für die Nutzung der Praxisräume als Galerie für zeitgenössische bildende Kunst im nördlichen Flachgau.


Landtagswahl - Die FPÖ Suppe

Die Oö Landtags- und Gemeinderatswahlen sind geschlagen. An den Start der Wettfahrt um die Wählergunst gingen sehr unterschiedliche Schiffstypen.

Als Stimmenzuwachs-Sieger wurde die FPÖ gekürt, die Partei, die im Heimat-Verbundenheitsboot am aktuellen Flüchtlingsstrom rücksichtslos mit vollen Segeln dahinglitt. Ein Teil der gesetzten Segel entsprach zwar nur grenzwertig dem Reglement und es reichte nicht ganz zum Sieg, die Aufholjagd an sich war jedoch sensationell.

Die Ausgangsposition der alten Fregatten von ÖVP und SPÖ war nicht schlecht, sie kamen aber nie richtig in den Wind und fielen stark zurück. Schwarz konnte sich ganz knapp den Regattasieg holen, Rot hatte einen Mastbruch und kam nur mit heftigem Rudern ins Ziel. Die Grünen wurden zu sehr vom wild wuchernden Rumpfbewuchs gebremst und konnten an der Spitze nicht mitmischen. Die Neos hatten von Anfang an Stress mit der Ruderanlage und konnten den Hafen nicht verlassen.

Zur Zeit werden die letzten Vorbereitungen zum Rennen um Wien gemacht, FPÖ Steuermann HC Strache träumt bereits vom Sieg, ein Kopf an Kopf Rennen wird es allemal werden.

Wehret den Anfängen.


Dorfzeitung.com


 

Ein Skandal erschüttert den deutschen Automobilkonzern VW, wurden doch am amerikanischen Markt Autos mit gefälschten Abgaswerten gefunden. Tragisch, tragisch, wenn man zu den Aktionären gehört, purzeln doch die Aktienkurse in schon lange nicht mehr gekannte Tiefen und die Gewinne schmelzen dahin wie Schnee in der Frühlingssonne.

Dabei ist ganz hinten eine wahrlich meisterhafte Ingenieurleistung versteckt: Computergesteuert besteht bei den VW-Motoren offensichtlich die Möglichkeit, den Spritverbrauch und damit auch den Schadstoffausstoß bei gleich bleibender Motorleistung  zu reduzieren, anders wäre die Täuschung bei den US-Amerikanischen Prüfungsfahrten wohl nicht möglich gewesen. Wie mein Geografieprofessor schon vor 35 Jahren betonte: es ist seit Jahrzehnten möglich, Autos mit 2-3 Litern Verbrauch zu bauen, aber alle Patente hätte die Ölindustrie gekauft.

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Aus der VW-Skandal-Geschichte lernt man, es geht noch immer. Technisch gesehen beruhigend. Es stellt sich jetzt dennoch die Frage, wer hat einen unmittelbaren Vorteil, wenn die Autos mehr Sprit brauchen.  Wieviele Finanzämter wurden mit geringeren Abgaben für angeblich weniger Schadstoffausstoß beschissen? Wer muss die fehlenden Steuern nachzahlen oder wird das alles unter den Tisch gekehrt? Konzernen kommen manche Regierungen ja gerne entgegen.

Für VW ist es ein Wettbewerbsvorteil, wenn die Autos wenig Sprit brauchen, gewiss, aber es gibt auch Nutznießer von einem hohen Spritverbrauch. Letztendlich sollte man sich fragen, für wen ist mehr Geld im Spiel? Wer verdient abgesehen von VW noch?


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Man hat es ja von Unfällen und Katastrophen schon oft gehört, dass es Menschen gibt, die kommen um zuzuschauen, was da so passiert ist, ohne Hemmungen, Anstand und Ehrgefühl. Die Neugier ist zum Teil so extrem ausgeprägt, dass die Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit behindert werden.

Gestern ist mir eine neue Spezies aufgefallen, die Flüchtlingsgaffer, die in den Kaffeehäusern nahe der Grenze sitzen und zuschauen, wie die Polizei die ankommenden Flüchtlinge aufnimmt, zusammenfasst und in Aufnahmezentren bringt. Natürlich vergönne ich den Kaffeehausbesitzern ihr Geschäft, das neue Publikum hingegen erscheint mir schon eher sehr dubios und da meine ich nicht die ankommenden Flüchtlinge.

Ob den Gaffern bewusst ist, dass allein in Deutschland mehr als 40.000 Lehrstellen nicht besetzt werden können? Wäre das nicht eine Chance für viele der ankommenden Jugendlichen? (kat)

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Die Stadt Salzburg ist im gedirndelten Ausnahmezustand. Die Festspiele bringen viele Gäste in die Stadt, die FremdenführerInnen haben zunehmen Probleme, sich als Einheimische zu präsentieren. Da helfen dann nur noch das Dirndlgwand und der obligate Regenschirm. Und das Umhängemikrofon mit Lautsprecher. Mit den originalen Trachten hat diese “Dirndlerei” eher gar nicht zu tun, die passen wahrscheinlich besser zum Münchner Oktoberfest. (kat)


Der Flachgau hat etwas über 1000 Quadratkilometer Fläche und knapp 150000 Einwohner. Und keine eigene Hauptstadt. Und das soll sich hoffentlich bald ändern, heißt es aus politisch gut informierten Kreisen. Es müssen Denkmäler geschaffen werden, meinen andere Personen des öffentlichen Lebens.

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Die nächste Frage ist dann: “Wo soll sie hinkommen, die neue Bezirkshauptstadt?”  Im Flachgau gibt es 37 Gemeinden, darunter drei Städte und sechs Marktgemeinden und so wie immer, ist alles möglich.

Fakt ist, die aktuelle Lösung: der Verwaltungssitz des Bezirks befindet sich in der Landeshauptstadt Salzburg, die selbst dem Bezirk nicht angehört, ist eigentlich untragbar. Die Wertschöpfung muss zukünftig im Flachgau bleiben, heißt es von den Entscheidungsträgern.

Es gibt viele Denkansätze für die Auswahl, drei interessante Kandidaten möchten wir hier in alphabetischer Reihenfolge vorstellen.

Bürmoos
Die moderne Industriegemeinde hat eine kurze, überschaubare Geschichte, ist politisch eindeutig zuordenbar (14 SPÖ, 2 ÖVP, 3 FPÖ, 2 Grüne) und lebte schon immer von der Zuwanderung. Schon zu Ignaz Glasers Zeiten gab es Torfstecher aus Italien, die Glasbläser kamen aus der ganzen K&K Monarchie. Bürmoos besitzt ein Museum, in dem die Geschichte präsentiert wird und ein Lager für aktuell nicht ausgestellte Kulturgüter. (Bürmoos in der Dorfzeitung)

Mattsee
Die Fremdenverkehrsgemeinde ist eine der ältesten, beschriebenen Siedlungen in Salzburg, politisch etwas inhomogen (11 ÖVP, 3 SPÖ, 3 Grüne, 2 FPÖ[2]) und mit Anton Diabelli Heimat eines bedeutenden österreichischen Komponisten. Ein besonderer Trumpf im Rennen um die Bezirkshauptstadt ist die Tatsache, dass man von hier am schönsten die Windräder im angrenzenden Oberösterreich sehen kann.

Windräder konnten sich bis jetzt in Salzburg nicht durchsetzen, es gab nur einmal ein ehrgeiziges  Projekt in der Stadt Salzburg, das letztendlich dann aber doch kurz vor dem Bau verhindert wurde. (Mattsee in der Dorfzeitung)

Strobl
Die Fremdenverkehrsgemeinde liegt am Wolfgangsee, schon fast im Salzkammergut, ist politisch schwierig (11 ÖVP, 5 SPÖ, 2 FPÖ, 3 GRÜNE[2]) hat aber den großen Vorteil, dass es fast neben Bad Ischl liegt und somit einen direkten Bezug zum alten Kaiser, Gott hab´ ihn selig, hat.

Die Verbindung zum Kaiser ist deshalb interessant, weil in Salzburg 1994 mit der Bürgermeisterdirektwahl quasi die Dorfkaiser wieder installiert wurden. Demokratiepolitsch war das eine sehr schwierige Entscheidung, offensichtlich hat sich jemand dadurch einen machtpolitischen Vorteil erhofft. (Strobl in der Dorfzeitung)

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Der Termin für eine Abstimmung zu diesem Thema ist noch nicht fixiert, die Diskussion wird spätestens vor den nächsten Wahlen wieder beginnen. Die Flachgauer Politprominenz nimmt Wünsche und Anregungen zu diesem Thema sicherlich jetzt schon entgegen!


Griechen Krise 600

Nach einem langen Hinundher haben die Griechen und die EU eine, wenn auch befristete Lösung für die Abwendung eines Staatsbankrotts gefunden. Das Damoklesschwert hing dabei nicht nur über den Hellenen. Es wird sich zeigen, wie es wirklich weitergeht, die griechische Bevölkerung ist schön langsam am Boden. Helfer in der Not hätte es vermutlich schon gegeben, ob das zur Freunde der EU gewesen wäre, steht in den Sternen. Vorläufig hat die EU gewonnen. Und Hausaufgaben gibt es nicht nur für die Griechen. (kat)


Schulversuch

Es ist zu schaffen, ja man glaubt es kaum, aber es ist zu schaffen! Nach einem halben Jahrhundert wilder Schulversuche ist es endlich soweit, die Schreibschrift wird abgeschafft. Wer braucht schon in der modernen vom Computer überwachten Zeit noch seine individuelle Handschrift, die zudem häufig schlecht maschinenleserlich ist?

Es hat schon einige Rechtschreibreformen lang gedauert, bis sich niemand mehr mit der Grammatik der deutschen Sprache wirklich auskannte und letztendlich die automatische  MS-Word Rechtschreibkorrektur übriggeblieben ist. Der Multinationale Konzern mit Sitz in Redmond, einem Vorort von Seattle im US-Bundesstaat Washington wird alle paar Jahre ein Update liefern, zentral über die firmeneigene Cloud. Wahrscheinlich ist es für die staatsbürgerliche Überwachung auch besser so, billiger auf jeden Fall. Dieses individuelle Gekritzl der Menschen hat so manchen Verschlüsselungsalgorithmus ausgetrickst, das kann ja niemand wirklich mögen, die virtellen Mitleser schon gar nicht.

Das Bildungsniveau des Wahlvolkes kommt auch schön langsam dort an, wo die Obrigkeit es haben möchte.  Schulzeugnisse sind nicht mehr aussagekräftig, die Universitäten verlangen mittlerweile Aufnahmeprüfungen, ebenso manche Gymnasien. Echte Verbesserungen sind von der bundeseinheitlichen Matura zu erwarten. Mit diesem kleinsten gemeinsamen Nenner könnte man noch etwas schneller am Ziel sein, die Gesamtschule wurde bis dato leider noch nicht verpflichtend eingeführt.

Extrem unverständlich ist in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass viele Politiker jeder Farbe und andere Familien, die es sich leisten können, ihre Sprösslinge in traditionell und altmodisch geführten Privatschulen unterbringen. Man hat sogar gehört, dass in diesen Lern-Instituten von den Schülern sogar noch Leistung erbracht werden muss, schauerlich. Aber Gottseidank sind das nicht sehr viele. Und einige Häuptlinge braucht das Volk.


Wann immer man in den letzten Tagen die Zeitungen aufschlägt, geht es um Krieg und Terroranschläge und sehr häufig stehen auch Kinder im Zentrum des Geschehens.

Es ist frustrierend, wie viele Menschen aller Rassen, Religionsangehörigkeiten und Altersgruppen auch heute noch nicht begreifen wollen, dass Gewalt nur Gewalt sät.

Offensichtlich können oder wollen wir aus der Geschichte nicht lernen. (kat)

Krieg ist nicht gut